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Shortselling: Pro & Contra

Da wir immer wieder Anfragen zu unseren Leerverkäufen bekomen, wollen wir nochmal ausführlich die Rationale hinter unseren Shortpositionen erklären. Eine interessante Sichtweise dazu hat Seth Klarman in seinem 2010er Shareholder Letter dargelegt. Link. Die beiden größten Problem bei Leerverkäufen sind zum einen der negative Erwartungswert und zum anderen das potentiell unendliche Verlustrisiko.

Da Aktien im langfristigen Mittel steigen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man bei einem Leerverkauf – auf lange Frist Geld verliert. Selbst wenn man sich mechanische Strategien von O’Shaugnessy und Co. anschaut, haben selbst die schlechtesten, bzw. teuersten Aktien noch einen leicht positiven Erwartungswert. Hinzu kommt, dass eine Aktie theoretisch unendlich steigen kann. Einem Kursgewinn von 100, 200 oder gar 1000% steht der Leerverkäufer machtlos gegenüber und muss entweder weitere Sicherheiten beibringen (Margin Call) oder seine Position schließen. VW war ein sehr gutes Beispiel. Ein Leerverkäufer der bei 200€ (da war die Aktie schon extrem teuer) leerverkauft hatte, hätte selbst bei einer nur sehr kleinen Position von bsp. 2% des Depotvolumens – nach einem erzwungenen Verkauf bei ~1000 € einen Impact von rund 10% bezogen auf das Gesamtvolumen gehabt.

Dennoch ist es aus unserer Sicht sinnvoll, passende Werte leer zu verkaufen. Dabei meinen wir – im Sinne unserer Deposteuerung – ernsthaft die Aktien zu leihen und dann an der Börse zu verkaufen. Wir meinen NICHT eine Spekulation auf fallende Kurse über Optionen oder über Knock-Out Zertifikate. Denn die Rationale hinter unseren Shortpositionen ist ja, dass wir aus dem Leerverkauf Geld erhalten und dieses gleichzeitig in ein breit diversifiziertes Portfolio “guter” Unternehmen anlegen. Wir wollen also nicht zwangsweise an fallenden Kursen verdienen, sondern es reicht uns schon, wenn die leer verkaufte Aktie einfach nicht steigt, während unser Portfolio ein positives Ergebnis erzielt. Dann hätten wir das Geld “kostenlos” geliehen und es gewinnbringend angelegt. Dieser Leverage-Effekt kann sehr ansehnliche Effekte erzielen – er kann aber natürlich auch gegen uns laufen!

Letztlich stellt dies in Ansätzen eine marktneutrale Strategie dar. Fällt beispielsweise der breite Gesamtmarkt (und die leerverkaufte Aktie) um 10% und fällt unser Portfolio nur um 5%, dann hat sich der Short gelohnt. Es kommt letztlich auf die relative Performance zwischen leerverkaufter Aktie und Portfolio an.

Eine weitere Funktion des Leerverkaufs kann sehr gut über den Drägerwerk Short gezeigt werden. Unsere Investmentthese ist ja, dass die Genussscheine im Verhältnis zu den Vorzugsaktien unterbewertet sind. Je höher die Genüsse und die Aktien steigen, desto unsicherer sind wir hinsichtlich der Margin of Safety die in unserer Position enthalten ist. In dem wir die Genüsse kaufen und die Vorzüge leer verkaufen haben wir einen Hedge, bzw. eine Arbitragespekulation hergestellt, der alleine auf die Differenz zwischen Vorzügen und Genüssen abzielt. Fallen die Vorzüge um 50% und die Genüsse nur um 25% (Ausweitung des Spreads), dann würde sich der “Hedge” netto positiv entwickeln. Aktuell mit steigenden Genüssen heute (~150€) und fallenden Vorzugsaktien haben wir natürlich (glücklicherweise und ungeplant) einen Ergebnisbeitrag von beiden Seiten der Hedgeposition. Letztlich wären wir unter Chance/Risikogesichtspunkten aber nicht “traurig”, wenn Genüsse und Vorzüge im Kurs unverändert blieben und wir über die wesentlich höhere Ausschüttung der Genüsse eine positive Rendite erwirtschaften würden.

