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Follow up DEPFA LT2 Floater

Ich hatte gestern ja den DEPFA LT2 Floater vorgestellt.

Dabei ist mir allerdings ein etwas peinlicher Fehler unterlaufen und zwar bei der Rendite Berechnung. Ichhatte fälschlicherweise mit 5 jahren bis Rückzahlung gerechnet, natürlich sind es aber nur knapp 4 Jahre bis 2015.

Die erwartete Rendite bei Rückzahlung beträgt demnach 20,8% p.a. vs. den ursprünglich genannten 17,5%. Ich habe es im Originalartikel auch angepasst.

Ausserdem habe ich den Link auf den Halbjahresreport “unterschlagen”. Hier ist der für die Depfa PLc und hier für die “operative” Tochter, die DEPFA ACS Bank.

Wichtig ist vielleicht auch noch folgende Info: Die Depfa hat KEIN Griechenland und Irland Exposure mehr, das sonstige PIIGS Exposure ist überschaubar. Lt. Zwischenbericht sind das:

Irland 0,3 Mrd.
Italien 2,1 Mrd.
Spanien 0,3 Mrd.

Exotische Wertpapiere: DEPFA LT2 Floater 2015 (ISIN XS0229524128 )

Achtung: Das vorgestellte Wertpapier ist sehr markt eng und der Verfasser hält selber Stücke dieser Anleihe !!! Jeder potentiell interessierte Investor sollte bitte seine eigenen Recherchen durchführen. Dies ist keine Anlageberatung o.ä.

Ein Wertpapier mit garantiertem Würgfaktor:

Emittiert 2005 als “Lower Tier 2” mit einem variablen Coupon von der Depfa PLC (direkte Tochter der Hyporeal Estate, Sitz in Irland)

Die Coupon Formel lautet wie folgt:

3 MO Euribor +20 bp. bis Ende 2010
3 MO Euribor +70 bp ab Anfang 2011, also ein “Mörder Step up” von 50 bp.

Die Depfa hätte theoret. ein Call Recht ab 15.12.2011 zu 100, das werden die “Freunde” aber vmtl. bei dem niedrigen Spread nicht ausnützen.

Schaut man sich den Chart an, sieht man dass der Kurs 2009 auch schon mal deutlich niedriger war:

D.h. tiefer geht immer. Bei einer Stückelung von 50 Tsd EUR pro Stück ist das natürlich nichts fürs Taschengeldportfolio.

Interessanterweise steht auf der Detailseite der Irischen Börse eine Endfälligkeit 15.09.2015, auf Bloomberg 15.12.2015. realistischerweise dürfte die Endfälligkeit aber 10 Jahre nach Emission (15.09.2005) liegen, deshalb gehe ich von der Richtigkeit der Daten bei der Irischen Börse aus.

Edit: Gerade gesehen, die Depfa weisst im Anhang auch Laufzeitende 15.12.2015 aus, dann glauben ich das auch.

Die Anleihe scheint selber unter dem allegemeinen Emmissionsprogramm herausgegeben worden zu sein, hier der Link auf die Dokumentation. Das funktioniert im Prinzip so:

– in einem generellen Prospekt werden die allgemeinen Bedingungen festgelegt
– dann werden nochmal in einem “Final Terms” Zusatz insbesondere die Zinssätze und die Laufzeitabhängigen Geschichten (Coupon Termin, Call Rechte etc.) geregeglt.

Für den 2015er ist es mir leider nicht gelungen, die Final Terms aufzutreiben. Ich bin lediglich auf ein paar Kurzerwähnungen z.B. hier. gestossen.

Man kann aber denke ich annehmen, dass es sich um “Standard Lower Tier 2” Konditionen handelt. Das bedeutet insbesondere:

Coupons müssen auch im Verlustfall bezahlt werden (“no deferal”)
– es gibt keinen Writedown o.ä.
Subordination gibt es nur im Fall einer Insolvenz

Theoretisch wäre die aktuelle Rendite bis zum Laufzeitende am 15.09.2015 wie folgt zu berechnen:

Annahme für Variablen Zins: Der 3 monats Euribor liegt momentan bei ca. 1,58%. Geht man mal von 1,5% aus, dann würde der Coupon p.a. näherungsweise 2,2% betragen.

Bei einem aktuellen Kurs von ca. 52% ergibt das dann bis zum Laufzeitende 15.09.2011 ungefähr eine Rendite von 17,5% p.a. 20,8%.

