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Portfolio zum 21.01.2011

So jetzt haben wir drei Wochen hinter uns:

Die größte Depotposition Buzzi Unichem lag am 18. Januar noch 5% im Minus. Mittlerweile ist die Position fast 5% im Plus. Verrückter Mr. Market!

MMI&M Portfolio: +1,46%
Benchmark: +2,71%

DAX: +2,14%
MDAX: -0,09%
EuroSTOXX: +5,93% (die PIIGS laufen)

Wir werden für die restlichen Positionen keine täglichen Käufe/Verkäufe mehr einstellen. Es hat wenig Sinn das Portfolio in 500€ schritten zu füllen. Daher werden wir am Ende der Woche eine “Wochen-VWAP” einstellen und die restlichen Käufe über die Zeit abwickeln. Bei anderen Käufen halten wir es aber trotzdem so, dass wir erst den Kauf ankündigen und dann ins Depot aufnehmen… Wir wollen um jeden Preis transparent bleiben!

Wacc at its best: Kabel Deutschland

Nach unserer ersten Kabel Deutschland-Analyse – Ein kleiner Gedankengang für Zwischendurch:

Wir möchsten einen Plausibilitätscheck anhand einer bullischen Analyse der LBBW vornehmen. Wir haben die Freecashflow-Reihe des Analysten übernommen und passen das System an unsere Risikoeinschätzung an. Unserer Meinung nach sind die Annahmen der Analyse “ambitioniert”. Siehe DCF-Modell Seite 5.

Risikofreier Zins: 2,3%
EK-Kosten: 9,1%
FK-Zins: 3,7%

Den optimistischen FreeCashflow-Schätzungen verpassen wir unsere eigenen EK-Anforderungen:

Kabel Deutschland zahlt für seinen den gelisteten Bond: 10,75% Zinsen. Der Bond notiert soweit erkennbar bei 103,58 was einer Rendite von ~9,5% entspricht. (Wie kommt die LBBW-Analyse auf den FK-Zins von 3,7%? – eine Differenz von rund 6%) Erhöht man die EK-Anforderungen von 9,1% um genau diese 6% auf 15% erhält man einen “Fairen Wert” von rund 18,50 Euro.

Wir erachten ein EK-Zins von 15% für ein solch krass verschuldetes Unternehmen nicht als besonders hoch. Grobe Fair Values bei verschiedenen EK-Zinsen:
EK-Zins: 10% = 33€
EK-Zins: 12,5% = 26€
EK-Zins: 15% = 18,5€
EK-Zins: 20% = 8,8€

Wie bei allen DCF-Modellen gilt aber “Shit in – Shit out” – daher sollte man diese sehr vereinfacht gehaltenen Berechnungen nicht für zu genau halten.

Ein weiteres Leckerli, was man sich mal genauer anschauen müsste ist die Refinanzierungsstruktur von Kabel Deutschland. Selbst wenn der vollständige FreeCashflow der LBBW-Schätzung in die Tilgung gesteckt würde, könnten die aktuell 3.000 Mio. Euro Schulden nicht vollständig getilgt werden.

Die Darlehen sind darüber hinaus mit saftigen Konditionen und Covenants versehen.

So hat insbesondere das PIK-Darlehen echt heftige Konditionen. Im Geschäftsbericht werden die Konditionen des 700 Mio. PIK-Loans (thesaurierendens Darlehen das vollständig inkl. Zins und Zinseszins 2014 fällig wird) mit Euribor +7% p.a. angegeben. Der Einfluss einer Zinssteigerung um 100 Basispunkte wird mit rund 25 Mio Euro angegeben. Bei 90 Mio Aktien hat eine Zinssteigerung um 100 Basispunkte also einen negativen Effekt von rund 30 Cent pro Aktie. Immerhin 30% des von der LBBW “geplanten” Gewinns für 2012.

<So richtig können wir also nicht erkennen, warum Kabel Deutschland nun 36 Euro oder in Summe 3,2 Mrd. Euro wert sein soll.

Transaktionen 19.01.2011

VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
AS CREATION TAPETEN 28.9403 570 85.5 2,474.40 €
FROSTA AG 20.4403 875 131.25 2,682.79 €
WESTAG & GETALIT -VORZ AKT 17.8448 1811 271.65 4,847.54 €
HORNBACH BAUMARKT AG 48.1567 698 104.7 5,042.01 €
STO AG-PREFERRED 94.6216 1309 196.35 18,578.95 €
TONNELLERIE FRANCOIS FRERES 28.8309 1134 170.1 4,904.14 €
EINHELL GERMANY AG-VORZUG 41.132 1005 150.75 6,200.65 €
WMF- WUERTTEMBERG METAL- PRF 24.2825 2978 446.7 10,846.99 €

