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Draeger Genußschein – die billigste Medizintechnik Aktie der Welt !!!!

Mal schauen ob die reisserische Schlagzeile den Kurs hochbringt, aber Spass bei Seite.

Draeger hatte ja wie gestern berichtet eine Anpassung der geplanten EBIT MArge nach oben gemeldet, die genaue Meldung findet sich hier.

Die erste Satz der Meldung lautete wie folgt:

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA erwartet für das Geschäftsjahr 2011 ein besseres Ergebnis als bisher prognostiziert. Das Unternehmen rechnet nun – unter der unveränderten Annahme eines leichten Umsatzwachstums – mit einer EBIT-Marge von 8,0 bis 9,5 Prozent (bisher 7,5 bis 8,5 Prozent).

Nachdem im letzten Jahr die EBIT Marge bei 8,9% lag und der Umsatz fast stabil ist würde ich das mal so übersetzen: Der EBIT bei Dräger wird vmtl. auf Vorjahreshöhe oder leicht darüber liegen.

EPS waren im letzten Jahr 6,19 EUR. Auf diesen “Schock” hin haben einige Analysten Ihre EPS Ziele gleich mal nach oben gesetzt, so z.B. WestLB von 5.39 EUR auf 6,33 EUR und die Commerzbank gleich von 4.69 EUR auf ebenfalls 6,33 EUR.

Das erklärt natürlich auch den mehr als 10% Sprung der Aktie. Auf Basis dieser Zahlen sieht die Aktie mit einem P/E von 14,5 nicht teuer aus.

Wir hatten ja in einem früheren Posting schon mal darauf hin gewiesen, dass man ökonomisch eigentlich “fully diluted” rechnen sollte.

Zur Erinnerung: Behandle ich die Genußscheine wie 10 Vz. habe ich folgende Aktienanzahl:

10,16 Mio Stämme
6,35 Mio „echte“ Vorzüge
11,41 Mio „virtuelle“ Vorzüge

Damit ergeben sich als “Diluted Earnings” ungefähr (6.33x(10.16+6.35)+10)/(10.16+6.35+11.41)= 3,74 EUR pro Aktie für 2011. Dann wären die Vorzüge mit einem KGV von 23.5 recht sportlich bewertet.

Theoretisch kann man das natürlich auch aus Sicht des Genußscheins rechnen: für knapp 180 EUR bekomme ich 10×3.74 oder 37,4 EUR Gewinnanteil. Das macht ein KGV für den Genußschein von schlappen 4,8 !!!

Fazit: Damit dürfte die Überschrift wieder stimmen, der Genusßschein ist mit einem KGV von 4.8 wohl tatsächlich eine der billigsten (profitablen) Medizintechnikaktien der Welt. Heisst halt blöderweise “Genußschein”.

Newsflow – kein schöner Tag (Fortum, Dräger)

Zwei mal Nachrichten zu unseren Portfolio Werten:

Fortum:
Hat heute Halbjahreszahlen gemeldet. Lag anscheinend unter den Erwartungen der Analysten und es ging dann gleich bis auf knapp unter 18 EUR runter. Das Ergebnis war von Sondereffekten geprägt, die aber alle POSITIV waren. Der Wachstumstreiber Russland läuft wohl gemäss den Erwartungen- Aus Value Sicht kein Handlungsbedarf.

Draeger:
Draeger hat heute die Guidance fr die EBIT Marge für das Gesamtjahr erhöht. Der Kurs der Vorzugsaktie ist in der Spitze um deutlich über 10% gestiegen, die Genußscheine nur um 2%. Das ist natürlich nicht gerade gut für unsere Vorzüge Short / Genußschein long Strategie. Fundamental hat sich aber an der Einschätzung zum eklatanten Misspricing nichts geändert.

Draeger Genußschein Ausgleichszahlung & relative Entwicklung zu den VZ

Da lagen wir ja mit unserer Erwartung für die Ausgleichszahlung nicht schlecht.

Lt. Bekanntmachung zahlt man:

Da die Hauptversammlung der Ausgabe neuer Genussscheine nicht zugestimmt hat, zahlt Dräger zusätzlich zur Ausschüttung auf die Genussscheine am 9. Mai 2011 für jeden Genussschein der Serie A eine Barabfindung von 5,48 Euro, der Serie K von 5,51 Euro und der Serie D von 5,53 Euro, jeweils zuzüglich 0,25 Euro Zinsen.

Wir hatten ja geschrieben, dass wir rein ökonomisch mit folgendem Wert zuzüglich zum damaligen fairen Wert des Bezugsrechts rechnen:

Was hier ökonomisch fehlt sind die Kosten die dem GS Inhaber durch die Vorfinazierung entstanden sind. Man könnte jetzt nochmal streiten ob das Fremdfinanzierungskosten wären oder Opportunitätskosten, aber eine zusätzliche Kompensation wäre angebracht. Allerdings wäre ein fairer Betrag maximal was in der Range von 2-10% pa. auf das Bezugsrecht oder 0,10 EUR bis 0,55 EUR und damit nicht in der Größenordnung von der viele andere träumen.

Mit den 25 Cent ist man damit etwas in der unteren Hälfte der Range aber dennoch ist das aus unserer Sicht ein “fairer” Wert. Sicher gibt es Stimmen, die Ihre 33 EUR und mehr haben wollen, die Kursentwicklung nach dem Abschlag heute aber zeigt, dass die Markt schon richtig eingschätzt hat.

Entscheidend ist unserer Meinung wie schon angemerkt, ob es einen kollektiven Anspruch der Genußscheininhaber auf unveränderte Gewinnbeteiligung an der Firma gibt. Als Nichtjuristen würden wir dies aber in Frage stellen, aus dem Prospekt kann man das nicht herauslesen.

Anbei nochmal grafisch (und um das neue Google Interface zu testen) die Entwicklung der Genußscheine relativ zu den Vz Aktien inkl. des 52 Wochen Durchschnitts seit Dezember 1998:

Schon interessant, wie eng sich die Entwicklung des Verhältnisses am 52 Wochen Durchschnitt “orientiert”, mit gutem Willen kann man allerdings jetzt eine steigende Tendenz erkennen. Mehr dazu aber in einem folgenden Beitrag