Portfolio zum 05.01.2011

So wir haben jetzt 50% des Depots voll.
Zusätzlich haben wir eine Spalte “DTL = Days to Liquidate” eingefügt, bei der man erkennen kann, wieviele Tage es gedauert hat die Position aufzubauen. Die grüne Markierung zeigt an, dass die Position voll ist.

Portfolio zum 05.01.2011

edit: Medtronic schüttet heute eine Dividende von 22,5 US-Cent aus – machen 1800 Euro Dividenden.

Transaktionen 05.01.2011

Es wird weniger. Bei einigen Werten werden wir sicherlich noch etwas brauchen 😉

VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
AS CREATION TAPETEN 28.92 4581 687.15 19,872.38 €
BUZZI UNICEM SPA-RSP 5.48 431287 64693.05 354,517.91 €
VETROPACK HOLDING AG-BR 1890.91 895 134.25 253,854.67 €
BIJOU BRIGITTE MODI ACCESS 112.49 12418 1862.7 209,535.12 €
KSB AG-VORZUG 607.18 1151 172.65 104,829.63 €
FROSTA AG 19.26 870 130.5 2,513.43 €
EVN AG 12.22 124026 18603.9 227,339.66 €
WESTAG & GETALIT -VORZ AKT 18.21 1455 218.25 3,974.33 €
HORNBACH BAUMARKT AG 50.11 870 130.5 6,539.36 €
STO AG-PREFERRED 94.87 933 139.95 13,277.06 €
APOGEE ENTERPRISES INC 14.13 51102 7665.3 108,310.69 €
TONNELLERIE FRANCOIS FRERES 27.82 1367 205.05 5,704.49 €
EINHELL GERMANY AG-VORZUG 42.77 1277 191.55 8,192.59 €
WMF- WUERTTEMBERG METAL- PRF 24.08 2770 415.5 10,005.24 €
         
DEGI INTERNATIONAL 28.39 10268 1540.2 43,726.28 €
AIRE GMBH & CO KGAA 9.37 6606 990.9 9,284.73 €
IVG FINANCE BV 0 0 0 0.00 €
DRAEGERWERK AG& CO KGAA 120.63 480 72 8,685.36 €

Transaktionen 04.01.2011

Oh je – bis wir die volle Positionsgröße erreichen kann das etwas dauern…

VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
AS CREATION TAPETEN 28.75 1234 185 5,318.75 €
BUZZI UNICEM SPA-RSP 5.48 136315 20447 112,049.56 €
VETROPACK HOLDING AG-BR 1813.36 572 86 155,948.96 €
BIJOU BRIGITTE MODI ACCESS 110.94 13275 1991 220,881.54 €
KSB AG-VORZUG 614.66 1238 186 114,326.76 €
FROSTA AG 19.53 569 85 1,660.05 €
EVN AG 12.36 87446 13117 162,126.12 €
WESTAG & GETALIT -VORZ AKT 18.33 1638 246 4,509.18 €
HORNBACH BAUMARKT AG 49.94 367 55 2,746.70 €
OMV AG 31.12 761331 114200 3,553,904.00 €
STO AG-PREFERRED 94.93 716 107 10,157.51 €
APOGEE ENTERPRISES INC 14.1 99031 14855 209,455.50 €
TONNELLERIE FRANCOIS FRERES 27.94 4366 655 18,300.70 €
EINHELL GERMANY AG-VORZUG 43.01 1929 289 12,429.89 €
TSAKOS ENERGY NAVIGATION LTD 10.01 83932 12590 126,025.90 €
WMF- WUERTTEMBERG METAL- PRF 23.79 5022 753 17,913.87 €
EMAK SPA 4.33 2746 412 1,783.96 €
         
DEGI INTERNATIONAL 28.06 3414 512 14,366.72 €
AIRE GMBH & CO KGAA 9.47 502 75 710.25 €
IVG FINANCE BV 0 0 0 0.00 €
DRAEGERWERK AG& CO KGAA 119.84 2560 384 46,018.56 €
KABEL DEUTSCHLAND HOLDING AG 34.81 253229 37984 1,322,223.04 €

Opportunistic Short: Kabel Deutschland AG

Kabel Deutschland war einer der erfolgreichsten IPOs 2010: Emittiert zu 22 EUR im März 2010, Jahresendkurs 38,875 EUR macht stolze 58.5% Performance oder rund 30% besser als der MDAX im gleichen Zeitraum.

