Praktiker – Restrukturierungsplan

Ich hatte in den vergangenen Monaten ja diverse Posts zu Praktiker gschrieben mit dem Resultat, dass aufgrund der hohen Verschuldung und der Mietverbindlichkeiten kein “Margin of Safety” erkennbar war.

Insbesondere die Cashflow Problematik hat die Handlungsfähigkeit der Firma extrem eingeschränkt.

Mein Votum nach den Halbjahreszahlen war:

Zwischenfazit: Insgesamt darf man also mit weiteren „Sondereffekten“ rechnen, sollte ein neuer CEO mal anfangen aufzuräumen und unprofitable Standorte zu schliessen. Auch die Marge dürfte unter dem Lagerverkauf und den dazu notwendigen Sonderaktionen im 3ten Quartal deutlich leiden.

Jetzt ist der neue Chef Thomas Fox mit seinem Sanierungsprogramm an die Öffentlichkeit gegangen. Da ich kein Sanierungsexperte bin, kann ich relativ wenig zum Inhalt sagen,aber generell macht es sicher Sinn, nur eine Zentrale zu haben und unprofitable Standorte zu schliessen.

Interessant ist diese Aussage aus einem FTD Artikel:

Konkret will er in den kommenden Wochen mit Arbeitnehmern, Vermietern und den Kapitalgebern, die eine Praktiker-Anleihe gezeichnet haben, über einen Verzicht verhandeln. Die Höhe des Verzichts wollte er nicht benennen. “Ich habe für jede Gruppe sehr genaue Vorstellungen”, sagte er dazu lediglich. Einigen Vermietern drohte er außerdem mit dauerhaften Einschnitten oder Kündigungen, weil ihre Mieten überhöht seien.

Das ist doch sehr interessant. Ich bin zwar kein Distressed Debt Spezialist, aber solange Praktiker keine Insolvenz anmeldet gibt es keinen Grund für Anleihegläubiger auch nur einen Cent nachzulassen. Insbesondere da die Anleihe ja die durchaus werthaltige “Change of Control” Poison Pill besitzt.

Praktiker will ja 300 Mio investieren, die Aussagen im Conference Call zur Finanzierung waren sehr vage.

Ohne eine klare Vorstellung der Refinanzierung ist meines Erachtens auch die Anleihe nach wie vor “uninvestierbar”. M.E.ist auf jeden Fall eine massive Kapitalerhöhung unvermeidbar, wahrscheinlich dazu noch eine Wandelanleihe o.ä.Auf jedne Fallwerden die Aktionäre nch weiter verwässert werden, insofern ist der Kursrückgang der durchaus gerechtfertigt.

Interessant ist die Tatsache, dass nach der Veröffentlichung des Plans der Kurs zuerst gestiegen ist, um dann nach dem Call wieder stark zu fallen.

Das ist aber m.E. kein Wunder, der CFO macht meines Erachtens keine gute Figur und fasselt nur allgemein daher,man hat nicht das Gefühl dass man das Thema Finanzierung wirklich im Griff hat.

Merke: nicht nur Berichte lesen sondern auch die Calls anhören.

Fazit: Die Aktie ist m.E. nach wie vor für Valueinvestoren nicht investierbar, es dürfte noch eine signifikante Verwässerung durch Kapitalerhöhung bevor stehen. Die Anleihe selbst könnte bei einem wirklich geringen Preis (unter 50%) interessant sein werden.

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