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Book Review: Red Capitalism

Die zweite Urlaubslektüre:

Eines vorweg: Das Buch ist nicht besonders gut geschrieben, aber die Inhalte sind dennoch so interessant, dass man es schnell durch liest.

Im Kern geht es im Buch um die Rolle der großen 4 Banken (ICBC, BOC, ABC, CCB) in der chinesischen Wirtschaft. Obwohl mittlerweile ja alle 4 großen Banken börsengelistet sind, hat man es nach Meinung der Autoren nicht mit Banken im eigentlichen Sinn zu tun, sondern nur mit dem verlängerten Arm des Chinesischen Finanzministers.

Das Buch unterlegt die folgenden Kernthesen mit vielen Fakten:

– die Banken werden nicht nach westlichen Maßstäben geführt sondern sind nur Mittel zum Zweck
– aufgrund der hierarchischen Stellung der CEOs sind die Banken quasi sowohl Befehlsempfänger der Chinesischen Regierung wie auch der großen staatlichen Unternehmen
– ein großer Teil der Darlehen der Banken sind Bad Loans, v.a. an die Regionalregierungen die nie zurückgezahlt werden
– das chinesische Finanzsystem beruht auf dem ständigen “Recycling” von Bad Loans, die man solange verpackt bis man es nicht erkennt
– Die chinesischen Banken waren Anfang 2000 alle Pleite und wurden durch eine Reihe von Ringtransaktionen letztendlich mit Ihren eigenen Schrott Assets wieder kapitalisiert
– echte Reformbemühungen seit Mitte der 90er Jahre sind 2005 ins stocken gekommen, weil die progressive Zentralbank gegen das “konservative” Finanzministerium verloren hat
– seit 2005 geht der Trend weder in Richtung Verstaatlichung, die Aktienemissionen waren nur ein Mittel um Drittgelder zur Sanierung des maroden Finanzwesens durch das “klamme” Finanzministerium zu bekommen
– der Mythos des reichen Chinesischen Staates (durch die hohen Devisenreserven) ist ein Mythos. Jedem Dollar Reserven stehen schon entsprechende Remnimbis gegenüber. Eine “nochmalige” Verwendung um z.B. bad Loans der Regionalregierungen abzulösen führt unweigerlich zu Inflation

In einer kleinen Seitenbemerkung wird auch erklärt, dass viele Chinesische Unternehmen Aktienkapital als “kostenloses” Kapital ansehen, weil man dafür keine Zinsen zahlen muss und es nicht fällig werden kann.

Zu der These, dass der Trend Richtung wieder stärker Richtung Verstaatlichung geht, passt diese aktuelle Meldung wie die Faust aufs Auge:

BEIJING (Dow Jones)–Industrial & Commercial Bank of China Ltd. (1398.HK) and Agricultural Bank of China Ltd. (1288.HK) said Monday that Central Huijin Investment Ltd., an investment arm of China’s sovereign-wealth fund, bought shares in the banks on the Shanghai market.

Central Huijin bought 14.58 million ICBC shares, said ICBC, the country’s largest bank by assets. It now holds 35.43% of ICBC’s total issued share capital.

AgBank said Huijin bought 39.07 million of its shares in Shanghai, representing approximately 40.0374% of its total issued share capital, up from 40.0254%.

The statements were posted on the Hong Kong Stock Exchange website. The purchases were all made in Shanghai.

Huijin also said it intended to continue raising its stake in AgBank on the secondary market over the next 12 months, AgBank said.

Huijin said in a statement earlier Monday it bought shares in ICBC, AgBank, Bank of China Ltd. (3988.HK) and China Construction Bank Corp. (0939.HK) and that it would continue to do so.

Wenn man das Buch gelesen hat weiß man, dass “Huijin” kein “Sovereign Wealth Fonds” ist sondern eher sowas wie die Deutsche SOFFIN, als das Vehikel das geschaffen wurde um Anfang 2000 die damals gerade Pleite gegangenen Chinesischen Banken durch eine Reihe Ringtransaktionen zu “kapitalisieren”.

