Author Archives: memyselfandi007

Abbau Short: Asian Bamboo und aktuelle Portfolio KW 24

Nach dem ganzen Debakel um Sino-Forest und einer extrem gut gelaufenen Short-Position beenden wir unsere Position in Asian Bamboo. Hierzu lösen wir gleichzeitig den letzten DAX-ETF auf. Das heißt auf keinen Fall, dass wir die Aktie jetzt kaufenswert finden! Aber nach einem Kursverlust von rund 50% ist die Sicherheitsmarge für einen weiteren Leerverkauf nicht mehr gegeben.

Wenn der Kurs mal wieder steigen sollte werden wir möglicherweise wieder eine Leerverkaufsposition einnehmen.

Name VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
Asian Bamboo 25.31 118712 17806.8 450,773.80 €

Das Portfolio liegt jetzt mehrere Wochen hinter seiner Benchmark:

Portfolio: +1,40 %

Benchmark: +3,30 %
DAX: +3,70 %
MDAX: +5,80 %
Eurostoxx: 0,92 %

Sino Forest – Der Krimi geht weiter

Heute gab es Quartalszahlen von Sino Forest und einen “Analyst Call”.

Nach der Veröffentlichung der Zahlen und dem Kommentar des CEOs ging es dann kurzzeitig mit dem Kurs nach oben. Während der Q&A Session ging es aber schon nach unten, bei FT Alphaville gibt es sogar eine Art Live Kommentar dazu.

Dazu kam dann zeitnah auch Muddy Waters nochmal mit einem “Nachschlag” raus.

Die Lage bleibt nach wie vor undurchsichtig, dass Unternehmen selbst sagt, dass die interne Untersuchung mindestens 2-3 Monate dauern wird.

Dass das Ergebnis schlechter als erwartet ausgefallen ist und ein Verlust ausgewiesen wurde, ist da fast schon Nebensache.

So wirklich verstehe ich das Geschäftsmodell ohnehin nicht, anscheinend werden hauptsächlich nur Waldflächen “durchgehandelt”, wobei man nach wie vor nicht weiss wer die Käufer sind.

Fazit: Es wird bei Sino sicher noch einige Zeit dauern bis “Licht ins Dunkel” kommen wird. Man fragt sich aber schon, warum das Management so schleppend auf die Vorwürfe antwortet, insesondere der Verweis dass man sonst “Betriebsgeheimnisse” preisgibt hört sich nicht ganz überzeugend an.

Operating Leases – Bewertung und anstehende Änderungen (IFRS 17)

Generell wird ja in IFRS nach 2 Arten von Leasing (oder Miet-) Verbindlichkeiten unterschieden:

1) Financing Lease: Hier wird der Großteil der wirtschaftlichen Risiken und Chancen des Leasinggegenstandes vom Leasingnehmer getragen, der entsprechende Leasing Gegenstand wird bilanziert ebenso wie die entsprechende Verbindlichkeit, siehe auch hier . In der GuV werden seperat die Zinskomponente wie auch die Abschreibungen ausgewiesen.

2) Operating Lease: Hier verbleibt der Großteil der Chancen und Risiken beim Leasinggeber, der Leasingnehmer bilanziert weder den Gegenstand noch die Verbindlichkeiten. In der GuV wird nur eine Aufwandsposition gezeigt.

Die Abgrenzung zwischen beiden Kategorien ist eher “fliessend”, wie man auch in den Kommentaren zum relevanten Paragraphen 17 IFRS nachlesen kann.

10. Ob es sich bei einem Leasingverhältnis um ein Finanzierungsleasing oder um ein Operating-Leasingverhältnis handelt, hängt eher von dem wirtschaftlichen Gehalt der Vereinbarung als von einer bestimmten formalen Vertragsform ab*. Beispiele für Situationen, die für sich genommen oder in Kombination normalerweise zur Klassifizierung eines Leasingverhältnisses als Finanzierungsleasing führen würden, sind:

(a) am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses wird dem Leasingnehmer das Eigentum an dem Vermögenswert übertragen;