Chart 1 Jahr

13 von 18 Analysten die den Wert covern haben ein „Buy“ Rating, der Zielkurs wird ständig nachgezogen. Recht schnell wurde der Wert auch in den MDAX aufgenommen. Im Dezember meldet Fidelity, dass sie mit einem 5% Paket dabei sind.

Auf der Homepage sieht man unter „Fakten für Investoren“ für das letzte Geschäftsjahr

(Fakten) zunächst mal eindrucksvolle Zahlen: Umsatz steigt, Betriebsergebnis auch, auch das Jahresergebnis hat sich deutlich verbessert , man konnte den Verlust deutlich senken.

Aha, aber dennoch : Es wird kein Gewinn gemacht sondern Verlust

Gleich darunter Wird der „EBITDA“ mit 659 Mio. angegeben, mit einer kleinen Fussnote. Die wiederum sagt (sehr viel schlechter leserlich): „(1) EBITDA consists of profit from ordinary activities before depreciation and amortization. We calculate Adjusted EBITDA as profit from ordinary activities before depreciation, amortization, non-cash compensation, which consists primarily of expenses related to our MEP programs, and restructuring expenses. Adjusted EBITDA is a measure used by management to measure our operating performance. Adjusted EBITDA is not a recognized accounting term or measure in accordance with IFRS, does not purport to be an alternative to profit from ordinary activities or cash flows from operating activities and should not be used as a measure of liquidity.“
Springt man mal in den Geschäftsbericht des entsprechenden Jahres (Geschäftsbericht ) direkt auf Seite 70, fällt einem folgendes auf:

Irgendwie sind die konsolidierten Assets (trotz 750 Mio. Euro Immateriellen Vermögenswerten) deutlich kleiner als die Verbindlichkeiten. Ergebnis sind -1,6 Mrd NEGATIVES Eigenkapital. Das gab es zuletzt bei General Motors.

Dazu noch ein Verlust von 45 Mio. EUR aufgrund hoher Zinsbelastung. Dem negativen Eigenkapital stehen zusätzlich noch gut 3.1 Mrd. Finanzverbindlichkeiten gegenüber.

Warum diese Bilanzstruktur so gewählt ist, wird wirklich nirgends erklärt – aber was solls.

Springen wir noch mal zum aktuellen Quartalsbericht:

Es wird nach wie vor Verlust gemacht, aber etwas weniger als im Jahr zuvor. (Der betriebliche Cashflow ist relativ gut, wird aber durch Investitionen und Zinsen weitgehend aufgefressen, es konnten nur 60 Mio Verschuldung getilgt werden. Immerhin ist das Eigenkapital annähernd konstant, weil man irgendwie die Bilanzierung geändert hatte.

Soweit so gut, wir haben ein Unternehmen, dass an der Börse mit 3 Mrd EUR bewertet wird mit negativem Eigenkapital i.H. von -1,6 Mrd (inkl 700 Mio immateriellen Vermögenswerten). Warum sollte der Kurs gerade jetzt fallen ?

– die Bewertung ist mit „offiziell“ 7.4 x EV/EBITDA selbst für diesen Sektor recht ambitioniert (Comcast aus USA ist bei 6,3 und die diversen Liberties auch bei 6,4)
– der Chart sieht „angeschlagen“ aus
– der ursprüngliche PE Investor Provdence unterliegt keinem lock up mehr (lief im September 2010 aus) und wird sicherlich mal seine restlichen 40+% versilbern wollen, gut 17% hat man gleich nach Ablauf platziert

Hauptrisikofaktor von der Shortseite ist natürlich die Gefahr, dass irgendeiner auch zu diesem Preis noch Kabel Deutschland übernehmen will. Gerade in dieser Branche (siehe AOL / Time Warner) ist immer alles möglich.