Asian Bamboo – “Starke” vorläufige Zahlen 2010?

Das macht schon mal Laune für die die Woche: Die Meldung von Asian Bamboo per heute, besonders schön die Überschrift die man selber gewählt hat:

Asian Bamboo meldet starke vorläufige Geschäftszahlen für 2010

Ich hatte mich verlesen und dachte zunächst “stark vorläufige” Zahlen 😉

Zu den nackten Zahlen:

Konzernjahresüberschuss steigt im Jahresvergleich um 9% auf 31,6 Mio. EUR (2009/angepasst: 28,9 Mio. EUR); die Nettoergebnis-Marge beträgt 42%

Damit haben wir also 2.04 EUR pro Aktie ohne die “Biological Asset” Luft und eine angebliche Wachstumsrate von 9% zum (angepassten) letzten Jahr. Schaut man ber in den Geschäftsbericht von 2009 kann man sich zwei Zahlen als 2009er Ergebnis ausssuchen. Das damalige “bereinigte” Ergebnis betrug aber 2,16 EUR pro Aktie (ohne Biologische Assets) und war damit höher als das gemeldete 2010er Ergebnis.

Des Rätsels Lösung ist natürlich die stark angestiegene Zahl der ausstehenden Aktien. Ganz so stark sind die Zahlen also dann wohl doch nicht. Trotz steigenden Anbauflächen sinkende Gewinne pro Aktie und dafür ein sportliches KGV.

Ganz so stark finden die Anleger die Zahlen auch nicht.

Der in USA gemeldete Short Interest ist übrigens per 15.02. nochmal deutlich gestiegen:

Mit 734 Tsd. Stück ist jetzt immerhin schon 10% des Free Floats leer verkauft.

Es bleibt spannend.

Portfolio zum 25.02.2011

So anbei das Portfolio zum Ende der KW8- es haben sich ja einige Änderungen ergeben.

Die Euro-Summe beim Short-Dräger (- 950 €) gibt an, wie positiv/negativ der Hedge Vorzüge vs. Genüsse aktuell läuft. Im Moment läuft die Spekulation nicht gut, denn die Genüsse haben seit dem Kauf stärker verloren als die Vorzüge verloren haben. (Genüsse -6.680€; Short Vorzüge +5.735€) Unsere Erwartung ist ja eigentlich nicht, dass die Dräger VZ zwingend fallen. Wir wollen aber ab diesem Punkt einen reinen Pureplay auf die Bewertungsdifferenz.

Auch die Differenz zum Benchmark zur Vorwoche hat sich abgebaut.

Seit Jahresanfang:


MMI&M Portfolio: +2,49%

Benchmark: +3,95%
DAX: 3,95%
MDAX: 1,00%
Eurostoxx: 6,00%

HT1 Funding – Update

Die Commmerzbank hatte vor ein paar Tagen Ihre 2010er Zahlen bekannt gegeben.

Während man um die Aktie weiter einen weiten Bogen machen sollte (dazu vielleicht mal ein extra Post), gab es allerdings gute Nachrichten für die HT1 Halter: Es wird erstmal keine weiteren Nennwertreduzierungen geben. Das ist implizit in der Ankündigung enthalten, schon 2011 Teile der SOFFIN Einlagen zurückzuzahlen. Diese Einlagen können nur zu 100% zurückgezahlt werden und sind “pari passu” zur HT1. D.h. eine Abschreibung auf die SOFFIN Einlage wird nicht erfolgen, ansonsten könnte die Commerzbank rein technisch ihre Ankündigung nicht wahr machen.

