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AIRE KGAA – Immobilie in Bratislava mit 10% mehr Nettoerlös verkauft

Eine schöne Nachricht in diesen dunklen Tagen: Das Objekt in Bratislava ist nun endgültig verkauft worden, angekündigt wurde das ja schon früher wie in einem alten Post beschrieben.

Interessant daran ist, dass im Quartalsbericht noch von 15 Mio Verkaufeserlös die Rede war, laut Adhoc aber folgender Betrag erlöst wurde:

Der APP Logistikpark wurde von Czech Property Investments erworben. Die Veräußerung hat zu einem Netto-Ertrag (nach Transaktionskosten) von rund EUR 16,5 Mio. geführt.

Es wurden also noch 10% mehr erlöst als angekündigt wurde, das sind immerhin fast 35 Cent mehr pro Aktie.

Der Kurs hält sich zurecht auch sehr gut im Vergleich zum Gesamtmarkt:

Fazit: Der geplante “Befreiungsschlag hat mehr eingebracht als erwartet. Dem aktuellen Management scheint man durchaus vertrauen zu können. Der Kurs dürfte damit nach unten gut abgesichert sein.

Generelle Überlegungen zu Shortpositionen

Ich nehme jetzt einfach mal den Kommentar eines Lesers zum Green Mountain Update auf und stelle ihn hier rein:

Die Angst, dass man alle potentiellen Shortgewinne auf dem Tisch laesst, wenn man nicht von Anfang an dabei ist, ist unbegründet. Meist ist es so wie bei Research in Motion (RIMM), dass wenn es anfaengt zu rutschen, eh so viel Speck an Knochen ist, dass genug übrigbleibt.

Und nicht der erste sein wollen. Einfach auf den einschlaegigen Internetseiten (shortsqueeze.com, nasdaq.com) die Shortquote beobachten und abwarten, bis die sich nennenswert erhöht hat.

Ich arbeite immer mit fünf Gruppen von Shortkandidaten:

1. Die Betrugsunternehmen wie Enron, Worldcom, Comroad etc. Das sind die sichersten, aber auch die am schwersten aufzuspürenden.

2. Die, bei denen das Geschaeftsmodell weggebrochen ist aufgrund eines Katalysators. Eastman Kodak (EK) mit Einführung der Digitalkameras damals, oder z.B. Garmin (GRMN), der Navigationsgeraetehersteller, mit Einführung der kostenlosen Navi-apps auf jedem Handy, heute. Das sind die Zweitbesten aber auch in ihrer reinen Auspraegung sehr schwer zu finden.

3. Die, bei denen der Wettbewerb ihre exorbitanten Margen gerade wegknabbert, da sie nicht durch einen „Burggraben“ verteidigbar sind obwohl der Markt faelschlicherweise diese Margen der Vergangenheit als Status Quo Prognose in die Zukunft fortschreibt. Ich würde hier, natürlich ohne Gewaehr, SMA Solar als Beispiel aufführen, aber da gibt es sicher besserere Beispiele. Auch diese Shorts sind relativ gut zu traden, da das Traegheitsmoment des Marktes einem genug Zeit laesst, hereinzukommen.

4. Zykliker, bei denen der Zyklus dreht, aber der Markt entweder den zyklischen Charakter der Aktien nicht mehr sehen will oder das Drehen des Konjunkturzylusses nicht erkennen will. Z.B. die Autoaktien heute oder Caterpillar (CAT), wenn demnaechst in China abgerechnet werden wird.

5. Die Momo Aktien wie Netflix (NFLX) oder Salesforce (CRM). Hochriskant, sehr schwer reinzukommen, sehr volatil und damit immer die Gefahr, dass man abgeschüttelt wird aus dem Trade. Man frage nur die Valueinvestoren, welche sich zur Jahrtausendwende an den Shorts der Internetdarlings versucht haben.

Aktien der Gruppe1 sind meiner Meinung nach am wenigsten riskant zu shorten, danach kommt Gruppe 2, danach Gruppe 3 usw. Gruppe 5 traue ich mich nicht. Nicht in einer Welt, in der VW Staemme 1000 Euro erreichen können.