Dennoch ist das Unternehmen aus fundamentaler Sicht ein klarer Short und wird mit 1% des Portfolios leer verkauft.

Portfolio zum 03.01.2011

Mit dem Start des Portfolios haben sich die ersten Probleme ergeben. Bei zahlreichen Werten konnten im ersten Rutsch wegen des geringen Volumens (VWAP siehe “Unsere Anlagephilosophie”) nur sehr kleine Positionen aufgebaut werden. Der Aufbau des Portfolios wird daher einige Tage in Anspruch nehmen.

Unter L/O/S wird markiert, ob es sich um eine Long, Opportunity oder Short-Position handelt. Ist das Feld farblich markiert, ist die Position voll ausgebaut.

Das Portfolio zum 03.01.2011

Transaktionen 03.01.2010

  VWAP VWAP VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
AS CREATION TAPETEN 28.61 706 106 3,032.66 €
BUZZI UNICEM SPA-RSP 5.46 189562 28434 155,249.64 €
VETROPACK HOLDING AG-BR 1780.76 247 37 65,888.12 €
BIJOU BRIGITTE MODI ACCESS 109.13 2464 370 40,378.10 €
KSB AG-VORZUG 601.31 240 36 21,647.16 €
FROSTA AG 19.5 6069 910 17,745.00 €
EVN AG 12.46 59397 8910 111,018.60 €
ENSCO PLC-SPON ADR 53.3 436345 65452 3,488,591.60 €
WESTAG & GETALIT -VORZ AKT 18.38 1309 196 3,602.48 €
HORNBACH BAUMARKT AG 49.51 683 102 5,050.02 €
OMV AG 31.26 268552 40283 1,259,246.58 €
STO AG-PREFERRED 93.5 3244 487 45,534.50 €
FORTUM OYJ 22.59 1343702 201555 4,553,127.45 €
APOGEE ENTERPRISES INC 13.88 64217 9633 133,706.04 €
TONNELLERIE FRANCOIS FRERES 28.08 4406 661 18,560.88 €
MEDTRONIC INC 37.36 2866222 429933 16,062,296.88 €
EINHELL GERMANY AG-VORZUG 41.96 1101 165 6,923.40 €
TSAKOS ENERGY NAVIGATION LTD 10.05 128182 19227 193,231.35 €
WMF- WUERTTEMBERG METAL- PRF 23.07 11068 1660 38,296.20 €
BENETTON GROUP SPA 5 269009 40351 201,755.00 €
EMAK SPA 4.43 6507 976 4,323.68 €
         
DEGI INTERNATIONAL 28.33 10822 1623 45,979.59 €
AIRE GMBH & CO KGAA 9.44 1525 229 2,161.76 €
IVG FINANCE BV 0 0 0 0.00 €
HT1 FUNDING GMBH 67.08 85000 12750 855,270.00 €
DRAEGERWERK AG& CO KGAA 117.86 440 66 7,778.76 €
NETFLIX 177.6799 5683995 852599.25 151,489,749.48 €

Opportunity Investment: IVG Wandelanleihe 2014/2017

Die Immobiliengesellschaft IVG AG hat, wie man am Kursverlauf schön sehen kann, deutlich bessere Zeiten hinter sich:

IVG Chart

Aus dem Höhepunkt dieser Zeit stammt auch die 400 Mio EUR schwere Wandelanleihe mit 1,75% Kupon und Laufzeit bis 2017. Der Wandlungspreis beträgt 45,65 EUR, beim aktuellen Aktienkurs von 6,56 EUR bedeutet dies, dass man die Optionskomponente getrost außen vor lassen kann.

Da die Anleihe vom Inhaber (nicht vom Emittent) per 29.3.2014 2014 gekündigt werden kann, beträgt die wirtschaftliche Laufzeit ca. 3,25 Jahre und bei einem Kurs von um die 75% die anualisierte Rendite von 11,5%. Die Höhe der Rendite erstaunt, liegen doch zum Vergleich beispielsweise Renditen für BB EUR Corporates für die gleiche Laufzeit bei nur ca. 3.5%.

Warum also diese sehr sehr hohe Rendite ?