(b) der Leasingnehmer hat die Kaufoption, den Vermögenswert zu einem Preis zu erwerben, der erwartungsgemäß deutlich niedriger als der zum möglichen Optionsausübungszeitpunkt beizulegende Zeitwert des Vermögenswertes ist, so dass zu Beginn des Leasingverhältnisses hinreichend sicher ist, dass die Option ausgeübt wird;

(c) die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes, auch wenn das Eigentumsrecht nicht übertragen wird;

(d) zu Beginn des Leasingverhältnisses entspricht der Barwert der Mindestleasingzahlungen im Wesentlichen mindestens dem beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstandes; und

(e) die Leasinggegenstände haben eine spezielle Beschaffenheit, so dass sie ohne wesentliche Veränderungen nur vom Leasingnehmer genutzt werden können.

Warum ist das nun relevant im Rahmen einer Unternehmensbewertung ?

Aus meiner Sicht sprechen einige Gründe dafür, sich das bei einer Analyse genauer anzuschauen:

A) “Äpfel und Birnen”
Wie schon in der Definition ersichtlich ist, gibt es große Spielräume Leasingverträge zu gestalten. Vergleicht man also Unternehmen, sollte an insbesondere darauf achten wenn größere (im Anhang ausgewiesene) Operating Lease Verträge bestehen, da diese die Bilanzkennzahlen verfälschen können. Insbesondere Verschuldungsquoten und Return on Assets bzw. Capital schauen “optisch” bei einem Unternehmen mit Operating Leases deutlich besser aus als bei einem Unternehemn, dass die gleichen Vermögensgegenstände auf der Bilanz hält.

B) Anstehende Änderungen IFRS 17
Vermutlich ab 2013 oder 2014 wird es nicht mehr möglich sein, Leasingverträge als “Operating Leases” einzustufen. D.h. es müssen alle Leasingverträge “On Balance” gezeigt werden, näheres dazu findet man z.B. in dieser PWC Studie.

Insbesondere der zweite Punkt legt nahe, dass man bei Unternehmen mit relativ hohen “off balance” Operating Leases schon jetzt bei einer Anslyse so tut als wären die entsprechenden Positionen auf der Bilanz.

Damit kommen wir gleich zur nächsten Frage: Wie genau analysiert man Operating Leases und welche Veränderungen auf Bewertungskennzahlen ergeben sich wenn man diese Vorgänge zurück auf die Bilanz nimmt ?

Wie fast zu erwarten, findet man ein entsprechendes Paper beim Bewertungs Guru Aswath Damodoran. Er benutzt interessanterweise das Beispiel Homedepot, eine Amerikanische Baumarktkette und kommt zu folgenden Schlüssen:

– Für alle klassischen Net Income /Equity basierten Ratios (KGV, KBV) ergibt sich erwartungsgemäss keine Änderungen
– durch die Bilanzverlängerung steigt aber der Enterprise Value
– Es gibt einen positiven Effekt auf das Operating Income
– Insgesamt gibt es aber einen negativen Effekt auf Kennzahlen wie EV/EBITDA, ROA etc.

Einen wichtigen Punkt hat der “Guru” m.E. aber unterschlagen und das ist v.a. für Retailer mit einem großen als Operating lease klassifizierten Filialnetz relevant: In den Operating Lease Verbindlichkeiten können sich signifikante “stille” Reserven oder Lasten verstecken. Ein UK Retailer der beispielsweise in den Boomjahren teure Immobilien für 10 Jahre angemietet hat kommt so schnell aus den Mietverträgen nicht mehr raus und ist damit im Nachteil zu einem Konkurrenten der jetzt billig neue Flächen anmietet.

Fazit: Die Umklassifizierung von Operating Leases “auf die Bilanz” macht v.a. Sinn, wenn man konkurrierende Unternehmen auf Basis von EV/EBITDA vergleichen will. Die reinen Net Income / Equity basierten Kenzahlen ändern sich dadurch in der Regel nicht. Allerdings sollte man sich anschauen, ob nicht stille Lasten (oder Reserven) sich in den Operating Leases “verstecken”

Lesenswertes – Kalenderwoche 22

David Winters Interview

ETFs, the next big thing and the next big blow up ?