Im Gegensatz zur SOFFIN bekommt der HT1 Halter aber die Zinsen vom Garanten, der Allianz SE bezahlt. Dementsprechend zog der Kurs der HT1 auch auf nunmehr freundliche 78,5% an. Im Vergleich z.B. zum 5.012% Commerbank Hybrid, der keine Zinsen zahlt und auch bei 78% notiert, ist die HT1 immer noch deutlich unterbewertet.

Transaktionen zum 23.02.2011

So jetzt gibt es – wie angekündigt – einige Änderungen:

Ensco verkaufen wir – und ersetzen es durch Noble. Gleiche Branche ähnlich billig – keine Übernahme. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Ölförderung in Zukunft nicht einfacher wird und die Rigs auch langfristig ausgelastet sein sollten.

Wir kaufen weitere Dräger Genüsse und hedgen die Gesamtposition durch die Dräger Vorzugsaktie. So kommen wir in den Genuss (haha!) der höheren Ausschüttung und einer (hoffentlich) anhaltenden Divergenz von Aktien und Genüssen.

Bei AIRE sind heute nach 27 Aktien in der Vorwoche heute rund 27 Tsd Aktien umgegangen!

Auf Grund der Turbulenzen in Libyen kaufen wir eine kleine Position (2%) ENI. Das Unternehmen ist so schon günstig – und durch den Konflikt in Nordafrika noch weiter unter die Räder gekommen. Ein Artikel hierzu wird in den nächsten Tagen folgen.

Ein aktueller Portfoliostand wird zum Wochenende eingestellt.

Name VWAP VWAP_VOLUME 15% Anzahl Aktien max. Volumen
DRAEGERWERK AG – PFD 60.54 € 26737 4010.55 242,781.45 €
DRAEGERWERK AG-GENUSSCH D 143.49 € 2123 318.45 45,693.18 €
ENI SPA 17.20 € 32692506 4903875.9 84,332,934.63 €
ENSCO PLC-SPON ADR $53.21 2417036 362555.4 19,291,391.56 $
NOBLE CORP $42.71 3061603 459240.45 19,611,863.42 $
         
AIRE GMBH & CO KGAA 9.06 € 26755 4013.25 36,339.98 €

Nochmal Kabel Deutschland

Wir sind zufälligerweise über folgenden Blogbeitrag in einem Deutschen Börsenblog gestolpert. Darin wir u.a. so argumentiert:

Am heutigen Handelstag wurden zwei neue Analystenkommentare veröffentlicht, die widersprüchlicher nicht sein könnten. So stuften die Analysten bei UniCredit Research das Wertpapier der Kabel Deutschland Holding AG mit „buy“ ein und bestätigten das Kursziel von 44,00 Euro, währenddessen die WestLB der Kabel Deutschland Holding AG ein Kursziel von 32,00 Euro einräumt und den Wert auf „reduce“ setzt. Die WestLB sieht das niedrige Kursziel auf Grund der abnehmenden Abonnentenzahlen, die ein positives Kurspotenzial mangels Impulse nahezu unmöglich machen.

Die UniCredit Research sieht die Wachstumschancen ungebrochen, da sich die Entwicklung der Abonnentenzahl noch im Rahmen der Markterwartung befände. Ferner gibt UniCredit Research an, dass sich die Anleger ihre Kaufentscheidungen auf das EBITA begründen und nicht auf die derzeitigen Abonnentenzahl.

Aha, interessant, die neue Kennzahl EBITA als Kaufargument….das wäre uns jetzt neu, wir kennen eigentlich nur EV/EBITDA, KGV oder so altmodische Kennzahlen.

Weiter wird im Blog dann so argumentiert:

Fakt ist, dass sich der Aktienwert der Kabel Deutschland Holding AG seit August in einer starken Aufwärtsbewegung befindet. Nach einer kurzfristigen Korrektur konnte sich ein neues Hoch festsetzen. Kommt es nun zu einem weiteren Rücksetzer, dürfte sich eine erneute Kaufwelle bei 37,20 Euro durchsetzen, welche das Potenzial bis 48,00 Euro ausschöpfen könnte.

