Category Archives: Netflix

Lesenswertes – Wochenrückblick

Aufgrund des Urlaubs eher ein 10 Tage Rückblick, deshalb ein paar Links mehr:

Interessanter Background Artikel zu Bruce Berkowitz und Fairholme

Das Skript zu einer Value Investing Vorlesung von Bruce Greenwald

Sehr empfehlenswerte Artikel Serie von Damodaran zum Thema Bewertung von Wachstumsunternehmen: Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Erfahrungsbericht eines Netflix Short Sellers und warum Whitney Tilson jetzt long Netflix ist.

Dazu passt auch ein Post von Bronte, warum beim Shorten Timing sehr wichtig ist

Whitney Tilson spricht über sein Top Picks. Sein Track Record sieht momentan gerade nicht so toll aus. Vielleicht das Resultat mangelnder Konsequenz im Fall Netflix

Interview mit Tom Russo, einem typischen “Buffet Style” Value Investor der besonders bullisch auf Nestle ist.

Ein schöner Post wie man Sell Side Research nutzen sollte (wenn überhaupt).

Portfolioupdate: Cover Netflix Short

Nachdem ich die nächsten Tage wenig am Computer bin und Netflix heute so schön fällt, schliesse ich den Netflix Short zum aktuellen Kurs (bei dem Handelsvolumen sei mir das erlaubt) von 100,50 USD.

Bei einem USD /EUR Kurs von 1,358 macht das in EUR 81,37 EUR, gegenüber dem Einstandskurs von 133.09 EUR einen Gewinn von 29.46%. Damit hat immerhin auch dieser Short (nach Asian Bamboo) positiv absolut und relativ zur Depotperformance beigetragen.

Wenn man bedenkt, dass die Position zwischenzeitlich über 100% im Minus war, dieser Chart hat durchaus Nerven gekostet, aber immerhin waren meine besser als die von Whitney Tilson:

Momentan würde es mich reizen, 2 andere Momos zu shorten, als da wären:

Aber da ich (hoffentlich) aus Schaden etwas klüger gewordern bin, belasse ch es erstmal bei Kabel Deutschland, Green Mountain und Dräger Vz. (gegen die GS). Green Mountain scheint auch langsam unter die Räder zu kommen….

Netflix update

Sieht so aus, als wäre der nächste “MoMo” Stock jetzt dran, diesmal Netflix.

Aus dem Artikel bei Zerohedge.

Netflix, which at last check had plunged 12% to about $180 following an update from the company, in which it said it subscriber growth will come in below plan. Of course, the only ones surprised by this move, are those who are actually long NFLX (and those who bought into Goldman’s topticking upgrade which brought the stock to over $300 however briefly). We expect “value investor” of very high conviction, Whitney Tilson, who lately has been known best for shorting low and covering higher, to soon resume his bearish position in the name. And yes, we still expect that the company will very soon come to market with a dilutive equity offering to raise cash and stench the relentless real cash burn.

Insgesamt scheint man jetzt mit 1 Mio weniger Kunden zu rechnen. Eigentlich kein Beinbruch, ist ja nur 5% der Kundenbasis. Bei Aktien die aber “Priced to perfection” sind, kann das sehr viel ausmachen.

Per gestern war der Short noch mit 12% im Minus.

Psychologisch muss ich sagen ist es schon sehr schwierig bei solchen Shorts “stabil” zu bleiben. Der Green Mountain Short ist au mit -47% im Minus, ich bin mir aber sicher, dass wir hier das Gleiche erleben werden. Es fragt sich nur wann.

Vielleciht kriegt Green Mountain ja auch bald mal “die Kurve”….

Updates Netflix, Einhell

Einhell

Letzte Woche hatte Portfoliowert Einhell Halbjahreszahlen gemeldet. Der Text ist wie bei Einhell üblich kurz und prägnant:

Im ersten Halbjahr 2011 erzielte der Einhell-Konzern Umsätze in Höhe von 195,2 Mio. Euro. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Steigerung von 2,7%. Das Ergebnis vor Steuern beträgt 12,0 Mio. Euro bei einer Rendite vor Steuern von 6,1%.
Trotz des guten Geschäftsverlaufs ist die weitere Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 mit Unsicherheiten behaftet. Ob die bisher geplante Umsatzsteigerung von 5-10% verwirklicht werden kann, ist stark abhängig von der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung zum Jahresende. Entscheidend wird sein, inwieweit der private Konsum in einigen Regionen Europas beeinträchtigt wird.

Im Juni hatte ja man noch folgendes gemeldet:

Im Rahmen der Hauptversammlung am 17. Juni 2011 wird die Einhell Germany AG bekanntgeben, dass der Konzernumsatz für den Zeitraum Januar bis Mai 2011 ca. 172 Mio. Euro (Vorjahr 163 Mio. Euro) beträgt. Die Rendite vor Steuern wird voraussichtlich bei ca. 5 – 6% liegen.

Im dazugehörigen Bericht sieht man, dass vor allem in Deutschland der Umsatz zurück gegangen ist. Nachdem in Deutschland die Baumärkte ja eigentlich gut laufen, könnte das auch auf die Probleme bei Praktker hindeuten.

Der Gewinn nach Steuern ist zwar fast um 10% gestiegen, etwas Sorge macht aber der hohe nicht erklärte Aufbau an Vorräten, der den operativen CF deutlich ins minus laufen lässt. Hoffen wir mal, dass Einhell diese Waren auch abgesetzt bekommt. Mit einem vollen Lager in den Abschwung hinein wäre eher ungünstig.