Transaktionen zum 18.01.2011

VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
AS CREATION TAPETEN 28.9115 1863 279.45 8,079.32 €
FROSTA AG 20.6578 1633 244.95 5,060.13 €
WESTAG & GETALIT -VORZ AKT 17.9684 2819 422.85 7,597.94 €
HORNBACH BAUMARKT AG 47.9537 882 132.3 6,344.27 €
STO AG-PREFERRED 95.0828 1108 166.2 15,802.76 €
TONNELLERIE FRANCOIS FRERES 28.8106 740 111 3,197.98 €
EINHELL GERMANY AG-VORZUG 40.8759 6011 901.65 36,855.76 €
WMF- WUERTTEMBERG METAL- PRF 24.2103 1692 253.8 6,144.57 €
         
DEGI INTERNATIONAL 28.2001 6589 988.35 27,871.57 €
AIRE GMBH & CO KGAA #N/A N/A 0 0 0.00 €
AXA Immoselct 41.6373 31993 4798.95 199,815.32 €

Opportunistic: Drägerwerk Genussscheine

Interessant – aber leider auch schon weit gelaufen – sind die Drägerwerk Genussscheine. Diese sind erheblich illiquider als die Aktien – bieten aber auch ein besseres erheblich besseres Chance/Risikoprofil:

Die Kapitalstruktur von Dräger ist wie folgt:
10,1 Mio Stammaktien
6,3 Mio. Vorzugsaktien
1,4 Mio. Genussscheine

Die Genüsse – ausgegeben in den 80igern als Belegschaftsvergütung und Co – verbriefen das Recht auf die 10-Fache Dividende der Vorzugsaktien. Schüttet Dräger 10 Cent Dividende aus, müssen die Genüsse also 1,00€ zahlen. Schüttet Dräger 1 Euro an die Aktionäre aus, verteilt sich die Ausschüttung wie folgt:

30 Cent an die Stämme
24 Cent an die Vorzüge (bevorrechtigt)
46 Cent an die Genüsse (bevorrechtigt)

Das ist der Schlüssel für unsere Investmentthese.
Aus diesem Ausschüttungsprofil heraus, war Dräger in der Vergangenheit extrem knausrig, wenn es um Ausschüttungen von Dividenden ging, denn es ging ja praktisch 50% an die Genussscheine.

Mittlerweile gibt es aber einen interessanten Katalysator: Mit dem Rückkauf der Medizintechnik-Sparte hat Drägerwerk die Stämme an der Börse listen lassen. Um die Stämme (die ja als letztes Dividende erzielen) attraktiv zu halten, muss Dräger langfristig eine akzeptable Ausschüttungsquote anstreben – oder (aus unserer Sicht nicht auszuschließen) die Genüsse von der Börse nehmen. Die Genüsse sind dabei (aus Sicht der Gesellschaft) ein schwarzes Loch! Für jeden ausgeschütteten Euro erhalten die GS-Besitzer 10x so viel wie “normale” Vorzugsaktionäre. Dabei notieren die Genüsse knapp beim 2-Fachen der Vorzüge. –> Wer kauft also Vorzüge wenn er mittlerweile auch das Stimmrecht haben kann und die Genüsse als Alternative hat???

In einem Interview zur Emission der Stammaktien hat Dräger verlauten lassen, dass eine stabile Ausschüttungsquote von 30% angestrebt wird. Q1-Q3 hat Dräger ~70 Mio Euro verdient. Nimmt man die Analystenschätzungen von rund 90 Mio € als Jahresgewinn für bare Münze würde eine Ausschüttungsquote von 30% rund 27 Mio Euro Ausschüttung bedeuten. 46% davon an die GS-Inhaber bedeuten rund 12,4 Mio Euro oder ~9 Euro für die GS-Inhaber. Dazu kommt für 2010 eine Entschädigung für die Verwässerung der vergangenen Kapitalerhöhung. Diese steht noch nicht fest – sollte sich aber im Bereich von ~4 € bewegen.

In Summe gibt es also bei einem Kurs von 120€ eine 10% Ausschüttung für 2010.

Mittelfristig gibt das Management eine Ziel-Ebitmarge von 10% für die nächsten Jahre aus. Somit besteht die gute Chance, dass die Drägerwerk Genüsse eine Ausschüttung von ~10-15€ pro Jahr ausschütten. Eine (langfristig zwingend notwendige) Ablösung der Genüsse wird Drägerwerk dabei deutlich teurer zu stehen kommen als “nur” 120 Euro pro Schein.

Auch ohne Abfindung ist Dräger daher als Beimischung interessant – auch wenn die Margin of Safety im letzten Jahr erheblich abgenommen hat! Der laufenden GS-Rendite von ~8% stehen zusätzlich Chancen von Abfindung und steigendem Ergebnis – an dem die GS ja überproportional partizipieren gegenüber.

Nun zu den Risiken:

– Wettbewerb: Dräger ist in der Vergangenheit nicht sehr rentabel gewesen. Siemens, GE und Co haben in diesem Bereich viel bessere Margen. Warum schafft es Dräger nicht diese zu verbessern?
– Restrukturierungsprogramm (ohne das sich der Markt über Nacht völlig geändert hätte)
– sehr breite Aufstellung (diworsification?)
– ineffizientes Kapitalmanagement (wie kann sowas wie GS vom Management geduldet werden???)