Die einfachste Erklärung wäre natürlich, dass die Firma kurz vor der Pleite steht.

Dagegen sprechen unseres Erachtens aber folgende Punkte:
+ die Firma hat nach der Sal Oppenheim Pleite mit der Mann Immobiliengruppe (Mann Mobilia) einen starken finanzkräftigen Hauptaktionär.
+ mit gut 800 Mio EUR hat die Marktkapitalisierung wieder einen ganz ordentlichen Wert erreicht, auf der Basis könnte auch eine (für den Anleiheinhaber vorteilhafte) Kapitalerhöhung wieder Geld in die Kassen spülen
+ der nachrangige Hybridbond der IVG (Volumen 400 Mio EUR) notiert ebenfalls bei ca. 75%. Würde man von einer aktuellen Insolvenzgefahr ausgehen, müsste dieser Bonds deutlich niedriger notieren, da hier die Insolvenzquote eher bei 0% liegen dürfte

Bleibt die Frage, warum notiert die Wandelanleihe so niedrig ?Das könnte u.E. auch daran liegen:

– die Anleihe hat kein Rating. Viele Investoren (Pensionsfonds, Versicherungen) dürfen in so etwas wenn überhaupt nur sehr begrenzt investieren
– hoher Nominalwert (Kindersicherung: 100 Tsd. EUR) verhindert, dass Kleinanleger wie z.B. bei den Bankenhybrids einen Markt über die Börse machen
– das Format der Wandelanleihe ist über die letzten Jahre zunehmend unpopulär geworden, es gibt wenige “natürliche Investoren”
– der niedrige Coupon bzw. die niedrige laufende Verzinsung sorgen auch dafür, dass Buchrendite orientierte Investoren kein Interesse zeigen.
– das Handelsvolumen war die letzten Wochen sehr sehr niedrig.

Gibt es kurzfristige Katalysatoren für eine schnelle Wertsteigerung ?
Angesichts der relativ kurzen Laufzeit von 3 Jahren wird sich die Unterbewertung vmtl. “automatisch abbauen”. Wann genau kann man aber schlecht sagen. Nichtsdestotrotz sind wir bereit die Anleihe bis zur Fälligkeit zu halten.

Was sind die Hauptrisiken ?
Ein kurzer Blick in den Geschäftsbericht genügt :
– 1.25 Mrd. Eigenkapital stehen 4.9 Mrd. Verschuldung gegenüber, Davon ist ein sehr großer Batzen (2.5 Mrd. EUR) in 2011 und 2012 fällig.
– Operativer Cashflow ist nach wie vor schlecht (nach Zinsen negativ)
– die Gesellschaft ist auf Verkäufe und Verhandlungserfolg mit Banken angewiesen um die Refinanzierung zu stemmen
– Ein paar der Großobjekte (“The Squaire”) sind nicht gerade Überflieger.

Alles in allem aber kann man diese Punkte im momentanen wirtschaftlichen Umfeld vmtl. lösen. Sollte z.B. eine vorzeitige Verlängerung von Kreditlinien bekannt gegeben werden, könnte der Kurs der Anleihe auf Renditen vergleichbarer Emittenten steigen. Das wäre dann, nimmt man die Vergleichsrendite bei 4% an, ein Zielkurs von 93%.

Wir nehmen die IVG Wandelanleihe mit einem Depotwert von 3% in das Portfolio auf.

Opportunity Investment: Short Netflix (NFLX)

Seit ein paar Monaten hat der bekennende Valueinvestor Whitney Tilson mit seinem Hedgefonds T2 eine Short-Position bei Netflix. Netflix ist eine Internetvideothek, die DVD’s versendet und seit kurzer Zeit auch Internet-Streaming anbietet.

Netflix zählt mit einem Kursanstieg von über 200% in einem Jahr auf eine Marktkapitalisierung von aktuell rund 9 Mrd. USD zu einer der heißesten “Wachstumsstorys” in 2010.

Tilson begründet in einem sehr lesenswerten, ausführlichen Paper warum er (obwohl aktuell deutlich unter Wasser) an seiner Shortposition festhält und davon ausgeht, dass diese letztlich doch aufgehen wird.