Trotzdem ist die Aktie nach wie vor sehr sehr günstig, man muss aber das Working Capital im Auge behalten.

Netflix

Bei Netflix ist jetzt das eingetreten, was Whitney Tilson eigentlich korrekt vorhergesagt hat, aber nicht durchhielt: Netflix wrd deutlich mehr für seine Bilbliothek in Zukunft zahlen müssen:

Starz Entertainment has ended contract renewal negotiations with Netflix. When the agreement expires on February 28, 2012, Starz will cease to distribute its content on the Netflix streaming platform.

Starz hatte ja Disney und Sony Filme zur Verfügung gestellt. Der CEO von Netflix behauptet zwar, dass das ein Non Event wäre, der Aktienkurs zeigt aber Wirkung:

Ich bin zwar kein Chartexperte, aber der Chart sieht etwas angeschlagen aus:

Generelle Überlegungen zu Shortpositionen

Ich nehme jetzt einfach mal den Kommentar eines Lesers zum Green Mountain Update auf und stelle ihn hier rein:

Die Angst, dass man alle potentiellen Shortgewinne auf dem Tisch laesst, wenn man nicht von Anfang an dabei ist, ist unbegründet. Meist ist es so wie bei Research in Motion (RIMM), dass wenn es anfaengt zu rutschen, eh so viel Speck an Knochen ist, dass genug übrigbleibt.

Und nicht der erste sein wollen. Einfach auf den einschlaegigen Internetseiten (shortsqueeze.com, nasdaq.com) die Shortquote beobachten und abwarten, bis die sich nennenswert erhöht hat.

Ich arbeite immer mit fünf Gruppen von Shortkandidaten:

1. Die Betrugsunternehmen wie Enron, Worldcom, Comroad etc. Das sind die sichersten, aber auch die am schwersten aufzuspürenden.

2. Die, bei denen das Geschaeftsmodell weggebrochen ist aufgrund eines Katalysators. Eastman Kodak (EK) mit Einführung der Digitalkameras damals, oder z.B. Garmin (GRMN), der Navigationsgeraetehersteller, mit Einführung der kostenlosen Navi-apps auf jedem Handy, heute. Das sind die Zweitbesten aber auch in ihrer reinen Auspraegung sehr schwer zu finden.

3. Die, bei denen der Wettbewerb ihre exorbitanten Margen gerade wegknabbert, da sie nicht durch einen „Burggraben“ verteidigbar sind obwohl der Markt faelschlicherweise diese Margen der Vergangenheit als Status Quo Prognose in die Zukunft fortschreibt. Ich würde hier, natürlich ohne Gewaehr, SMA Solar als Beispiel aufführen, aber da gibt es sicher besserere Beispiele. Auch diese Shorts sind relativ gut zu traden, da das Traegheitsmoment des Marktes einem genug Zeit laesst, hereinzukommen.

4. Zykliker, bei denen der Zyklus dreht, aber der Markt entweder den zyklischen Charakter der Aktien nicht mehr sehen will oder das Drehen des Konjunkturzylusses nicht erkennen will. Z.B. die Autoaktien heute oder Caterpillar (CAT), wenn demnaechst in China abgerechnet werden wird.

5. Die Momo Aktien wie Netflix (NFLX) oder Salesforce (CRM). Hochriskant, sehr schwer reinzukommen, sehr volatil und damit immer die Gefahr, dass man abgeschüttelt wird aus dem Trade. Man frage nur die Valueinvestoren, welche sich zur Jahrtausendwende an den Shorts der Internetdarlings versucht haben.

Aktien der Gruppe1 sind meiner Meinung nach am wenigsten riskant zu shorten, danach kommt Gruppe 2, danach Gruppe 3 usw. Gruppe 5 traue ich mich nicht. Nicht in einer Welt, in der VW Staemme 1000 Euro erreichen können.

Ich finde die Klassifikation super. Bei 1. fällt mir auf Anhieb Thielert ein, dazu natürlich einige der Chinesen.

Schaut man sich die aktuellen Shorts an (Kabel, Netflix und Green Mountain) sind das alles reine Kategorie 5 Shorts. Manchmal sind die kategorien aber auch fliessend, Enron z.B. hat als Kategorie 5 Aktie angefangen um dann (durch den Performancedruck) als Kategorie 1 zu enden.

Green Mountain hätte allerdings das “Potential” für Kategorie 2 (Wegfall des Keurig Patents) wie auch Kategorie 1 (Viele Übernahmen, undurchsichtiges und inkonsistentes Accounting).

Bei zukünftigen Shorts ist das aber eine gute Orientierung.

Erde an Netflix: Willkommen zurück

Netflix hat gestern nach Börsneschluss Zahlen gemeldet. Wie üblich EPS deutlich über den Analystenerwartungen (1.26 USD pro Aktie vs 1.12 USD). Dennoch schmiert die Aktie erstmal 10% ab.

Der Grund ? Netflix hat die Erwartungen leicht heruntergeschraubt. Zudem sind die Margen gesunken.

Ist das jetzt nur das übliche Spiel mit den Analsystenerwartungen wie bei Apple oder die Trendumkehr ? Keine Ahnung, aber ein wilder Ritt bleibt es trotzdem.

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