“Abschiedsbrief”
eines Bankanalysten

Value Investing ist in China noch nicht so verbreitet, der Chinesische Investor denkt kurzfristig

Accounting Groupon Style

Wie hoch verschuldet ist China wirklich ?

Und natürlich Bronte zu Sino Forest

Kabel Deutschland zaubert eine Dividende hervor

Verteidigung von Sino (sehr schwach)

Book Review: “The Most Important Thing” – Howard Marks

Howard Marks ist Gründer und CEO von Oaktree. Oaktree ist eine sehr erfolgreiche, auf Value Prinzipien basierende Asset Management Firma mit Schwerpunkt Distressed Debt aber auch Aktien.

Das eben erschienen Buch “The Most Important Thing”

Cover H. Marks

ist eine Art “Best of” seiner Briefe an Investoren inkl. einer Strukturierung in bestimmte Kapitel.

Vom Stil her würde ich Howard Marks eher in die Kategorie “Deep Value” einordnen. Das Wort “Moat” z.B. kommt im ganzen Buch nicht vor, für ihn ist nur die “Cheapness” auschlaggebend, also wie billig bekomme ich eine Asset im Vergleich zum fairen Wert. Es gibt seiner Ansicht nach keine guten oder schlechten Aktien, sondern im Prinzip nur billige oder eben teure Aktien. Nur billig ist gut.

Die wichtigsten Punkte für echten Investemnterfolg sind seiner Ansicht nach:

– Nie mit dem “Konsensus” investieren, nur mit Ansichten ausserhalb des Mainstreams lässt sich dauerhaft Mehrertrag erzielen
– alle aktuellen Trends ignorieren
– nur dann investieren, wen ein Asset billig ist im Vergleich zum Markt
– Risiko ist nicht wirklich quantitativ messbar sondern mehr ein psychologischer Faktor
– auf jeden Fall muss “Permanent loss” des Kapitals vermieden werden, das hat oberste Priorität
– Investments sind immer zyklisch, man kann die Zyklen zwar nicht vorhersagen, man kann aber schätzen an welcher Stelle man sich aktuell befindet
– Man muss sich als Investor negativen psychologischen Einflüssen widersetzen (Gier, Angst, Neid etc.)
– Momentum funktioniert nur kurzfristig, langfristig funktioniert nur Antizyklik
– Man muss nach echten “Schnäppchen” suchen, Investments die so aus der Mode sind dass sie wirklich billig sind
– Man muss die Geduld haben, auf schnäppchen zu warten
– Man muss wissen was man nicht weiss

Generell ist seine Philosophie, dass man in guten Zeiten “nur” mit dem Markt mitschwimmen sollte, in schlechten Zeiten aber dann durch einen defensive Aufstellung die Outperformance erzielt.

Generell liest sich das Buch ganz gut, allerdings finde ich dass die einzelnen Punkte teilweise doch zu oberflächlich behandelt werden. Wie genau man z.B. Bargains finden kann sagt er nicht wirklich und es gibt auch wenig konkrete Beispiele für seine Thesen. Wenn man im Vergleich dazu das Buch “Margin of Safety” von Seth Klarmann liest, kann man sehen wie man das gleiche Thema deutlich “praxisorientierter” umsetzen kann.

Fazit: Recht kompaktes und interessantes Buch mit Schwerpunkt “Deep Value” Investing. In Teilen aber etwas zu allgemein gehalten. Erste Wahl für Deep Value bleibt nach wie vor Seth Klarmann’s “Margin of Safety”

Groupon IPO und die Frage was ist eigentlich Umsatz ?

Um eines von vorneherein klarzustellen: IPOs sind für einen Valueinvestor wie schon Graham angemerkt hat eigentlich immer ein absolutes No-No, das ist bei Groupon vermutlich nicht anders.

Interessant ist Groupon aber deshalb, weil es wieder ein Beispiel für “Accounting Shenanigns” in einem Bereich ist, in dem man es zuletzt erwartet und zwar beim Umsatz.

Im ohnehin sehr empfehlenswerten Going Concern Blog ist dazu ein ganz guter Artikel erschienen.