Obwohl die Position reichlich Presse erhält (Antwort des Netflix-CEO auf Tilson; Antwort von Tilson auf die Antwort vom CEO; FAZ NET zum Thema) denken wir, dass die Argumentation schlüssig ist und die Chancen auf fallende Kurse erheblich größer sind als die Chancen steigender Kurse.

Vor dem Hintergrund stark erhöhter Kosten für den Content und einem KGV2010 von 66 ist Netflix ambitioniert bewertet. Daher nehmen wir eine kleine Shortposition 1-2% in das Depot auf. Sollte der Kurs unter 160 USD fallen überlegen wir, ob wir weiter aufstocken.

Im Chart ergeben sich mit negativem MACD erste Warnsignale für fallende Kurse.
NFLX

Core Value: Medtronic (MDT)

Medtronic ist eines der größten Medizintechnikunternehmen der Welt. Bei Herzschrittmachern und Defribillatoren ist das Unternehmen mit einem Weltmarktanteil von über 50% unangefochten Marktführer. Das Unternehmen erzielt seit Jahrzehnten stetig steigende Umsätze und Gewinne. Der Aktienkurs jedoch ist seit über 10 Jahren im ständigen Sinkflug. Die Marktkapitalisierung in 2010 befindet sich bei rund 40 Mrd. USD.

Mdt-Chart

Anders als der Chart suggeriert ist die Gewinn und Umsatzreihe jedoch enorm stabil.
MDT Umsatz

Gewinnreihe
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
0.90 1.05 1.21 1.40 1.63 1.86 2.20 2.41 2.60 2.72 3.14 3.41

Auch die Dividenden steigen (einigermassen) stetig:
0.15 0.18 0.22 0.30 0.28 0.24 0.36 0.41 0.47 0.81 0.60 0.86

Sie haben auch in 2010 schon ordentlich verdient Q1-Q3: ~2,40 USD –> Guidance etwas über 3 USD für 2010.
Die Guidance für 2011 liegt bei 3,45 bis 3,55 USD.
Siehe Link:

Pro’s und Contras

Für Medtronic spricht:
+ günstiges Niveau im Vergleich zur (eigenen) historischen Bewertung
+ Zukunftsmarkt (Demographie) und Marktführer. Ein Herzschrittmacher ist ein “need” kein “want”. Egal ob so ein Gerät 2.000 oder 10.000 USD kostet – man will nicht unbedingt das zweitbeste Gerät am Markt haben…
+ aktuell ganze Branche relativ billig wg. US Gesundheitsreform
+ Sentiment bei den Analysten im Marktvergleich schlecht

Gegen Medtronic spricht
– Absolut teuer unter Substanzgesichtspunkten KBV/KUV und KGV10 etc.
– Tendenz zum “Earningsmanagement”, allerdings nicht übertrieben
– Viele Akquistionen; Goodwill.
– Large Cap, sehr gut researched, wenig Möglichkeiten hier einen Vorteil zu erlangen.

In den Jahren von 2000 bis 2009 hat sich der tangible Bookvalue (also der Buchwert ohne Goodwill aus Übernahmen) nicht sonderlich erhöht. Dies liegt vor allem daran, dass Medtronic zahlreiche kleinere und größere Akquisitionen durchgeführt hat und in großem Stil Aktien zurückgekauft hat. (Aktienrückkäufe über Buchwert mindern das Eigenkapital)
Hier Transaktionen der letzten 2 Jahre.

-Ablation 225 Mio USD
-Ardian 47 Mio USD (private Equity/Venture)
-Ventor 325 Mio USD
-Core Valve 700 Mio USD
-PreciSense (nondisclosed)
-CardioMems 22 Mio USD
-Atreo Med 7 Mio CAD
-Invatec 350 Mio USD
– Axon Systems 62 Mio USD
-ATS Medical 317 Mio USD
-Osteotech 120 Mio USD
-UltraHealthcare (non disclosed)
-Ardian 800 Mio USD (pending)

Das sind in den letzten 2 Jahren Akquisitionn für ca. 2,8 Mrd USD oder ganz grob 50% des freien Cashflows. Waren die Akquisitionen nicht werthaltig – wurde also Geld der Aktionäre verbrannt. Uns gefällt diese Tatsache nicht und erklärt auch, wieso trotz relativ hohen freien CFs die Verschuldung nicht sinkt. Oftmals gehören solche “Serial Akquirers” nicht zu den besten Anlagen.