Transaktionen am 17.01.2011

Heute zusätzlich der AXA Immoselect und der Stoxx600 Utilities

VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
AS CREATION TAPETEN 28.8429 2205 330.75 9,539.79 €
FROSTA AG 20.45 400 60 1,227.00 €
WESTAG & GETALIT -VORZ AKT 18.0393 7911 1186.65 21,406.34 €
HORNBACH BAUMARKT AG 48.0422 869 130.35 6,262.30 €
STO AG-PREFERRED 94.7872 1406 210.9 19,990.62 €
TONNELLERIE FRANCOIS FRERES 28.7922 398 59.7 1,718.89 €
EINHELL GERMANY AG-VORZUG 41.3655 1778 266.7 11,032.18 €
WMF- WUERTTEMBERG METAL- PRF 24.0702 2481 372.15 8,957.72 €
         
DEGI INTERNATIONAL 28.2747 9209 1381.35 39,057.26 €
AIRE GMBH & CO KGAA 9.34 300 45 420.30 €
AXA Immoselct 40.3595 7212 1081.8 43,660.91 €
Ishares DJST 600 Utilities 32.57 -/- unlimited unlimited

Core Value: Tonnellerie Francois Freres

Oder anders: das ist echt “Old Economy”

Tonnellerie Francois Freres (TFF) stellt seit rund 100 Jahren Eichenfässer für Wein und Whiskey her. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben vier Geschäftsbereiche:

“Stave Milling” – “Holzverarbeitung”
“Cooperage” – Küferei
Cask Manufacturing – Holzfassherstellung
Oak Wine Aging Products – Weinalterung

Es sollte jedem klar sein, dass Weinfassherstellung jetzt nicht die Wachstumsbranche sind.
Dennoch eine so konstante Umsatzmarge auf hohem Niveau sieht man selten! Auch Buchwert und Gewinne steigen über die Jahre.

Die Kennzahlen bei rund 28€ sind aber interessant:

KGV: 9
KGV3: 9
KGV10: 11
Wachstum: ~4% p.a.

ROIC: ~12%
ROE: 14% p.a.

KBV: ~1
KUV: 1,4
mittlere Marge*KUV = KGV=9

KCV: 9
KFCF: 15
Dividendenrendite ~3%

EV/Ebit: 12,97 %
EV/Ebit3: 13,23 %

Was uns an der Tonnellrie reizt:

1) sehr geringe Schwankungen in Ihren Margen bei einem steigenden Markt (Qualitätsweine und Whiskey sind gefragt! Der LivEx100 steht auf AlltimeHigh) Zudem betätigen Sie sich im “Veredeln” mit Woodchips – leider auch ein “Wachstumsmarkt”. Wir können uns vorstellen, dass die in 25 Jahren immer noch das gleiche machen und die Konkurrenz nicht größer wird.

2) eine breite Wertschöpfung und hohen Marktanteil (Weltmarktanteil 20%) . Vom eigenen Holzanbau über die Fässer bis zu Woodchips als Beimischung der “Veredlung” machen sie recht viel.

3) Eigene Holzproduktion – Sie haben ja einen gewissen Grad an Unabhängigkeit (3 Jahre Holzproduktion ist sicher)

4) einen großen Rückgang von Wettbewerbern –> (Tonnellerie kauft ja teilweise kräftig kleinere Konkurrenten –> siehe Annual Report). Wir können uns vorstellen, dass es noch zahlreiche “kleinere” Krauter gibt die nicht mehr ewig überleben werden. Auch werden nicht viele Firmen in diesem Bereich neu anfangen. Das könnte daher vielleicht das “Survival of the Fattest” geben – bei dem der Sieger nacher noch schönere Margen hat. (Buffett hat das mit Zeitungen und BNSF gut durchexerziert) –> Siehe auch AS Creation Tapeten

5) Eigentümerfamilie die langfristig denkt. Daher kaufen Sie denke ich auch ordentlich und nachhaltig zu. Es geht nicht darum kleinere Konkurrenten aufkaufen weil das Kaufen so schön ist – sondern um die Marktstellung zu verbessern! In 2009 wurde eine 50% Übernahme von STAVIN angestossen.

Ein vereinfachtes Screeningmodell kommt auf einen fairen Wert von ~38 bis 42 Euro als “fairen” Wert. Auf Grund des schön langweiligen Geschäftsmodells haben wirr TFF in das Core Portfolio aufgenommen.

Portfolio zum 14.01.2011

Naja das mit dem Jahresstart war wohl nix:

Portfolio: +1,54%
Benchmark: +2,77%

DAX: +2,19%
MDAX: 1,99%
EUROSTOXX: 4,08%

sollten etwa die PIIGS dieses Jahr das Rennen machen?
Wir würden jedenfalls nichts am Portfolio ändern – nur weil wir eine Zeitlang hintenliegen… Das Depot besteht aus guten Werten die – aus unserer Sicht – eine ordentliche Margin of Safety aufweisen. Lediglich das einsammeln dauert uns viel zu lange 😦

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