Kernproblem ist das hier:

Groupon accounts for its revenue differently than say eBay, and in a way that some say is misleading to potential investors. The company defines revenue as “the purchase price paid by customers.” Then there’s the issue of “the cost of revenue,” leaving the company with what it calls “gross profit,” which is “the amount of revenue we retain after paying an agreed upon percentage of the purchase price to the featured merchant.”

Here’s the thing: Many companies like eBay […], which also take a fee for transactions, would consider that “gross profit” number a “net revenue number.”

Im Klartext heisst das, wenn also ein Kunde einen Groupon Deal abschliesst, der z.B. über 100 EUR geht und Groupon davon sagen wir 30% bekommt würde Groupon trotzdem 100 EUR als Umsatz buchen. Den Teil den Ebay oder Visa als Umsatz verbuchen würden, nennt man bei Groupon dann “Gross profit”.

Da das Unternehmen ja keine Net Profits ausweist, klammern sich viele Analysten an den Umsatz als “hartes” Bewertungskriterium und der wird hier m.E. inflationiert. Das zeigt wieder einmal, wieviel Spielraum einem Accounting Regeln selbst bei so grundlegenden Dingen wie Umsatz einräumen.

Abgesehen davon scheint der Groupon IPO nicht unter einem ganz so guten Stern zu stehen. Zum einen scheinen den Jungs gerade die Emissionsbanken auszugehen, zum anderen hat der Gründer und Chairman Eric Lefkofsky eine durchaus “gemischte” Vergangenheit, bei vielen seiner bisherigen Unternehmungen stand relativ bald eine Pleite an oder es gab andere Probleme.

Zum Schluss noch ein Zitat von Graham zu IPOs das einfach zeitlos ist, egal ob Internet, Solar, China oder Social Networks:

Somewhere in the middle of the Bull market the first common-stock flotations make their appearance. These are priced not unattractively, and some large profits are made by the buyers of the early issues. As the market rise continues, this brand of financing grows more frequent; the quality of the companies becomes steadily poorer; the prices asked and obtained verge on exorbitant. One fairly dependable sign of the approaching end of a bull swing is the fact that new common stocks of small and nondescript companies are offered at prices somewhat higher than the current level for many medium-sized companies with a long market history. The heedlessness of the public and the willingness of the selling organization to sell whatever may be profitably sold can have only one result – price collapse

Fazit: Selbst bei der Verbuchung von einfachen Umsätzen scheint es einigen Spielraum zu geben. Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen die diese Spielräume offensiv ausnutzen in der Regel langfristig kein so tolles Investment sind.

Compounding Interest – Value & Growth die 2.te

Einen guten Kommentar nehmen wir gerne zum Anlass einen Kommentar als Blogbeitrag weiterzuspinnen. David hatte einige gute Gedanken zum Artikel Compounding Interest – Value & Growth geäußert, die wir gerne weiterspinnen möchten:

David:
Ich sehe dies ähnlich wie caedmon.

Ich würde die Begriffe nicht trennen, wenn selbst die besten Investoren sagen, dass das Wachstum auch immer ein Teil des Wertes sein kann. Und ich sehe es auch so, dass der Aufwand bei nicht mechanischen Strategien enorm hoch ist. Aber ich denke es ist eine Grundsatzfrage, ob man für sein Geld nur die beste Performance will, oder ob man Spaß an dem gesamten Prozess der Unternehmensbewertung und dem Investieren hat. Für mich ist es auch die intellektuelle Herausforderung und die aktive Gestaltung meines gesellschaftlichen Umfeldes (wenn auch nur ganz, ganz gering).

Aber zurück zum Eingangsartikel: Ich habe selbige Berechnung mit Excel ebenfalls schon durchgeführt um herauszufinden, welches KGV/KBV bei welchem ROC einer fairen Bewertung entsprechen würde. Ich bin allerdings zu dem Entschluss gekommen, dass ich auch die Ausschüttungsquote mit berücksichtigen muss. Ihr Model setzt voraus, dass die Renditen auch auf jeden weiteren reinvestierten Euro verdient werden können. Die meisten Unternehmen können dies jedoch oft nicht, deshalb schütten sie auch aus. Fielmann hatte z.b. in den letzten 10 Jahren eine EK-Rendite von rund 20%. Und Fielmann hat definitiv einen sehr tiefen Burggraben, sodass auf die vorhandene Struktur auch diese Margen erzielt werden können. Aber die Expansion ist bei Fielmann weniger eine Frage des Geldes, sonder der qualifizierten Mitarbeiter. Dadurch könnten Fielmann nicht jeden Euro zu 20% p.a. investieren und schüttet aus.