Ich finde die Klassifikation super. Bei 1. fällt mir auf Anhieb Thielert ein, dazu natürlich einige der Chinesen.

Schaut man sich die aktuellen Shorts an (Kabel, Netflix und Green Mountain) sind das alles reine Kategorie 5 Shorts. Manchmal sind die kategorien aber auch fliessend, Enron z.B. hat als Kategorie 5 Aktie angefangen um dann (durch den Performancedruck) als Kategorie 1 zu enden.

Green Mountain hätte allerdings das “Potential” für Kategorie 2 (Wegfall des Keurig Patents) wie auch Kategorie 1 (Viele Übernahmen, undurchsichtiges und inkonsistentes Accounting).

Bei zukünftigen Shorts ist das aber eine gute Orientierung.

Green Mountain Coffee – Update

Das hat gestern richtig weh getan:

Grund war die Meldung, dass man ca. 200% mehr verdient hatte als im Vorjahr und den Forecast für 2012 angehoben hatte.

Selbst Dauerkritiker haben daraufhin das Handtuch geworfen, die “Aggressive Growth” Investoren jubeln.

Ein paar kritische Stimmen gibt es noch, z.B. wird hier schön gezeigt, dass Green Mountain die letzten 4 Jahre ausschliesslich negativen Free Cash Flow produziert hat und die “Grumpy Old Accountants” (schöner Name) zeigen, dass man es bei Green Mountain mit dem Accounting nicht ganz so genau nimmt.

Es ist wirklich erstaunlich, wie lange und hoch das geht. Der Short wird aber auf jeden fall durchgehalten, sollte mal das Momentum drehen dann wird aufgestockt.

Ach so, ganz vergessen. Das Patent für die Keurig Kapseln läuft 2012 aus, dann kann jeder das Format prodzuzieren. Aber macht ja nix.

Erde an Netflix: Willkommen zurück

Netflix hat gestern nach Börsneschluss Zahlen gemeldet. Wie üblich EPS deutlich über den Analystenerwartungen (1.26 USD pro Aktie vs 1.12 USD). Dennoch schmiert die Aktie erstmal 10% ab.

Der Grund ? Netflix hat die Erwartungen leicht heruntergeschraubt. Zudem sind die Margen gesunken.

Ist das jetzt nur das übliche Spiel mit den Analsystenerwartungen wie bei Apple oder die Trendumkehr ? Keine Ahnung, aber ein wilder Ritt bleibt es trotzdem.

IPOs Bankia und Banca Civica – ein klassisches Seth Klarman Investment ?

Was bitte hat Seth Klarmann mit den IPOs von zwei Spanischen Sparkassen zu tun könnte man sich fragen ?

Die Antwort ist ganz einfach: In seinem 1991 erschienen Buch “The Margin of safety” (Pdf z.B. hier), gab es ein Kapitel dass ich nur oberflächlich gelesen hatte, aber irgendwo in meinem Hinterkopf hängen geblieben ist.

Konkret war es das Kapitel 11: “Investing in Thrift Conversions”. In diesem Artikel beschreibt er die Situation in den 80ern in den USA, wo während und nach der “S&L Krise” in USA, viele S&L oder Thrifts (im Deutschen klassische Sparkassen) in börsennotierte Gesellschaften gewandelt wurden.

Aus seiner Sicht wwar das eine besondere Situation und zwar aus diesem Grund:

So long as the thrift has positive business value before the conversion, the arithmetic of a thrift conversion is highly favorable to investors. Unlike any other type of initial public offering, in a thrift conversion there are no prior shareholders; all of the shares in the institution that will be outstanding after the offering are issued and sold on the conversion. The conversion proceeds are added to the preexisting capital of the institution, which is indirectly handed to the new shareholders without cost to them. In a real sense, investors in a thrift conversion are
buying their own money and getting the preexisting capital in the thrift for free.

Ein wichtiger Punkt den es zu prüfen gibt ist folgender:

Unlike many IPOs, in which insiders who bought at very low prices sell some of their shares at the time of the offering, in a thrift conversion insiders virtually always buy shares alongside the public and at the same price.