Aktien ausstehend:
akt.: 1.073
2009: 1.119
2008: 1.124
2007: 1.143
2006: 1.155
2005: 1.210

Wir haben folgende verschiedene Szenarien:

Bestcase (50%)
Umsatzwachstum 2000 bis 2010 ~ 12% p.a.
2010-2015 ~10% p.a.

Das bedeutet –> in 2015 ~25 Mrd. USD Umsatz
Umsatzmarge (2000 bis 2010: 17,5% (steigend auf 20%) = 4,375 Mrd. Gewinn, bei 950 Mio Aktien (Aktien werden in gleichem Maße zurückgekauft) = 4,60 USD Gewinn

KGV-Multiple JNJ und Co: 13
= 60
(wobei man bei einem solchen Umsatzstrom eigentlich ein deutlich höheres Multiple erwarten könnte – aber eben nicht annehmen sollte)

Midcase (30%)
Die Netto-Umsatzmargen von verschiedenen Unternehmen in der Medizintechnikbranche in den letzten 5 Jahren waren bei zahlreichen Unternehmen ähnlich stetig.

Boston Scientific: (negativ)
St. Jude Medical: ~17%
Stryker: 16,5%
Zimmer: 17,5%

–> geht man von einem stetigen Umsatzwachstum i.H. von 7% aus. (-40% Steigerung des Gewinnwachstums), dann würden in 2015 rund 22 Mrd. USD verdient. Durch die geringeren Margen wg. Gesundheitsreform und zusätzlichem Margendruck lassen wir die Margen von diesem Jahr auch um 40% auf 12,5% im Schnitt sinken.
es folgt ein Gewinn von ~ 2,75 USD bei gleichbleibender Aktienzahl.

Ein gleichbleibende Multiples: 12 würde dann einen Kurs von 33 USD bedeuten.
Dies würde in etwa gleichbleibenden Kursen entsprechen. Die Dividende wäre die einzige Rendite die der Aktionär erhalten würde.

Badcase(20%):
Wenn man den Siemens GB vergleicht, macht Siemens im Healthcare Bereich 12.4 Mrd. EUR Umsatz und 750 Mio EUR Gewinn, das Jahr zuvor haben sie bei bei 11.8 Mrd Umsatz 1.45 Mrd. Gewinn gemacht, das ist im Schnitt 6% bzw. 12% Nettomarge.
Philips zeigt 2007-2009 10.7%, 8.1% und 7.5% Nettomargen im Healthcare geschäft aus.

Aktueller Umsatz ca. 15Mrd. USD. Nettomarge pendelt sich bei 8% ein, 5% Umsatzwachstum.

Dann wäre ich in 2015 bei ca. 19.1 Mrd Umsatz und 1.528 Mrd. Gewinn bzw. 1.42 USD pro Aktie Gewinn. Bei einem 12er Multiple ein Kurs von 17 USD.

Goodwillabschreibungen könnten das Multiple auf 10 senken: ~15 USD Kurs. Zusätzlich würden Dividenden nicht mehr ausgeschüttet – um weitere Akquisitionen zu finanzieren und das Umsatzwachstum von 5% aufrechtzuerhalten…

Mischwert: aktueller Fair Value: ~43 USD

Ein Screeningmodeel kommt auf einen fairen Wert unterhalb des aktuellen Kurses. Vorallem aber wegen extrem hohen KUV/KBV und Goodwill. Das Modell kommt mit der reinen Ertragswertspekulation – die MDT unserer Meinung nach ist – nicht so gut klar.

Nichts desto trotz nehmen wir Medtronic als eine Portfolioposition in das Depot auf. Hier muss allerdings klar sein, dass es sich eher um einen günstigen “Growth-Wert” (Mit Chance auf Bestcase) handelt – als um eine klassische Valuesituation.

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