Fazit: Das Buch vermittelt einen interessanten Einblick in die byzantinische Struktur der Chinesischen Wirtschaft. Es mag Confirmation Bias sein, aber für mich unterstreicht das nur die These dass man in Chinesische Unternehmen einfach nicht investieren kann.

Game Over Bei Sino Forest – Gedanken zu Shortselling & Auswirkungen auf Value Investoren

Letzte Woche hatte die Kanadische Börsenaufsicht quasi “den Stecker gezogen” bei Sino Forest.

Ich hatte ja diverse Male darüber berichtet. Was den Fall besonders interessant macht ist die Tatsache, dass wirklich bekannte Investoren sich hier die Finger verbrannt haben.

John Paulson, bei dem es dieses Jahr eh nicht gut läuft ist ja immerhin direkt nach dem Muddy Waters Bericht ausgestiegen.

Daraufhin meinte z.B. die große Fondsgesellschaft Wellington und ein Australischer Milliardär namens Chandler, dass sie schlauer sind und hatten trotz der recht begründeten Vorfälle erst richtig aufgestockt.

Interessant auch die bei Zerohedge veröffentlichte Liste der Analysten Ratings, wo doch auch einige namhafte Analysten noch sehr positiv gestimmt waren:

Kommen wir nun zu den Shortsellern. Den Stein ins Rollen gebracht hat ja Carson Block von Muddy Waters mit einem Bericht vom 2. Juni.

Bis dahin gab es keine Anzeichen. Die “Beteiligten” bei Sino Forest sind alles Top Adressen. Wirtschaftsprüfer ist Ernst & Young, einer der Big 4, die Gesellschaft hatte ein Rating von S&P und Pöyry, eine namhafte international Agrar-Beratung hat die (Phantom-) Wälder bewertet und ein Aufsichtsrat ist immerhin auch Aufsichtsratchef bei Glencore.

Wenn das Ganze mal vorbei ist, werden alle Beteiligten wohl sagen, dass sie nichts dafür konnten und vom Management von Sino Forest betrogen worden sind. Vielleicht ist das auch so. Allerdings haben alle eines gemeinsam: Solange der Betrug lief, haben alle kassiert. Die Prüfer, die Berater, die Investmentbanker und auch der Aufsichtsrat. Solange die Gebühren fliessen, hat auch keiner ein Interesse unangenehme Fragen zu stellen.

Echte Konsequenzen hat das auch in den wenigsten Fällen. Bei den Chinesischen Firmen ist noch die Besonderheit, dass der lokale CEO in China nichts befürchten muss, für einen Betrug im Ausland wird meines Wissens in China niemand belangt.

Interessant ist es auch, wenn man mal die Motivation der Anleger nachvollzieht. Jemand der die Aktie gekauft hat, will ganz sicher auch nichts von Betrug wissen, sondern am liebsten seine Aktie mit einem dicken Gewinn an einen anderen (Nichstahnenden) weiter verkaufen.

Der einzige, der wirklich Interesse an der Aufdeckung eines Betrugs hat, ist nur der Shortseller. Er allein profitiert, wenn er einen Betrug aufdeckt und seine leer verkauften Aktien billig zurückkauft.

Für viele ist das “verwerflich”, weil er ja so quasi am “Leid der Betrogenen” verdient. Auf den ersten Blick stimmt das ja, aber auf den 2ten Blick sollte man sich vielleicht fragen:

– verhindert er denn nicht, dass noch weitere Leute betrogen werden ?
– was ist mit denen, die vorher die Aktie gepushed haben und ahnungslose Anleger durch Kaufempfehlungen zum Kauf verleitet haben ?
– sind da nicht auch viele Anleger, die bewusst zocken obwohl sie etwas vermuten ? Ist man schuldig wenn man weiss das es Betrug ist und seine aktien noch schnell an einen weiter verkauft der das nicht weiss ?