D.h. man sollte darauf achten, dass “Insider” an den entsprechenden Aktien beteiligt sind. Klar ist, dass man auch auf die Asset Qualität achten muss:

Many thrifts, of course, are worth less than their stated book value, and some are insolvent. Funds raised on the conversion of such institutions would pay to resolve preexisting problems rather than add to preexisting value.

Ein Grund für die damalige Unterbewertung war auch die fehlende Coverage durch Analysten:

Why were thrift stocks so depressed in the 1980s? The sell side of Wall Street has historically employed few thrift analysts, and the buy side even fewer. The handful of sell-side analysts on duty typically followed only the ten or twenty largest public thrifts, primarily those based in California and New York. No major Wall Street house was able to get a handle on all of the many hundreds of converted thrifts, and few institutional investors even made the effort. As a result, shares in new thrift conversions were frequently issued at an appreciable discount to the valuation multiples of other publicly traded thrifts in order to get investors to notice and buy them.

Als Beispiel bringt er noch die “Jamaica Savings Bank”, die anscheinend mit einem KBV von 0,47 emittiert wurde obwohl dem ein qualitativ hochwertiges Portfolio genenüber steht.

Sein Fazit dürfte generell auch auf Spanische Sparkassen zutreffen:

Thrift conversions, such as that of Jamaica Savings Bank, are an interesting part of the financial landscape. More significantly, they illustrate the way the herd mentality of investors can cause all companies in an out-of-favor industry, however disparate, to be tarred with the same brush.

Interessanterweise hat Klarman’s Firma Baupost gerade im Mai bekannt gegeben, das man ein Office in London eröffnen will um von den erwarteten “notverkäufen” zu profitieren:

Baupost Group LLC, a $24 billion Boston-based hedge fund run by Seth Klarman, will open its first overseas office in London this year as the sovereign deficit crisis prompts a wave of distressed debt sales, two people with knowledge of the plans said.

Jim Mooney, a managing director at Baupost, will oversee the operation to tap investments mainly in commercial real estate, structured products, corporate and debt that trades at distressed levels, said one of the people, who declined to be identified because the move hasn’t been made public.

Ich vermute mal nicht, dass Klarman in börsengelistete Aktien investieren wird, aber es zeigt doch, dass es hier eine größere Anzahl von möglichen Valueinvestments geben könnte.

Fazit: Die Privatitisierung der Spanischen Sparkassen könnte evtl. ähnlich den US Amerikanischen Vorbildern in den 80ern interessant sein. Allerdings muss man die einzelnen Unternehmen noch eingehend analysieren.

Fortsetzung folgt….

P.S.: Wer sich für (Deep) Value Investing interessiert und das Buch noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen. Viel Besseres gibt es zu dem Thema nicht….

Draeger Genußschein – die billigste Medizintechnik Aktie der Welt !!!!

Mal schauen ob die reisserische Schlagzeile den Kurs hochbringt, aber Spass bei Seite.

Draeger hatte ja wie gestern berichtet eine Anpassung der geplanten EBIT MArge nach oben gemeldet, die genaue Meldung findet sich hier.

Die erste Satz der Meldung lautete wie folgt:

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA erwartet für das Geschäftsjahr 2011 ein besseres Ergebnis als bisher prognostiziert. Das Unternehmen rechnet nun – unter der unveränderten Annahme eines leichten Umsatzwachstums – mit einer EBIT-Marge von 8,0 bis 9,5 Prozent (bisher 7,5 bis 8,5 Prozent).

Nachdem im letzten Jahr die EBIT Marge bei 8,9% lag und der Umsatz fast stabil ist würde ich das mal so übersetzen: Der EBIT bei Dräger wird vmtl. auf Vorjahreshöhe oder leicht darüber liegen.

EPS waren im letzten Jahr 6,19 EUR. Auf diesen “Schock” hin haben einige Analysten Ihre EPS Ziele gleich mal nach oben gesetzt, so z.B. WestLB von 5.39 EUR auf 6,33 EUR und die Commerzbank gleich von 4.69 EUR auf ebenfalls 6,33 EUR.

