Trendfolge und Stopkurse: Ensco

Gerade die Nachricht von Ensco hat wiedermal gezeigt was die Schwäche vieler wertorientierter Anleger ist: Das Finden des des richtigen Zeitpunkt für das Verkaufen.

Was soll man bei einem Titel machen, der aus fundamentaler Sicht nicht mehr “günstig” ist, jedoch in einem intakten Aufwärtstrend läuft. Insbesondere dann, wenn man so wie aktuell immer weniger Unternehmen findet die große Sicherheitsspannen bieten. Viele Value-Investoren begehen typischerweise den gleichen Fehler –> Zu früh kaufen – und zu früh verkaufen.

Gerade aber Aktien bei denen das Momentum stimmt laufen die Kurse oftmals deutlich über den fairen Wert hinaus. Bei einem frühen Verkauf vergibt man daher manchmal interessante Chancen.

Eine Möglichkeit systematisch und regelbasiert zu arbeiten bieten Trendfolgestopps. Es gibt zahlreiche Fondslösungen die regelbasiert mit dem Mittel der Trendfolge arbeiten. Neben den “Managed Futures-Hedgefonds” arbeiten mittlerweile auch Publikumfonds wie der C-Quadrat Total Return (WKN: A0F5G9) mit großem Erfolg mit diesem Ansatz. (Mit großem Erfolg bedingt durch die Tatsache, dass die Märkte seit 2000 für Trendfolger auf Grund der starken Trends optimal waren.

Für einen tiefergehenden “groben Einblick” empfehlen wir das gute Whitepaper: “Does Trend Following Work on Stocks?” der Assetmanager “Blackstar Funds”.

Die von uns vorgestellte und (teilweise) genutzte Form des Trendfolgestopps beruht auf einem klassischen Ansatz wie es die meisten Trendfolger nutzen. Ziel ist es ein Stop so lange “hochzuziehen” wie es geht und gute Trends mitzunehmen:

Unser vorgestelltes Trendfolgestop hat drei Bedingungen:

Das Trailing-Stop ist der höchste Kurs aus:
1) Hochkurs -20%
2) ATR Stop (Einstellung 2,5 und 13 Wochen)
3) 20-Wochen-Tief

Das Herzstück des Stopps ist, dass es an die Volatilität des Basiswertes angepasst ist (ATR) und nach oben mitgezogen wird. Schwankt ein Wert stark, bekommt er ein weiteres Stopp als eine Aktie mit nur geringen Schwankungsbreite.

Zur Berechnung des Trendfolgestopps wird die sogenannte ATR (Average True Range) bestimmt. Diese wird als technischer Indikator von einigen Diensten (Bigcharts & Co.) angegeben. Die eigene Berechnung ist über historische Kurse aber auch recht einfach:

Laut Definition ist die True Range = “wahre Handelsspanne” das Maximum aus folgenden drei Bedingungen:
1. Der heutigen Handelsspanne (Tagestief bis Tageshoch), oder
2. der Handelsspanne zwischen dem Schlusskurs von gestern und dem Hoch von heute, oder
3. der Handelsspanne zwischen dem Schlusskurs von gestern und dem Tief von heute.
Insbesondere mit Bedingung 2 und 3 werden Gaps in stark volatilen Märkten berücksichtigt.

Die Average True Range ist einfach der gleitende Durchschnitt einer bestimmten Periode.Da wir die längerfristigen Trends im Auge haben, nehmen wir ein Weekly ATR der letzten 13 Wochen. Wie man im Chart sehen kann ist bei Ensco der Weekly ATR aktuell bei 4,31 USD. Der durchschnittliche ATR der letzten 13 Wochen liegt bei aktuell rund 3,37.

Für das ATR Stop wird der weekly ATR(13) mit 2,5 Multipliziert und vom Hochkurs abgezogen.

Bei Ensco bedeutet dies zum heutigen Zeitpunkt:
1) 44,70 USD (Hoch=55,88)
2) 47,45 USD (55,88 – 2,5*3,37)
3) 43,08 USD

MAX=47,45

Würde man das ATR Stop in einen Chart eintragen würde es folgenden Verlauf haben:

Der Sinn hinter diesem Post ist es, eine feste Regel zu generieren, mit der der meist sehr schwere Verkaufszeitpunkt vorgegeben wird.
Finden sich in einem Markt aussichtsreichere Wertpapiere kann natürlich sofort gewechselt werden. Da wir aber bei Ensco nicht so richtig wissen wie es weiter geht und ob der Kauf von Pride sinnvoll war würden wir ein Trailing-Stop bei aktuell 47,45 USD setzen und den Markt entscheiden lassen.

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