Shortseller sind immer die einfachsten Ziele wenn die Aktien fallen. Ganz besonders Bank CEOs sind ganz schnell bei der Hand, den bösen “Shorties” die Schuld zu geben. Von der Politik wird das auch immer dankend aufgenommen, Hauptsache man hat einen Schuldigen. Relaitv typisch auch die Forderung des Deutschen Wirtschaftsministers Rösler, der anscheinend innerhalb weniger Wochen vom Gesundheitsexperten zum Finanzmarktspezialisten mutiert ist.

Stabilität in den Finanzmärkten erzielt man m.E. nicht mit dem Verbot von Short Selling, ganz im Gegenteil. Das Problem sind ja die vorhergehenden Blasen. Wie wir am Fall von Sino Forest sehen, sind die Interessenlagen so gestrickt, dass trotz aller Kontrollen nur ein Shortseller eine echte Motivation hat, eine Überbewertung oder einen Betrug aufzudecken.

Zwischenfazit: Selbstverständlich sind auch Shortseller keine “edlen Ritter”, sie sind aber m.E. einfach nur Kapitalmarktteilnehmer wie viele andere, mit einer sehr sehr wichtigen Funktion. Ein Verbot von Short Selling würde vermutlich eher das Gegenteil von Stabilität bringen, weil sich dann der Blasenbildung kaum jemand entgegen setzen würde.

Für den Privatinvestor gilt meiner Meinung nach Folgendes:

– man darf sich keinesfalls auf bekannte Namen verlassen, egal ob auf Investorenseite, Analyse, Rating oder Wirtschaftsprüfer
– wenn etwas zu gut ist um wahr zu sein (3er KGV, riesiges Wachstum, Berge von Cash etc.) ist es meistens nicht wahr
– wenn man etwas nicht versteht und es nicht wirklich erklärt werden kann, ist die Gefahr groß, dass es nicht wahr ist
– schon leiseste Anzeichen von Unsauberkeiten im Accounting können jede “Margin of Safety” in einem Investment zu nichte mache
– als Value Investor kann man die Analysen von bekannten Short Sellern nutzen, um zu erkennen ob es prinzipielle Probleme in einem Unternehmen, Sektor oder Land gibt, die eine Margin of Safety gefährden.
– als Konsequenz sind für mich z.B. China Werte mit Auslandslisting grundsätzlich uninvestierbar, ganz egal wie billig die Werte optisch sein mögen

Fazit: Short Seller haben meines Erachtens eine sehr wichtige Funktion. Als Valueinvestor kann man deren Analysen gut verwenden um die “Margin of Safety” in den eigenen Investments kritisch zu hinterfragen

Asian Bamboo – ganz kurzer Blick auf die Quartalszahlen Q2 2011

Asian Bamboo ist ja nicht mehr als Short im Depot, dennoch ein kurzer Blick in den Q2 Bericht.

Ohne jetzt genauer auf die Zahlen einzugehen fällt Folgendes auf:

– der ursprüngliche Wachstumsplan für neue Plantagen wurde kassiert, das hängt wie schon beschrieben mit dem nach wie vor stark negativen Free Cashflow zusammen

– entgegen den Ankündigungen in Q1 wurde in Q2 quasi noch kein Umsatz mit Bambusfasern generiert

Das Geschäftsmodell bei den Bambusfasern selber scheint sich auch geändert zu haben:

Im Q1 Report stand noch folgendes:

The Company has increased its involvement in the bamboo industry value chain through the production of Acetified Dissolving Bamboo Pulp (“ADBP” or “bamboo fibre”). ADBP has a wide range of applications

Jetz im Q2 Bericht plötzlich das hier:

We are selling bamboo trees at market prices to Zhongzhu and buying bamboo fibre, which is produced based on our requirements. This is a cost effective arrangement which gives us complete flexibility for the future.

