Performanc 1HJ 2011 -Teil 2

wie versprochen zum 2ten Teil der Performanceanalyse mit ein paar allgemeinen, Teil gabs hier.

Ein paar (kritische) Gedanken zu den Shortpositionen:
– von den Shortpositionen haben wir eigentlich nur eine wirklich fuundamental analysiert, das war Asian Bamboo. Dort waren wir uns sicher, dass neben Accounting Problemen einfach der faire Wert unter dem Börsenkurs bei Eingehen des Shorts war. Durch freundliche Unterstützung der US China Betrugswelle hat dieser Short auch prima geklappt.

– die anderen “Outright” Shorts, also Kabel, Netflix und Green Mountain waren mehr so “Instinkt” Shorts nach dem Motto: irgendwie windig, zu teuer und stark gestiegen, dass muss doch fallen. Hier haben wir einfach das Momentum unterschätzt.

– alle 3 Werte (Kabel, Netflix,Green Mountain) können mehr oder weniger unter das sogenannte “Abonenten Geschäftsmodell” eingeordnet werden. Diese Geschäftsmodelle sind momentan sehr “en vogue”, nachdem jetzt auch der letzte Bankanalyst das Konzept des “Burggrabens” verinnerlicht hat und damit jede Bewertung rechtfertigen kann. Irgendwann wird auch diese Mode mal wieder vorbei sein, aber das kann noch dauern.

Lektion 1: Auch im Shortbereich ist eine ausführliche Fundamentalanalyse sinnvoll, zusätzlich sollte man Momentum und Timing vermutlich besser berücksichtigen. Werte mit starkem Momentum aus dem Bauch raus zu shorten, war keine besonders schlaue Strategie.

Zu den Longpositionen:
Persönlich fühle ich mich fast ein bischen unwohl mit der großen Anzahl der Positionen, momentan sind es immerhin 34 verschiedene Longpositionen. Hier wird es langsam schwierig, die alle wirklich vernünftig zu tracken, insbesondere wenn man auch im Privatportfolio noch weitere (illiquide) Werte hat. Im Laufe des 2ten Halbjahres werde ich mal versuchen, dass vielleicht auf 20-25 Longpositionen “einzudampfen”.

Illiquide Aktien:
Wir haben uns ja selber auf relativ liquide Werte beschränkt und angenommen, dass wir nur über den normalen Börsenhandel Aktien virtuell kaufen. Illiquide Werte wie z.B. kleinere Französische Werte die besonders interessant wären bekommt man so nur sehr schwer. In der realität sind aber auch bei solchen Werten ab und zu Pakete am Markt, die man als profesioneller Investor auch mal angeboten bekommt. Hier muss man mal für die Zukunft überlegen, ob man nicht stärker solche “Perlen” wahr nimmt und evtl. mit etwas höheren Limits vom Tagesumsatz arbeitet (siehe auch IVG Wandelanleihe etc.).

Defensive Aufstellung
Wir haben das Depot ja bewusst defensiv aufgestellt, was im ersten Halbjahr erwartungemäss nicht gut gelaufen ist. Schaut man sich mal die Performance per gestern, 11.12. an, sieht man, dass in den “risk off” Phasen das Depot plötzlich erfreulich outperformt. So hätte sich per gestern die Unterperformance YTD auf -2,35% von -4,89% reduziert, per heute wären wir wahrsch. fast auf Benchmark.

Zu den einzelnen Werten dann noch mehr im 3ten Teil.

3 comments

  • “Lektion 1: Auch im Shortbereich ist eine ausführliche Fundamentalanalyse sinnvoll…”
    Die Erkenntnis kommt ja früh. Dachtet Ihr shorten ist ja im Vergleich zu long ganz einfach? Allein schon aufgrund des ungünstigen Chance/Risiko-Verhältnis (unbegrenztes Verlustrisiko) sind Shorts natürlich wesentlich schwieriger.
    Es ist positiv, dass Ihr auch offen zu Euren Fehlern steht. Die Sache an sich lässt Euch natürlich wie Amateure aussehen.

    • hallo thomas,

      tja, wenn es nicht läuft sieht man immer wie ein Amateur aus, das geht momentan auch anderen Leuten so sie deutlich bekannter sind.

      Wenn man ein Portfolio mit ca. 40 Werten mit relativ begrenzten Resourcen managed, hat man immer ein paar Werte die man (noch) nicht so tief analysiert hat. Zudem haben sich “unsere” Resourcen gerade auf eine Person reduziert.

      nni

    • Vielleicht noch eine Anmerkung dazu: Die Werte selber haben wir uns natürlich schon angeschaut und die sind m.E. fundamental deutlich überbewertet.

      Der “fundamentale” Fehler ist und war nicht zu erkennen, dass analysten momentan jeder Firma die irgendeine Art von Abonementen Modell vorweist, beliebig hohe Gewinn Multiples zuzugestehen. Das haben wir unterschätzt.

      Zu shorts allgemein: klar ist die risiko/return relation auf den ersten blick schlecht, dafür ist die trefferquote in der Regel aber relativ hoch.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.