Das erklärt natürlich auch den mehr als 10% Sprung der Aktie. Auf Basis dieser Zahlen sieht die Aktie mit einem P/E von 14,5 nicht teuer aus.

Wir hatten ja in einem früheren Posting schon mal darauf hin gewiesen, dass man ökonomisch eigentlich “fully diluted” rechnen sollte.

Zur Erinnerung: Behandle ich die Genußscheine wie 10 Vz. habe ich folgende Aktienanzahl:

10,16 Mio Stämme
6,35 Mio „echte“ Vorzüge
11,41 Mio „virtuelle“ Vorzüge

Damit ergeben sich als “Diluted Earnings” ungefähr (6.33x(10.16+6.35)+10)/(10.16+6.35+11.41)= 3,74 EUR pro Aktie für 2011. Dann wären die Vorzüge mit einem KGV von 23.5 recht sportlich bewertet.

Theoretisch kann man das natürlich auch aus Sicht des Genußscheins rechnen: für knapp 180 EUR bekomme ich 10×3.74 oder 37,4 EUR Gewinnanteil. Das macht ein KGV für den Genußschein von schlappen 4,8 !!!

Fazit: Damit dürfte die Überschrift wieder stimmen, der Genusßschein ist mit einem KGV von 4.8 wohl tatsächlich eine der billigsten (profitablen) Medizintechnikaktien der Welt. Heisst halt blöderweise “Genußschein”.

Newsflow – kein schöner Tag (Fortum, Dräger)

Zwei mal Nachrichten zu unseren Portfolio Werten:

Fortum:
Hat heute Halbjahreszahlen gemeldet. Lag anscheinend unter den Erwartungen der Analysten und es ging dann gleich bis auf knapp unter 18 EUR runter. Das Ergebnis war von Sondereffekten geprägt, die aber alle POSITIV waren. Der Wachstumstreiber Russland läuft wohl gemäss den Erwartungen- Aus Value Sicht kein Handlungsbedarf.

Draeger:
Draeger hat heute die Guidance fr die EBIT Marge für das Gesamtjahr erhöht. Der Kurs der Vorzugsaktie ist in der Spitze um deutlich über 10% gestiegen, die Genußscheine nur um 2%. Das ist natürlich nicht gerade gut für unsere Vorzüge Short / Genußschein long Strategie. Fundamental hat sich aber an der Einschätzung zum eklatanten Misspricing nichts geändert.

Asian Bamboo – Baumwolle reloaded

Auch wenn Asian Bamboo nicht mehr als aktiver Short im Portfolio ist, lohnt sich mal ein Rückblick auf das fast “prophetische Posting” von Matze zum Thema Baumwollpreise.

Damals hatten wir das hier geschrieben:

Zum Zeitpunk der Ankündigung lag der Preis für Baumwolle bei 4,32 USD pro Kilo oder 4320 USD pro Tonne. Die entsprach bei einem Wechselkurs von 1,44 EUR/USD ziemlich genau einem Preis von 3000 Euro pro Tonne. Woher kommt diese Diskrepanz von der Hälfte des „klassischen Baumwollpreises“?

Ein kurzer Blick auf die aktuellen Preise für Baumwolle:

Das sind aktuell also 1,01 USD pro Pfund ungefähr 2.317 USD pro Tonne Baumwolle, gut die Hälfte von damals. Das heisst die Projektionen für Umsätze und Marge aus dem “Bambusbaumwolle” Geschäft dürften nun auch nur noch die Hälfte wert sein. Vielleicht erklärt auch das die anhaltende Kursschwäche.

Man kann sich ja auch relativ gut ausrechnen, wie sich die Margen entwickeln. Lt. Q1 Bericht brauchmt man 300 Stämme für eine Tonne Viskose. Lt. Geschäftsbericht verkauft man einen Bambusstamm im Schnitt für 1,91 EUR oder ca. 2,70 USD. D.h. nur die Bambusstämme “kosten” ca. 300 x 2,70= 810 USD als Input. Ja nachdem wie hoch dann die tatsächlichen Verkaufspreise sind und die Kosten bleibt dann nicht mehr allzuviel an Marge übrig.