Jetzt muss man sich natürlich die Frage stellen, wie wahrscheinlich ist es, dass die Depfa PlC die nächsten Jahre in die Insolvenz gehen wird, oder ein vergleichbarer Eingriff stattfinden wird, der die LT2 Papiere “beschädigen” könnte.

Um eines vorweg zu sagen: Die Lage ist komplex und ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit !!!

Der Geschäftsbericht 2010 der DEPFA PlC ist sehr ausführlich und lesenswert. Ich empfehle jedem der sich für die Anleihe interessiert erstmal den Bericht gründlich durchzuarbeiten.

Meine These, dass die Chancen für eine Rückzahlung des 2015er Bonds relativ gut sind stützt sich vor allem auf folgende Argumentation:

1. Zum Jahresende 2010 hatte die Depfa Gruppe insgesamt 22 Mrd. Darlehen von der Hyporealestate bzw. Deutsche Pfandbriefbank
2. Eine “echte” Pleite der Depfa hätte die sofortige Pleite der DPB zur Folge
3. mit einer Pleite der DPB wäre auch der Deutsche Pfandbriefmarkt, die letzte Hoffnung der Deutschen Banken, am Ende.

(kurze Anmerkung: Diese 22 Mrd. tauchen in der Presse auch immer fälschlicherweise aös Teil des Irland Exposure Deutscher Banken auf)

Klar besteht das Risiko sonstiger negativer Entwicklungen, aber aus meiner Sicht ist das Chance Risiko Profil beim derzeitigen Preis relativ attraktiv.

Im Vergleich zu den Tier 1 Anleihen der diversen anderen Problembanken hat man hier auch den Vorteil, dass die Endfälligkeit eine Art “Katalysator” ist, der Vorteil zu den Genußscheinen ist die Tatsache, dass die Coupons auch im Verlustfall gezahlt werden und kein Write down im “Going concern” Fall droht.

Ein interessantes Thema noch am Rande: Googelt man nach der ISIN, sieht man, dass ein größerer Teil der Anleihen von Geldmarktfonds gehalten wird. Das war damals auch durchaus gängig, alles was variable verzinste und Spread hatte in einen Fonds zu packen. Für viele Fonds dürfte das natürlich ein Problem sein, weil die Anleihe Non-Investment Grade (B3) gerated ist. Wenn also mal Pakete auftauchen wie am Montag (500 k) könnte das schon auch mal ein Geldmarktfonds in Not sein.

Die Tatsache, dass ein “Floating LT2” ohnehin ungewöhnlich ist, dürfte noch zusätzlich dazu beitragen, dass es keine “natürlichen” Käufer für dieses Papier gibt.

Fazit: Aus meiner Sicht bietet die Depfa LT2 Anleihe trotz großem Würgfaktor ein recht interessantes Risiko/Return Profil, insbesondere in dem Laufzeit “Bucket”. Für das Musterdepot wird deswegen eine erste Position in Höhe des Handelsvolumen vom 17-18.10. (500k nominal) zum Kurs von 52% aufgebaut.

Green Mountain – Der “Einhorn Effekt”

Tja, das ist halt der Unterschied zwischen einem kleinen Blogger und einem großen Guru.

David Einhorn hat anscheinend heute auf eienm Value Kongress seinen neuesten Short vorgestellt und das ist keine andere Aktien als Green Mountain.

Der Effekt ist sehr drastisch:

Man muss wohl erst die 110 seitige (!!!) Präsentation abwarten, aber laut dem Artikel hier ist nicht wirklich was Neues dabei.

Interessant finde ich allerdings das Timing, Einhorn hat schön gewartet bis der AUfwärtstrend klar gebrochen war und auch der allgemeine Rebound keine Wirkung mehr gezeigt hat:

Das kann man glaube ich vom “Meister” lernen, erstmal “Brechen” des Ausfwärtstrend abwarten. Die Frage ist nun ob ich wie angekündigt “nachshorten” soll. Meistens geht es ja dann wie bei Netflix ganz ganz schnell nach unten.

Edit: Volle Präsentation hier

Offene Immobilienfonds Update – DEGI International & AXA

Ich hatte im August ja die offenen Immobilienfonds aus dem Portfolio gekegelt, siehe hier und hier. Es ist schon interessant wie schlecht beide Fonds seit August performt haben. Sowohl der DEGI International

wie auch der AXA Immoselect

haben insbesondere die letzten Tage gegen den Trend verloren. Auch eine z.B. Hamborner musste Federn lassen, aber die letzten Wochen war der Kurs recht stabil:

Das kann eigentlich nur eines bedeuten: In den Kursen von DEGI und AXA war doch noch eine Menge an Wiedereröffnungsphantasie enthalten.

