Heute ist ein guter Tag

um die etwas voreilig gekauften RWE Aktien wieder zu verkaufen.

Zum Xetra VWAP von 27.33 EUR pro Aktie macht das dann 5,82% Verlust.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich hier wider besseres Wissen zu einem Spontankauf ohne intensive Recherche hinreissen habe lassen. Hauptargument war ja die in der Vergangenheit ordentliche Cashflow Generierung, aber gerade bei RWE bin ich mir wg. Atom “Aus”, CO2 Steuern, Gasverträgen etc. nicht sicher, ob man hier “Reversion to the mean” unterstellen kann. Der negative Tangible Book trägt noch weiter zu meinem Störgefühl bei.

Fazit: Bei dieser Bauchentscheidung bin ich nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Wenn man ein relativ konzentriertes Value Portfolio fährt, sollte man weniger mechanisch oder aus dem Bauch raus agieren, sondern wirklich nur nach intensiver Analyse investieren.

Edit: Cash Qoute jetzt wieder bei 12,5%.

9 comments

  • mainfirst heute zur aktuellen thematik der versorger:

    – costs for nuclear power plant deconstruction of €18bn? = no problem / EU Commission raided offices because of alleged gas market obstructions

    Arthur D. Little has published a study which assesses the costs for the decommissioning of the 17 nuclear power plants in Germany at €18bn. This consists of €4bn of cool-down costs and 14bn for the actual decommissioning
    Total installed nuclear capacity in Germany is 20.4GW, of which E.on owns 44% and RWE 30%, which would imply costs of €7.9bn for E.on and €5.4bn for RWE – this compares for respective provisions of €9.9bn on E.on balance sheet and €4.5bn at RWE (RWE using different discount factors, so direct comparison is not possible)
    è We would not disagree with the estimated of €18bn, but note that E.on has rather over-reserved for the decommissioning – another reason to prefer E.on over RWE, next to lower valuation, better business mix, stronger balance sheet ratios and now capital increase ahead – Buy E.on, pt €21, Neutral on RWE
    Elsewhere: The EU Commission raided offices of E.on, RWE and other companies because of alleged obstruction to free gas markets due to special contract clauses in import contracts with Gazprom. (which would forbid further reselling of imported gas) è Hard to see any financial fine for the resellers from such contracts, but Gazprom may be fined in the end

  • Hallo Winter,
    wie gesagt bin ich mir bei RWE relativ sicher, dass “reversion to the mean” hier nur eingschränkt funktioniert. M.E: ändert sich das “Geschäftsmodell” der Deutschen Versorger sehr stark.

    Ein weiteres Risiko ist die hohe Verschuldung. Wenn man Pech hat, fliesst zukünftig ein größerer Teil des Cash in die Schuldentilgung

    EON finde ich gefühlsmässig interessanter, weil sie die solidere Bilanz haben und m.E. Potential für einen “activist investor”.

    Wie gesagt, ich möchte einfach vom Prozess her nicht mehr spontan in Unternehmen investieren, von denen ich nicht hundertprozentig überzeugt bin. Vielleicht stellt sich noch raus, dass RWE ein tolles Investment ist wenn man es sich genauer anschaut, auf die Vergangenheitswerte darf man aber hier nicht unbedingt setzen.

    MMI

    • “Ein weiteres Risiko ist die hohe Verschuldung. Wenn man Pech hat, fliesst zukünftig ein größerer Teil des Cash in die Schuldentilgung”

      Interessanter Punkt! Eine Frage, die mich immer mal gewurmt hat. Ist es ein Unterschied, ob der freie Cashflow nach Zinstilgung (FCFE) zum Schuldenabbau genutzt wird oder dem Anleger ausgezahlt wird? Mal ganz banal: Enterprise Value = Equity + Debt -> Mein Equity-Anteil als Anleger sollte sich doch mit dem Schuldenabbau erhöhen oder?

      Gruss Frank

  • Ich finde eher den Verkauf die Fehlentscheidung. Die aktuellen Prognosen von RWE selbst lassen doch ordentliche Gewinne und Dividenden erwarten, inkl. der bereits bestehenden Probleme! Erwartet wird nur eine Dividendenkürzung in der Zukunft von 2,38 auf 2,18 Euro, das ist immer noch 8% auf den aktuellen Kurs.
    Ich habe RWE selbst nicht und kaufe sie auch erst wieder unter 22 Euro, wenn ich wieder die 10% Dividende erhalte. Nicht vergessen: Wenn sie wieder zu den früheren Gewinnen und Cashflows zurückkehren könnten, dann wäre RWE ein Vervielfacher. Darum geht es aber gar nicht, es genügt, wenn sie das jetzige, niedrigere Niveau aufrechterhalten können. Falls nicht, dann sind sie auch nicht überbewertet, da müßte der nachhaltige Gewinn schon sehr stark zurückgehen.

    Ich habe dafür Eon gekauft (zu teuer für 15,80 Euro), mit der ich jetzt im Plus bin. Was würdest Du damit machen? Weiter halten? Ich überlege, sie jetzt zu verkaufen, und in RWE zu tauschen, wenn die wieder entsprechend billig sind. Mir geht es vor allem um die nachhaltige Dividende, nicht als Value-Investment im Sinne einer Kurssteigerung. Bei den Energieversorgern sehe ich im Ausland, insb. im Hinblick auf die Dividendenbesteuerung keine bessere Alternative.

  • PS: Ich hab im Depot noch zwei kleinere Positionen mit erheblicher Schieflage.. Praktiker (@7) und Groupo Prisa (@2) ..eigentlich wäre mal ein Beitrag dazu notwendig.. welche Varianten gibt es mit dem Umgang von tiefroten Positionen (double down, verkauf, etc) und wie erfolgt ein geschicktes Position sizing (kelly kriterium, riskobasiert etc.) und wie baut man geschickt positionen auf (scale in? alles auf einen rutsch?) ..nur so als anregungen was einem armen kleinen anleger vielleicht helfen könnte 😉

    • hallo Frank,

      ich bin kein Experte in “Position Sizing”, aber ich versuche mal einen Beitrag die nächsten Wochen zu erstellen.

      Generell ist für mich bei “Tiefroten” Positionen folgende Vorgehensweise hilfreich:

      – hat sich etwas am Geschäft, in der Branche etc. grundlegend geändert, was den intrinsischen Wert verändert ?

      Wenn ja, dann verkaufen ohne Rücksicht auf Verluste.
      Wenn nein, dann halten. Wenn man sich ganz ganz sicher ist (High conviction) aufstocken.

      MMI

      • Vielen Dank für deine Hilfe!

        “Experte” im Vergleich zu mir in jedem Fall 😉 Eine andere Meinung zu solchen wichtigen Themen zu lesen, die sonst kaum behandelt werden, finde ich extrem hilfreich!

        Gruss Frank

  • Klasse Beitrag! Das zeigt stärke, wenn man auch Fehlentscheidungen revidiert und entsprechend dokumentiert. RWE war bei mir auch so eine Fehlentscheidung (-10%). Es lockte damals die Dividendenrendite, sowie die irritierenden Insiderkäufe 😉 ..aber wenn man sich die Bilanz von RWE anschaut, den Ausblick und das miserable Management, sowie die politischen Eingriffe.. Echt unkalkulierbar 😉

  • Respekt, eigene Fehlentscheidungen eingestehen kann nicht jeder!
    Stand bei RWE vor einiger Zeit auch kurz vor einem Spontankauf, habe es dann aber glücklicherweise gelassen. Hab derzeit keine Ahnung wie ich die großen Energieversorger einschätzen soll…

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