Angenommen Fielmann hätte nun auch zukünftig eine EK-Rendite von 20%, aber eine Ausschüttungsquote von 100%. Fielmann hätte dann kein Gewinnwachstum (ohne Berücksichtigung von Inflation). Bei einer Renditeerwartung von 10% p.a. sollte ein intelligenter Investor trotzdem nicht mehr als den doppelten Buchwert und das zehnfache der Gewinne zahlen. Bei einer Ausschüttungsquote von 0% und immer noch der zukünftigen EK-Rendite von 20% wäre ich auch durchaus bereit wesentlich mehr zu zahlen.

Oder nicht?

FG David

Der Punkt der Reinvestition, bzw. der Dividenden ist tatsächlich einer der großen “Knackpunkte” des Ganzen. Es gibt auf Seeking-Alpha hierzu einen interessanten Artikel, der sich mit der Problematik der Dividenden befasst. Eine Ausschüttung ist ja eigentlich schädlich, denn sie verursacht Steuern und lässt den Aktionär mit dem Problem der Reinvestition alleine. Eigentlich wäre es für den Aktionär günstiger, wenn alle Cashflows zu einem möglichst hohen ROC reinvestiert werden könnten und so das “Wunder des Compoundings” laufen lassen könnten. Hier ist aber wieder oft das Problem, dass das Management das Geld lieber behält und in schlechte Projekte mit niedrigem ROC “verbrennt”. Aber einen Tod muss man ja sterben.

Das ist übrigens auch einer der Gründe warum Berkshire ein so wunderbares Unternehmen ist: Die Cashflows der Beteiligungen werden vom Meister mit einem hervorragenden ROC investiert. Und das ist auch der Grund warum es so wenige “wunderbare” Unternehmen gibt. Ab einer bestimmten Größe jedes Unternehmens nehmen entweder die Kapitalrenditen ab, weil die Nische verlassen wird, oder einfach keine gleichwertige Kapitalrendite eriwrtschaftet werden können.

Von daher gehen wir völlig mit David überein, dass ein Unternehmen ohne Ausschüttung mit einem zukünftig hohen ROC (ROE) viel wertvoller sein kann (und damit natürlich wesentlich teurer bewertet wird) als ein nicht mehr wachsendes Unternehmen mit Vollausschüttung. Auf der anderen Seite kann gerade ein Nischenunternehmen mit hohen Erträgen und Kapitalrenditen aber stabiler Nische (insb. See’s Candy), im Rahmen eines Konzerns der die Cashflows (steuerlich günstig) aufsaugt und sinnvoll verwendet einen unglaublichen Mehrwert schaffen.

Hier ist aber anzumerken, dass gerade bei den Wachstumsunternehmen die Stabilität des Moats von größter Bedeutung ist. Stellt sich ein Burggraben als “doch nicht so weit” heraus, fallen in der Regel nicht nur die Gewinne, sondern die ehemals hohen Multiples gleich mit. Bestes Beispiel ist hier Bijou Brigitte, die bei 250€ “priced to perfection” waren und dann aber mit stagnierenden Gewinnen duch die Multiple-Neubewertung “neu bewertet” wurden.

China Frauds – “Best of” der letzten Tage

Die letzten Tage gab es ja einige Breitseiten gegen dubiose China Werte.

Zum Muddy Waters Report über Sino Forest hatten wir ja schon berichtet, mittlerweile hat sich FT Alphaville des Themas angenommen und 3 sehr interessante Artikel veröffentlicht: Teil 1, Teil 2 und Teil 3. Dazu noch ein möglicher Downgrade von Moody’s und vorbei ist es mit Rebound Hoffnungen.

Citron Research hat sich dagegen auf Harbin Electric eingeschossen und zwar hier und hier. Interessant ist der Fall, weil angeblich der CEO die Firma zurückkaufen will, der Ankündigung aber bislang wenig Taten gefolgt sind. Diese Taktik wird man in Zukunft vmtl. öfter sehen.