Die spätest möglichen Öffnungstermine vor endgültiger Abwickling sind ja der 16. November 2011 für den AXA sowie ebenfalls 16.11.2011 für den DEGI International.

Insbesondere beim DEGI verwundert mich schon, dass anscheinend Anleger auf den schnellen Euro bei einer Wiedereröffnung spekuliert haben.

Bei der von mir mehrfach gelobten Informationspolitik von AXA z.B. hier ist auch nicht mehr viel übrig. Der angekündigte Paketverkauf scheint wohl eher nicht mehr zu klappen, vmtl. wäre es einfach auch nur ein Tropfen auf den heissen Stein gewesen.

Beim TMW Weltfonds wurde ja schon relativ früh am 31.05. bekannt gegeben, dass man den Fonds auflöst. Nach einem Absacker runter auf 25 EUR hatte sich dann der Kurs wieder ganz gut erholt.

Fazit: Sowohl für der DEGI wie auch den AXA geht es jetzt um die “Wurst”. Insbesondere beim AXA Immoselect könnte sich hier m.E. bei einer Übertreibung nach der endgültigen Schliessung vielleciht eine interessante Situation ergeben. Daher kommt der AXA wieder auf die WATCHLIST.

Portfoliotransaktionen – Aufstockung AIRE & Verkauf Utitlities ETF

Heute wurden für das Musterportfolio die günstigen Kurse bei AIRE für eine kleine Aufstockung genutzt.

Es wurden 0,2*15883 = 3176 Aktien zum VWAP von 8,85 EUR pro Stück erworben. Bei AIRE werde ich die nächsten Tage unter 9 EUR weiter auf der Käuferseite bleiben.

Bei Aire steht ja die ausserordentliche HV an, leider werde ich es wohl nicht schaffen hin zu fahren. Interessant wärs wohl schon…..

Gleichzeitig wurden im Rahmen der fortdauernden “Entschlackung” die noch verbliebenen Ishares Stoxx Europe Utilities ETF Anteile zum VWAP von 28.01 EUR veräussert. Gegenüber dem Einstandskurs macht das inkl. Dividenden einen realiserten Verlust von -12,80%.

Grund ist hier, dass mir das Exposure gegenüber dem gesamten Versorgungssektor zu breit gestreut ist. Über Fortum und EVN habe ich ja schon gut 7% des Portfolios in Versorgern.

Portfolioupdate: Cover Netflix Short

Nachdem ich die nächsten Tage wenig am Computer bin und Netflix heute so schön fällt, schliesse ich den Netflix Short zum aktuellen Kurs (bei dem Handelsvolumen sei mir das erlaubt) von 100,50 USD.

Bei einem USD /EUR Kurs von 1,358 macht das in EUR 81,37 EUR, gegenüber dem Einstandskurs von 133.09 EUR einen Gewinn von 29.46%. Damit hat immerhin auch dieser Short (nach Asian Bamboo) positiv absolut und relativ zur Depotperformance beigetragen.

Wenn man bedenkt, dass die Position zwischenzeitlich über 100% im Minus war, dieser Chart hat durchaus Nerven gekostet, aber immerhin waren meine besser als die von Whitney Tilson:

Momentan würde es mich reizen, 2 andere Momos zu shorten, als da wären:

Aber da ich (hoffentlich) aus Schaden etwas klüger gewordern bin, belasse ch es erstmal bei Kabel Deutschland, Green Mountain und Dräger Vz. (gegen die GS). Green Mountain scheint auch langsam unter die Räder zu kommen….

Heute ist ein guter Tag

um die etwas voreilig gekauften RWE Aktien wieder zu verkaufen.

Zum Xetra VWAP von 27.33 EUR pro Aktie macht das dann 5,82% Verlust.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich hier wider besseres Wissen zu einem Spontankauf ohne intensive Recherche hinreissen habe lassen. Hauptargument war ja die in der Vergangenheit ordentliche Cashflow Generierung, aber gerade bei RWE bin ich mir wg. Atom “Aus”, CO2 Steuern, Gasverträgen etc. nicht sicher, ob man hier “Reversion to the mean” unterstellen kann. Der negative Tangible Book trägt noch weiter zu meinem Störgefühl bei.

Fazit: Bei dieser Bauchentscheidung bin ich nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Wenn man ein relativ konzentriertes Value Portfolio fährt, sollte man weniger mechanisch oder aus dem Bauch raus agieren, sondern wirklich nur nach intensiver Analyse investieren.

Edit: Cash Qoute jetzt wieder bei 12,5%.