D.h. man wird jetzt vom potentiellen Bambusfaserproduzenten wieder zum Lieferanten und Händler. Ich glaube viel mehr muss man zu diesem Thema gar nicht mehr sagen, das erinnert schon ziemlich stark an das Sperrholzplatten Fiasko.

Interessant dürfte noch sein sein, wann denn die “Analysten” Ihre Ergebnis und Kursprognosen der Realität anpassen.

Fazit: Die aktuellen Entwicklungen sind nicht wirklich überraschend. Wie üblich folgen den großen Ankündigungen eher geringe Taten. Immerhin hat das Management die Geschäftspläne ein wenig stärker der Realität angepasst, die Glaubwürdigkeit dürfte aber dadurch stark gelitten haben.

Sino Forest Update & Asian Bamboo Glaubwürdigkeit wieder herstellbar ?

Sino Forest:
Nachdem John Paulson ja ohne Rücksicht auf Verluste seine Position geschlossen hatte, gab es am Tag darauf eine offensichtlich gefakte Meldung, dass Muddy Waters Gründer Carson Block angeblich von der SEC wegen Kursmanipulation angeklagt wurde.

Auf Bloomberg gibt es noch einen ganz interessanten Artikel zu einem US Value Investor, der ebenfalls stark in Sino Forest investiert war..

Christopher Davis, a value investor who researches stocks and holds them for long periods, owned 13 percent of the Chinese tree-plantation owner as of April 29 through his Tucson, Arizona-based Davis Selected Advisers LP. The value of that stake has since dropped 92 percent, or more than $600 million, as Muddy Waters LLC, an investment firm run by Carson Block, said Sino-Forest overstated its timber holdings.

Bei Asian Bamboo haben wir wohl unseren virtuellen Short zu früh aufgelöst. Die Aktie fällt weiter wie ein Stein.

Dagegen hilft auch eine Erhöhung des Rückkaufprogramms auf 300K Aktien nicht und auch die eher Homöopatischen Rückkäufe des CEOs.

Es kommt immer wieder die Frage auf, was Asian Bamboo tun könnte, um Anleger von der Werthaltigkeit des Geschäftes zu überzeugen. Aus unserer Sicht könnten z.B. folgende Punkte dazu beitragen:

+ der CEO reinvestiert einen signifikaten Teil seiner Verkaufserlöse aus den letzten Jahren in die Aktie. In 2010 hat er ja mal schöne 31 Mio EUR ausgecasht, da könnte er doch locker mal 10-20 Mio wieder reinvestieren. Das könnte wirklich Vertrauen schaffen. Die 1000 Stück Meldungen dagegen sind einfach nur lachhaft.

+ es gibt “full disclosure” über die offenen Punkte (siehe unsere Frageliste)

+ zusätzlich wäre insbesondere Einblick in die Pachtverträge hilfreich und offizielle, nachprüfbare Bestätigungen über den Plantagenbesitz notwendig. Das Beispiel Sino Forest hat gezeigt, dass lustige Ausflüge mit Analysten und bunte Bilder im Geschäftsbericht nicht ausreichen, weil an einem Baum (oder Bambus) ja kein Eigentümerschild klebt.

Fazit: Asian Bamboo wird es weiter schwer haben. Ohne nachprüfbare Fakten zum Besitz der Plantagen und den offenen Bewertungsproblemen wird das Papier wahrscheinlich zum “Zockerwert” degenerieren. Da hilft auch das gebetsmühlenartige wiederholen der Prognosen nicht viel. Jetzt wären handfeste Beweise oder “Taten” gefragt.

Powerland AG – Wieviele Taschenhersteller mit diesem Namen gibt es in China eigentlich ?

Nur mal aus Spass gegoogelt.