Also in eigenen Worten: Der Wert ist gestiegen, deshalb wird er auch weiter steigen. Das nennt man wohl auch “Momentumstrategie”. Wir wollen jetzt diesen Beitrag nicht werten, aber das zeigt schon deutlich wie sich unserer Ansatz von einigen anderen Ansätzen unterscheidet. Wirklich fundamentale Gründe für das Kabel Deutschland Kursniveau scheint es aber keine zu geben.

Draeger – Follow Up & Kapitalstrukturarbitrage Möglichkeit

Im Draeger post von gestern hat sich wie von tt richtig angemerkt eine Schlamperei eingeschlichen.

Korrekt ist es natürlich nur, wenn man mit dem “diluted” Jahresergebniss von 3,11 EUR rechnet. Ein Multiple von 15 wäre dann ein “fairer” Kurs von ungef. 45 EUR bei der Aktie und ca. 180-225 EUR beim Genußschein.

Allerdings sollte man auch anmerken, dass der 15er Multiplikator deutlich über dem aktuellen 11 KGV liegt. Nimmt man an, dass das aktuelle 11er KGV auf den dilutierten Wert angewendet werden würde, dann wären wir wieder bei ca. 33 EUR für die Aktie oder 130-150 EUR für den Genußschein.

Es bleibt das Fazit: Die Aktie scheint überbewertet zu sein, im Genußschein könnte noch Potential stecken.

Wie kann man aber diese Situation ausnutzen, ausser den Genußschein zu kaufen ?

Ein logischer Weg wäre, den Genußschein Long zu gehn (das unterbewertete Asset) und die Vorzüge Short. Das wäre dann eine Wette auf die relative Entwicklung der beiden Instrumente zueinander. Mehr dazu im nächsten Post.

Kabel Deutschland – Aktuelle Zahlen

Kabel Deutschland meldete heute Zahlen. Die Originalmeldung beginnt mit folgendem Absatz:

Kabel Deutschland mit einem Zuwachs beim EBITDA von +12.6% auf Euro 185 Millionen im dritten Quartal auf gutem Weg zur Erreichung der Jahresziele

Also Top Zahlen, oder ?

Die Wirtschaftspresse macht daraus “ein solides 3 Quartal

Wachsende Kundenzahlen, was will man mehr ?

Liest man ein bischen weiter, versteckt sich folgender Absatz:

The Company posted a net loss of €43.9 million for the nine months ended December 31, 2010 (€22.3 million net loss in the same period last fiscal year), negatively affected by the €47 million one-time fees and costs related to the refinancing of the Company’s 2014 Senior Notes.

Aha, also steigender Umsatz, steigende Kundenzahlen und steigender Verlust ? Natürlich ist das ein Einmaleffekt…

In der Pressemitteilung wird ferner davon gesprochen, dass man erfolgreich die Schulden abgebaut hätte. Schaut man aber mal in den 9 Monatsbericht, sieht man dass die Finanzschulden zwar in den letzetn 6 Monaten insgesamt um ca. 160 Mio zuürckgegangen sind, der Cashbestand dafür aber gelich um 210 Mio.

In der Cashflowrechnung sieht man auch deutlich, dass jeder eingenommen Euro in die Schuldentilgung gesteckt werden muss. Interssanterweise reagiert der Markt relativ schwach auf die Nachricht:

Ob das am schwachen Gesamtmarkt liegt ? Das wird sich zeigen, wir fühlen uns trotz Buchverlusten nicht wirklich unwohl mit der Shortposition.