HT1 und effiziente Kapitalmärkte – Follow up

Es scheint, dass evtl. doch jemand eine Möglichkeit gefunden hat, den 5.012%er Hybrid der CoBa gegen die HT1 Anleihe zu shorten, so wie ich das gerne vor gut 2 Wochen gemacht hätte:

Zur Erklärung: Mittlerweile handelt der 5.012% 10 volle Punkte unter dem HT1. Das gibt das Wertverhältnis zwischen einer Anleihe die einen Coupon bezahlt (HT1) und einer Anleihe die keinen Coupon bezahlt (5.012%) deutlich besser wieder.

Für einen Hedgeonds der diese Position eingehen konnte, waren das relativ risikolose 20% “Brutto”, bei geringerem Kapitaleinsatz natürlich auch ein Mehrfaches davon.

Manchmal hat man als Institutioneller doch einen Vorteil. Viele Grüße nach London und nein, ich nehme (noch) keine Provisionen 😉

Netflix update

Sieht so aus, als wäre der nächste “MoMo” Stock jetzt dran, diesmal Netflix.

Aus dem Artikel bei Zerohedge.

Netflix, which at last check had plunged 12% to about $180 following an update from the company, in which it said it subscriber growth will come in below plan. Of course, the only ones surprised by this move, are those who are actually long NFLX (and those who bought into Goldman’s topticking upgrade which brought the stock to over $300 however briefly). We expect “value investor” of very high conviction, Whitney Tilson, who lately has been known best for shorting low and covering higher, to soon resume his bearish position in the name. And yes, we still expect that the company will very soon come to market with a dilutive equity offering to raise cash and stench the relentless real cash burn.

Insgesamt scheint man jetzt mit 1 Mio weniger Kunden zu rechnen. Eigentlich kein Beinbruch, ist ja nur 5% der Kundenbasis. Bei Aktien die aber “Priced to perfection” sind, kann das sehr viel ausmachen.

Per gestern war der Short noch mit 12% im Minus.

Psychologisch muss ich sagen ist es schon sehr schwierig bei solchen Shorts “stabil” zu bleiben. Der Green Mountain Short ist au mit -47% im Minus, ich bin mir aber sicher, dass wir hier das Gleiche erleben werden. Es fragt sich nur wann.

Vielleciht kriegt Green Mountain ja auch bald mal “die Kurve”….

HT1 Update und Überlegungen zur Effizienz von Kapitalmärkten

Das Timing für das Ausfstocken der HT1 Anleihe war freundlich gesagt bescheiden.

Der Blick auf den Chart zeigt, dass der Kurs wieder auf Talfahrt ist.

Kurzer Blick auf den 5.012% Perpetual der CommerzbanK:

Der Kursverlauf ist ähnlich, heute wurde die Anleihe für 47,5% gehandelt vs. ca. 48% für die HT1 Anleihe.

Beide Anleihen sind auf den ersten Blick relativ ähnlich:

– Ewige Laufzeit, “jubior subordinated”, die beiden Anleihen sind gleichrangig in Bezug auf den Emittenten, Coupon non-cumulative
– Kündigungsrecht der Bank in 2016 für den 5.012%, step up 215 bp, Kündigungsrecht 2017, step up 200 bp für HT1

Einziger “kleiner” Unterschied ist, dass die HT1 in den letzten 3 Jahren durch die Garantie jeweis 5,3% nominal Coupon gezahlt hat, während man bei der 5.012 leer ausgegangen ist.

Jetzt muss man sich natürlich fragen, unter welchen Voraussetzungen die beiden Bonds den gleichen Marktwert haben sollten. Mir fallen da nur 2 Szenarien ein:

a) Die Commerzbank geht pleite, dann sind beide Anleihen wertlos
b) Die Commerzbank macht wieder konstant Gewinne und bedient beide Bonds
c) Die Allianz kann die Garantie nicht bedienen

Jetzt kann man sich überlegen, wie wahrscheinlich die drei Szenarien sind, aber wenn man auf eine Wahrscheinlichkeit von unter 100% kommt, müsste die HT1 Anleihe nach allen Bewertungsregeln DEUTLICH höher notieren.

Wenn man jetzt Anleihen shorten könte, wäre das jetzt wieder ein toller “relative Value” Trade:

Short 5.012%, long HT1. Man hätte einen “Mörder”- Carry mit relativ begrenztem Risiko.

So kann man sich nur wundern, warum jemand für die nicht zahlende 5.012% Anleihe den gleichen Preis bezahlt wie für die zahlende HT1 Anleihe.

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