Bei einem anderen China Agrarwert, Chaoda gab es schon vor knapp 2 Wochen ähnliche Vorwürfe in einem Chinesisch sprachigen Magazin.

“Alfred Little” dagegen soll u.a. von Deer verklagt werden, ebenso wie Geoinvesting, die einen kritischen Beitrag zu Sino Clean Energy verfasst haben. Die Erfolgsaussichten dieser Klagen scheinen relativ gering zu sein (siehe Zitat) und wohl eher auf kurzfristige Kursrallys gerichtet zu sein.

Suits against short sellers, who sell borrowed shares with the hope of profiting when they fall, are rare, difficult to win and can backfire on companies that bring them, said Adam Pritchard, a professor at the University of Michigan Law School in Ann Arbor.

“I’ve seen it before, people complaining about the short sellers — the Chinese are just the flavor du jour,” said Pritchard, who specializes in corporate and securities law. “They bring these suits and then quietly let them drop. You would look hard to find a verdict in favor of the company.”

Eine Google Such für “China Stock Fraud” wirft schon 8,5 Mio Ergebnisse aus und es gibt schon eine eigene Wikipedia Seite.

Kaum erklärbar ist dafür, warum China Internet Aktien trotz fehlender Geschäftsmodelle momentan der IPO Renner sind. Vielleicht liegts daran, das “social Media” aktien ohnhin keine Gewinne zeigen müssen und deshalb auch nichts fälschen müssen.

Damit dürfte auch in den nächsten Tagen für Spannung in diesem Bereich gesorgt sein.

Transaktionen KW21 und Portfolio

Wie angekündigt standen einige kleinere Trimmigs (Teilverkauf HT1, Kauf Hornbach &Frosta) nach unserem Risikomanagementsystem an.
Dräger Genüsse und Dräger Vorzüge haben wir weiter ausgebaut, auch wenn aktuell der Carry negativ ist.

Als Basket und zur Diversifizierung haben wir noch eine kleine Position Tesco und Walmart aufgenommen. Erklärungen hierzu folgen.

Name VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
Dräger Genüsse 148.22 22177.038 3326.5557 493,071.05 €
Dräger Vorzüge 71.70753335 149719 22457.85 1,610,397.03 €
Walmart 55.24046037 45934442 6890166.3 380,615,958.44
Tesco 407.2718577 91740972 13761145.8 5,604,527,414.37
Frosta 18.91145232 7798 1169.7 22,120.73 €
Hornbach 49.22820156 1215 182.25 8,971.84 €
HT1 Funding 85.55 140000 21000 1,796,550.00 €

Anbei das Portfolio KW 21.
MMI&M: +1,19%
Benchmark: +3,39%
DAX: +3,17%
MDAX: +6,16%
Eurostoxx: +1,35%

Der Einfluss des US-Dollar auf das Portfolio beläuft sich seit Jahresanfang auf rund -1,5%.

Green Mountain – wird die Luft langsam dünn ?

Roddy Boyd (siehe Blogroll) hat einen recht langen Artikel zu Green Mountain eingestellt.

Kern des Artikels ist die Aussage, dass Green Mountain den Ausweis wichtiger Bilanzpositionen geändert hat und nur “ausgewählten” Analysten und Fondsmanagern dies erklärt hat.

So rather than opening a wide-ranging discussion of what has been a toothache for Green Mountain, the company simply dealt directly (and discreetly) with various hedge funds via E-mail. Here is the body of an explanatory note sent on May 9th to an independent analyst who has researched Green Mountain for several years, from director of Investor Relations Suzanne DuLong. [For legal reasons, the research analyst asked FI to remove the name’s of his firm and himself. The research shop’s E-mail was prompted by the questions of one of its paying clients, who in turn forwarded it to several other hedge funds.]

Sam Antar reagiert darauf mit einem recht detailierten Post in dem er klar zeigt (für Freunde des Forensic Accountings), dass auch die neuen Informationen irgendwie nicht ganz zusammenpassen.

Alles in allem ein weiterer Kratzer des “Erfolgsmodells” Green Mountain.

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