Draeger Genüsse – ein paar Gedanken zur Bewertung

Der Dräger Genußschein Kurs hat die letzten Tage ja stark angezogen und die Vorzugsaktien deutlich ausperformt:

Draeger

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was ist eigentlich ein „Fairer“ Kurs für die Genussscheine ? In diversen Diskussionsboards, z.b. in W:O wird oft behauptet, dass der faire Kurs logischerweise (da ja 10x Vz Dividendenanspruch)10x desVorzugskurs betragen muss, das wäre dann grob ein Kursziel von 600 EUR.

Bei dieser Argumentation darf man allerdings eines nicht vergessen: Die Bewertung der Aktien und Genussscheine zusammen muss immer noch Sinn machen im Verhältnis zum erzielten Gewinn.

Was meinen wir damit ? Fangen wir mal ganz einfach mit den Aktien an. Draeger hat derzeit 10,16 Mio Stämme (Kurs 50,61 EUR) und 6,35 Mio Vz. (Kurs ca 60,38 EUR) ausstehen

Das macht in Summe eine Marktkapitalisierung von 938 Mio EUR. Aus Sicht der teureren Vorzüge ergibt das dann an Kennzahlen:

KBV 1,7
KGV 11
EV/EBITDA 5,3

Alles in allem recht moderate Zahlen. Dabei muss man allerdings beachten, dass die Genussscheine in die G&V nur mit dem tatsächlich gezahlten Coupon eingehen und als „Divisor“ nur die Vorzugs und Stammaktien.

Genussscheine sind folgende ausstehend:

GS Serie A 315,600
GS Serie K 105,205
GS Serie D 992,620

in Summe ca. 1.41 Mio Stück.

Jetzt könnte man mal folgendes Gedankenspiel machen: Wie sähe es denn aus, wenn wir„fully diluted“ EPS rechnen würden, also so tun als wären die Genussscheine wirklich jeweils 10 Vorzugsaktien ?

Dazu muss man Folgendes machen:

– Genussscheinausschüttung wieder zum Gewinn hinzuzählen (im laufenden Jahr wurde laut Draeger Quartalsbericht 4 EUR pro Genussschein berücksichtigt)
– Aktienanzahl um 10*Genußscheine erhöhen (plus 11,4 Mio Aktien)
– Kennzeichen mit neuer Aktienanzahl errechnen

Basierend auf den Q3 2010 Zahlen rechnen wir dann mal hoch:

Nachsteuerergebnis 70 Mio. EUR für 9 Monate
+ 1,41 Mio Genußrechte * 4 EUR * 0,7 (Steuereffekt) = 3,95 Mio EUR

macht im Ergebnis 73,95 Mio EUR Gewinn vor Genussscheinen in den ersten 9 Monaten.

Dann teilen wir das durch folgende Aktienanzahl:

10,16 Mio Stämme
6,35 Mio „echte“ Vorzüge
11,41 Mio „virtuelle“ Vorzüge

macht insgesamt 30,6 Mio Aktien oder im Umkehrschluss 2,41 EUR Gewinn pro Aktie vs. den 4,27 EUR pro Vz Aktie im Quartalsbericht oder eine Dilution von gut -43%.

Hochgerechnet auf das Jahresergebnis bedeutet das Folgendes: Die von den Analysten geschätzten 5,50 EUR sind „fully diluted“ eigentlich nur 3,11 EUR pro Aktie, die Vorzüge notieren damit auf einem recht sportlichen Niveau von KGV 20 für 2010.

Berücksichtigt man die Bewertungen von Firmen wie Medtronic (KGV 13) und die doch etwas durchwachsene Historie von Dräger dürfte das sicher das obere Ende der Bewertungsfahnenstange sein. Persönlich würden wir einer Dräger aber eher ein Bewertungsniveau von 15 zubilligen.

Das wären 15*2,41 oder 36 EUR pro „fully diluted“ Aktie als Kursziel für die Vorzüge die somit deutlich überbewertet wären

Was bedeutet das jetzt im Umkehrschluss für die Genussscheine ?