Bei “unserer” Powerland AG steht folgendes im Impressum:

Company history

Powerland has a successful corporate history. Founded in 2003 as Powerland Fujian, the company initially manufactured textile goods before it started manufacturing synthetic leather goods in 2005 with the incorporation of Powerland Guangzhou.

Based on his many years of experience in the sale of bags, the company’s owner, Mr. Shunyuan Guo, turned his attention to luxurious genuine leather goods in 2007. In the same year, Powerland kicked off the collaboration with the Italian design company, Studio Francesco Turchi, led by Mr. Francesco Turchi, a former director of production of Gucci. Francesco Turchi is a star designer who has worked with a number of outstanding international luxury fashion brands.

In 2008 the company started the distribution of its high value leather goods under the brand name “Powerland”, accompanied by an elaborate marketing campaign. By 2010 almost half of Powerland’s sales were generated by the Luxury Segment.

Mit einer Google recherche findet man das hier:

Brief Introduction

Powerland Group established in 1989 in Fujian China. Being a leading designer, manufacturer and exporter of quality fashion accessories, we have filiales or offices spread around the world, including in Italy, South Africa, Brazil, Dubai, Australia, China, and so on. And our customers are from different countries and areas, such as Europe, America, South East Asian Nations, Middle East and Asia.

As one filiale of Powerland Group, Guangzhou Powerland Bags & Leathers Co., Ltd has an excellent design group, and focuses on design and production of fashion bags, lady bags, party bags, semi-stereotyped lady bags and so on, which manufactured with the materials of PU, semi-PU, PVC and fabric. At the same time, it owns several factories with over 10 advanced handbag production lines, hundreds of workers, and has the ability to accomplish entire arts and crafts alone. There are over 1,000, 000 pcs of perfect bags of annual production capacity.

Ist das jetzt die gleiche Firma, oder ist das eine alte Webseite oder eine andere Firma die älter ist und zufällig so heisst ? Ist die Powerland AG ein Ableger, der nur die “Luxusvariante” produziert ?

Wie so alles in China dürfte da die Aufklärung schwierig sein.

Immer wieder China – Sino Forest, Powerland, Harbin Electric& gefälschte Hühner

Weil es neben Griechenland auch weitere spannende Themen gibt, ein kurzer “Round up” zu den allseits beliebten “Red Chips”:

Sino Forest
Auf den Zeitungsartikel hatten wir ja schon verwiesen. Jetzt verlassen die “Ratten” das sinkende Schiff: Broker Dundee Securities stellt die Coverage ein, nachdem man noch vor 2 Wochen behauptet hatte:

“We are going to provide you with some information on why Muddy Waters research is a pile of crap”

Die Kanadische Zeitung hat gleich nochmal nachgelegt.

The curious transactions totalling $6-million and inked on March 7 between a Sino-Forest subsidiary with an empty office and a seller with no address highlight the bigger questions surrounding Sino-Forest’s dealings in southern China.

UPDATE:John Paulson, der größte Aktionär von Sino Forest hat alle Aktien verkauft. Der letzte macht wohl dann das Licht aus.

Powerland
Powerland ist je einer der “Deutsch Chinesen” und im April 2011 an die Börse gegangen. Nun hat eine Firma namens “Claimpicker Research” ein Analyse im “Muddy Waters” Stil veröffentlicht.

Im Research wird auf die Differenzen zwischen Chinesischer Bilanz und Deutscher Bilanz eingeganen, das scheint in der Tat aber bei jeder Chinesischen Firma ein heisses Eisen zu sein. Interessant ist der Teil bzgl. der Einbringung als Sacheinlage in die Deutsche AG, das zeigt zumindest einen gewissen Bilanz Sachverstand bei den Erstellern der Studie.