Porsche SE Vz – operatives Porsche Geschäft oder nur eine VW Aktien Holding ?

Vor zwei Wochen hatten wir uns ja mal die Porsche Aktie angeschaut und für nicht besonders interessant befunden im Vergleich zur VW Aktie.

Seitdem hat die Aktie deutlich zugelegt:

Die “Kollegen” von Investor Inside haben das prognostiziert. Dazu erstmal eine ehrliche Gratulation.

Interessant ist allerdings die Begründung:

Porsche bleibt der profitabelste Autobauer der Welt, das sollte nicht vergessen werden. Die jüngsten Absatzzahlen zeigen deutlich, dass sich der Konzern nicht nur in den Märkten von morgen bestens platziert hat, sondern auch das der Produktmix den Zeitgeist genau getroffen hat. Gäbe es heute nur den 911er bei Porsche zu kaufen wäre das Unternehmen wohl in ernsten Schwierigkeiten. Inzwischen wird ein Großteil der Umsätze mit dem Cayenne und dem Panamera gemacht. Weltweit stieg der Absatz bei Porsche im April um knapp 53 Prozent auf 11.741 Fahrzeuge. In China konnte man mit 2.316 ausgelieferten Porsche-Fahrzeugen ein Plus von 48,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verbuchen.

Davon entfallen 5 998 Einheiten auf den Cayenne und 2 212 Fahrzeuge auf den Panamera. Der Kult-Sportwagen schlechthin, der 911, ist 2 225 Mal in Kundenhand übergeben worden, Cayman und Boxster bringen es zusammen auf 1 306 Fahrzeuge. Mit dem Cayun wird demnächst eine neue Baureihe für den schmalen Geldbeutel aufgelegt und deckt dann das Segment des bezahlbaren SUVs zusätzlich ab. Ich gehe davon aus, dass der Cayun den Porsche Konzern somit noch in ganz andere Umsatzgrößen katapultieren könnte, da sich die Geländewagen offensichtlich

Auch im aktuellen Post wird auf das extrem gut laufende Porsche Geschäft als Grund eingegangen:

Für Porsche Aktionäre läuft es weiterhin rund!Auch die jüngsten Absatzzahlen aus den USA können einmal mehr überzeugen dass sich der Autobauer auf dem richtigen Weg befindet. Porsche lieferte im Juni 2.546 Fahrzeugen in den USA aus. Das sind 18,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Wiedermal war es der Cayenne der beim Absatz glänzen konnte, und sich zum echten Verkaufsschlager für Porsche entwickelt hat. Vom Cayenne alleine wurden 1.009 Fahrzeuge in den USA ausgeliefert was einer Absatzsteigerung von über 100 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Umso logischer ist auch der konsequente Ausbau des Konzerns in Sachen SUV. Mit dem kleinen Cayenne, dem Cayun wird bald die fünfte Baureihe an den Markt kommen. ich gehe davon aus, dass der Erfolg des Cayun mindestens genauso groß werden dürfte wie der des großen Bruders.

Wir wollen jetzt den Kollegen den Erfolg nicht madig machen, aber man sollte vielleicht doch auf Folgendes hinweisen:

– 49,9% des operativen Geschäftes (“Porsche Zwischenholding”) gehört mittlerweile direkt VW
– die restlichen 50,1% liegen bei einem Treuhänder und sind mit eine “put/Call” Konstruktion belegt
– zu den Put/Call Optionen kann man sich Details im Volkswagen Geschäftsbericht Anhang Nr. 41 ab Seite 339 anschauen
De Facto aber sind auch die restlichen 50,1% des operativen Porsche Geschäftes schon zu einem fixen Preis an VW verkauft, da eine Put/Call Kombination mit dem gleichen Basispreis einem Terminverkauf entspricht.

Was bedeutet das nun ? Ganz einfach, das operative Porschegeschäft wird zwar anteilig noch zu 49,9% “at Equity” bei der Porsche SE bilanziert, wirtschaftlich aber ist Volkswagen schon 100% Eigner des Geschäftes.Das wird auch dadurch reflektiert, dass VW 1,7 Mrd. EUR als Ergebnis aus dieser Konstruktion realsiert hat, da die Upside aus der guten Entwicklung bei Porsche nur Volkswagen zusteht.