Der Logik folgend könnte der faire Kurs dann natürlich 10*36 EUR oder 360 EUR sein. Jetzt muss man aber natürlich Folgendes berücksichtigen:

– Die Stämme haben im Vergleich zu den Vorzügen trotz Stimmrecht einen Abschlag von 20%, der wohl hauptsächlich Liquiditätsgetrieben ist. Die Genüsse sind zwar mittlerweile recht liquide, aber ein Abschlag von 25% wäre wohl mindestens anzuwenden. Wären aber immer noch freundliche 270 EUR Kursziel

– Jetzt darf man aber auch nicht vergessen, dass noch nicht entschieden ist, wie gut der Verwässerungsschutz für die Genussscheine ist. Die Hauptversammlung wird wohl erst eine relativ niedrige Abfindung beschließen, das Endergebnis ist offen

– Historisch haben die Genussscheine maximal (kurzzeitig) zum 6 fachen des Vorzugspreises (Ende 1999) notiert. Nimmt man an, dass dies die schlechtere Lqiuidität und das Verwässerungsproblem wiedergibt, wären wir hier bei einem „Fairen“ Kurs von 6*36 oder 216 EUR. Ein 5er Multiplikator wäre 180 EUR

– Da wir die Vorzüge für überbewertet halten, wäre es wohl eher unwahrscheinlich, dass bei einem fallenden Kurs der Vorzüge die GS noch weiter stark steigen würden. Realistisch dürfte dann sich der Kurs maximal beim 4-5 fachen „fairen“ Vz Wert einfinden, also zwischn 145-180 EUR.

Man kann sich natürlich auch noch mal überlegenwas passiert, wenn Dräger auf das durchschnittliche Profitniveau früherer Jahre zurückfällt. Dort war die Nettomarge im Schnitt nur 1% (1999-2009) bzw. 1,93% 2004-2009.

Das wären dann hochgerechnet:

Bei 2 Mrd. Umsatz 1,9% Gewinnmarge = 38 Mio Gewinn oder 1.24 „Fully diluted“ EPS oder einem Fair Value (KGV 15) von 18,60 EUR pro Aktie . Dann wären wir beim Genussschein in einer Range von 45 EUR (historisch) bis maximal 111 EUR (bei einer 6 fachen Bewertung)

Kommen wir nun zum Fazit nach diesen langen Ausführungen, was ist der Genussschein denn nun wirklich wert ?

Die (vorläufige) Antwort lautet:

a) Die Vorzugsaktie scheint deutlich überbewertet zu sein, würde man wirklich „fully diluted“ mit der entsprechenden Anzahl an “virtuellen” Vorzugsaktien rechnen

b) glaubt man daran, dass Draeger diesen plötzlichen Profitabilitätssprung halten kann, dann wären wahrscheinlich Kurse bis 145-180 durchaus als „fair“ anzusehen, es bestünde also noch gewisses Kurspotential.

c) fällt Dräger zurück in „alte Zeiten“ wäre der Genussschein deutlich überbewertet und Kurse um die 100 EUR realistischer

Was wir lesen – Rückspiegel KW7

Wie in anderen Blogs üblich wollen wir hier eine Linkliste erstellen und einige lesenswerte Beiträge oder Artikel die wir gelesen haben:

Die alten Buffett-Partnership Letters 1959-1969

Whitney Tilson Partnership Letter – Januar 2011

Kurzübersicht Netflix – Tilson covert seinen Netflix Short

Pabrai Investment Funds – Annual Meeting Mitschrift

Zwei gute Paper zu mechanischen Anlagestrategien

Mechanische Anlage nach Kurs/Free-Cashflow < 15 im DOW (Danke Raynar)

SIA-Letter Dezember 2010 zu Medtronic

Übersicht zu Citron-Research Shorts

Newsletter des Graham&Dodd Lehrstuhls (Interessante Aspekte zum HighFrequenzy Trading)

Ein paar interessante Links von James Montier

Ein paar interessante Links von Micheal Mauboussin

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