Etwas “dubios” ist die Claimpicker Seite selber, in einem FAZ Artikel steht dazu Folgendes:

Bis zum Oktober 2010 hieß die Claimpicker AG noch ooout.com Portal AG. Unter diesem Namen hatte das Unternehmen unter anderem zum größten sozialen Netzwerk für College-Studenten aufsteigen und die wichtigste Anlaufstelle bei der Jobsuche für Graduierte werden wollen. Zudem wollte man zur größten E-Commerce-Seite für chinesische Studenten im Bereich Elektronikartikel werden.

Nach einem Wechsel des Großaktionärs, in dessen Rahmen das Unternehmen „erhebliche gesellschaftsrechtliche Mängel“ einräumte und versprach, die Informationslage zu verbessern, erfolgte die Umbenennung zu Claimpicker und der Wechsel des Geschäftsmodells. Auf seinen Internet-Seiten rät das im Schweizer Kanton Zug ansässige Unternehmen Aktionären der Powerland AG, das Bestehen etwaiger Ansprüche aus dem Prospekthaftungsrecht von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen und empfiehlt dabei die bekannte Münchener Kanzlei CLLB.

Powerland selber hat natürlich alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Harbin Electric

Citron Research hatte einen Updated der Vorwürfe veröffentlicht, den Harbin postwendend mit einer erneuten Ankündigung eines Management Buyouts zu 24 USD gekontert hat. Das hattem an allerdings auch schon mal im Oktober 2010 getan. Immerhin konnte man jetzt den Kurs nochmal um 60% nach oben bringen.

Bleibt die Frage, warum ein CEO die eigene Firma zum mehr als dem Dreifachen des letzten Preises übernehmen will. Das hätte er durch gezielte Käufe auch billiger haben können. Vielleicht hat es damit zu tun, dass er vielleicht doch lieber eigentlich verkaufen will aber das ist nur eine persönliche Meinung.

Zum Abschluss noch die gefälschten Hühner:

Introducing Yuhe International:

…a supplier of day-old chickens raised for meat production, or broilers in China. Our day-old broilers are sold, through third party distributors or directly, to broiler farms and integrated chicken companies, which engage in the breeding, hatching, farming, and food processing of broilers, for the purpose of raising them to market-weight broilers.

Lt.. einer neuen Short Boutique sind angeblich die Farmen gefaked:

Our most important findings:
* We have reason to believe that YUII has misrepresented the details surrounding its acquisition of 13 breeder farms. More specifically, we believe we have compelling evidence that YUII never reached or executed an agreement with the owner of the Dajiang farms, as stated in December 2009,.

Mann mann mann, wo soll das noch hinführen, wenn die selbst die Hühner fälschen 😉

Sino Forest – Der Krimi geht weiter

Heute gab es Quartalszahlen von Sino Forest und einen “Analyst Call”.

Nach der Veröffentlichung der Zahlen und dem Kommentar des CEOs ging es dann kurzzeitig mit dem Kurs nach oben. Während der Q&A Session ging es aber schon nach unten, bei FT Alphaville gibt es sogar eine Art Live Kommentar dazu.

Dazu kam dann zeitnah auch Muddy Waters nochmal mit einem “Nachschlag” raus.

Die Lage bleibt nach wie vor undurchsichtig, dass Unternehmen selbst sagt, dass die interne Untersuchung mindestens 2-3 Monate dauern wird.

Dass das Ergebnis schlechter als erwartet ausgefallen ist und ein Verlust ausgewiesen wurde, ist da fast schon Nebensache.

So wirklich verstehe ich das Geschäftsmodell ohnehin nicht, anscheinend werden hauptsächlich nur Waldflächen “durchgehandelt”, wobei man nach wie vor nicht weiss wer die Käufer sind.

Fazit: Es wird bei Sino sicher noch einige Zeit dauern bis “Licht ins Dunkel” kommen wird. Man fragt sich aber schon, warum das Management so schleppend auf die Vorwürfe antwortet, insesondere der Verweis dass man sonst “Betriebsgeheimnisse” preisgibt hört sich nicht ganz überzeugend an.

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