Der Wert der Porsche SE hängt somit nur zu einem ganz geringen Anteil von der Porsche Geschäftsentwicklung ab (indirekt über die VW Aktie), der weitaus größere Teil hängt an der Entwicklung der VW Aktien. VW hat diesen Weg gewählt um auch ohne Merger an 100% des operativen Porsche Geschäftes zu kommen.

Schaut man auf den Chart sieht man auch sehr deutlich den Gleichlauf von Volkswagen und Porsche:

Fazit: Der Wert der Porsche Aktie hängt nur zu einem verschwindend geringen Teil vom operative Geschäft von Porsche ab, die einzig relevanten Werttreiber sind der Wert der VW Aktie, die Steurthemen und die Klagen.

P.S. Ich hoffe, die Kollegen sind jetzt nicht sauer, ich wollte nur auf ein allgemein vorhandenes Missverständnis hinweisen und habe deren Potsts als Beispiel genommen. Viele denken, dass sich unter der Porsche SE noch irgendwas mit Porsche verbirgt, dem ist aber nicht mehr so.

Sino Forest Update & Asian Bamboo Glaubwürdigkeit wieder herstellbar ?

Sino Forest:
Nachdem John Paulson ja ohne Rücksicht auf Verluste seine Position geschlossen hatte, gab es am Tag darauf eine offensichtlich gefakte Meldung, dass Muddy Waters Gründer Carson Block angeblich von der SEC wegen Kursmanipulation angeklagt wurde.

Auf Bloomberg gibt es noch einen ganz interessanten Artikel zu einem US Value Investor, der ebenfalls stark in Sino Forest investiert war..

Christopher Davis, a value investor who researches stocks and holds them for long periods, owned 13 percent of the Chinese tree-plantation owner as of April 29 through his Tucson, Arizona-based Davis Selected Advisers LP. The value of that stake has since dropped 92 percent, or more than $600 million, as Muddy Waters LLC, an investment firm run by Carson Block, said Sino-Forest overstated its timber holdings.

Bei Asian Bamboo haben wir wohl unseren virtuellen Short zu früh aufgelöst. Die Aktie fällt weiter wie ein Stein.

Dagegen hilft auch eine Erhöhung des Rückkaufprogramms auf 300K Aktien nicht und auch die eher Homöopatischen Rückkäufe des CEOs.

Es kommt immer wieder die Frage auf, was Asian Bamboo tun könnte, um Anleger von der Werthaltigkeit des Geschäftes zu überzeugen. Aus unserer Sicht könnten z.B. folgende Punkte dazu beitragen:

+ der CEO reinvestiert einen signifikaten Teil seiner Verkaufserlöse aus den letzten Jahren in die Aktie. In 2010 hat er ja mal schöne 31 Mio EUR ausgecasht, da könnte er doch locker mal 10-20 Mio wieder reinvestieren. Das könnte wirklich Vertrauen schaffen. Die 1000 Stück Meldungen dagegen sind einfach nur lachhaft.

+ es gibt “full disclosure” über die offenen Punkte (siehe unsere Frageliste)

+ zusätzlich wäre insbesondere Einblick in die Pachtverträge hilfreich und offizielle, nachprüfbare Bestätigungen über den Plantagenbesitz notwendig. Das Beispiel Sino Forest hat gezeigt, dass lustige Ausflüge mit Analysten und bunte Bilder im Geschäftsbericht nicht ausreichen, weil an einem Baum (oder Bambus) ja kein Eigentümerschild klebt.

Fazit: Asian Bamboo wird es weiter schwer haben. Ohne nachprüfbare Fakten zum Besitz der Plantagen und den offenen Bewertungsproblemen wird das Papier wahrscheinlich zum “Zockerwert” degenerieren. Da hilft auch das gebetsmühlenartige wiederholen der Prognosen nicht viel. Jetzt wären handfeste Beweise oder “Taten” gefragt.

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