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Asian Bamboo: Die Mär von der Baumwolle

Asian Bamboo hat in den letzten Tagen gerade folgende Nachricht bekannt gegeben:

Hamburg, 17. April 2011 – Die Asian Bamboo AG („Asian Bamboo“, „das Unternehmen“, ISIN: DE000A0M6M79, Börsenkürzel „5AB”, ADR Börsenkürzel „ASIBY“), ein weltweit führendes integriertes Unternehmen in der Bambusindustrie, hat im März 2011 mit der industriellen Fertigung von Bambusfasern begonnen und freut sich, folgende Erfolge melden zu können:

• Durchschnittliche Tagesproduktion: rund 70 Tonnen Bambusfasern
• Gesamtproduktion und Verkauf (bislang): mehr als 1.000 Tonnen
• Durchschnittlicher Verkaufspreis: rund 15.000 RMB je Tonne (entsprechend rund 1.600 EUR je Tonne)
• Abschluss eines Fünf-Jahres-Vertrages mit einem Schlüsselkunden aus der Textilindustrie über die Lieferung von jährlich 20.000 Tonnen Bambusfasern zu Marktpreisen. Der Preis je Tonne wird auf vierteljährlicher Basis angepasst

Herr Lin Zuojun, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Asian Bamboo AG, kommentiert: „Wir verzeichnen eine wachsende Nachfrage nach Ersatzmaterial für Baumwolle und das Timing dieses Projektes könnte nicht besser sein. Neben dem bereits abgeschlossenen Schlüsselvertrag verhandeln wir derzeit über mehrere weitere langfristige Lieferverträge. Der Vorstand entwickelt gegenwärtig detaillierte Pläne für die nächsten Schritte dieses Projektes.“


Was wir uns fragen:

Der Baumwollpreis stand (bis vor kurzem) auf einem Jahrhunderthoch. Das letzte Hoch des Baumwollpreises lag 1864 bei rund 190 US-Cent pro Pfund. (Klar: inflationsbereinigt ist noch massig Platz). Seit den letzten 30 Jahren hat sich Baumwolle in einer relativ engen Spanne zwischen 50 und 100 US-Cent pro Pfund bewegt. Baumwolle ist dabei sicherlich ein absolut klassisches Commodity: Wettbewerbsvorteile gibt es nicht und wenn der Preis zu stark steigt werden entweder massig Anbauflächen erweitert oder einfach auf andere Substitute zurückgegriffen.

Nun ist auch Asian Bamboo auf den Zug aufgesprungen um am ewigen Wachstum des Baumwollpreises zu partizipieren. Wenn man die obige Nachricht etwas genauer liest, muss man sich allerdings folgende Frage stellen:

• Durchschnittlicher Verkaufspreis: rund 15.000 RMB je Tonne (entsprechend rund 1.600 EUR je Tonne)

Zum Zeitpunk der Ankündigung lag der Preis für Baumwolle bei 4,32 USD pro Kilo oder 4320 USD pro Tonne. Die entsprach bei einem Wechselkurs von 1,44 EUR/USD ziemlich genau einem Preis von 3000 Euro pro Tonne. Woher kommt diese Diskrepanz von der Hälfte des “klassischen Baumwollpreises”?

Aus unserer Sicht lässt sich dies nur über folgende Schlüsse erklären:

1) entweder ist Bambuswolle erheblich geringwertiger als reine Baumwolle oder unterscheidet sich deutlich von dieser und ist nur etwa die Hälfte des Marktpreises für Baumwolle wert, oder
2) die Lieferung erfolgt zu abweichenden Spotpreisen bzw. ist per Termingeschäft verkauft.

Etwas Literaturrecherche im Netz, etwa hier oder hier zeigt, dass Textilien aus Bambus alles andere als neuartig, selten oder besonders ökologisch sind.

Das Endprodukt ist nämlich schnöde “Viskose”, also ein Kunststoff dem man nicht mehr ansieht aus welchem Ursprungsstoff er gemacht wurde. Die im Geschäftsbericht auf Seite 46 angepriesenen Vorteile der “Bambusfaser” sind zum größten Teil erfunden bzw. beziehen sich auf allgemeine Trageeigenschaften von Viskose.

Der Verkaufspreis der “Bambuswolle” orientiert sich somit nicht direkt am Baumwollpreis sondern am Preis für Viskose. Der ist zwar auch gestiegen, weil Viskose im gewissen Umfang auch ein Substitut für Baumwolle ist, aber die Markteintrittsbarrieren für die Viskoseherstellung scheinen eher gering zu sein.

Somit ist schließlich nur noch die Frage zu beantworten wo die Baumwollpreise und Viskosepreise zukünftig notieren werden. Hierzu lohnt sich vielleicht ein Blick auf die Future Preise: Bei Future-Geschäften ist zwischen Contango und Backwardation zu unterscheiden. Der “Spotpreis” weicht dabei meist auf Grund verschiedener Faktoren von den “zukünftigen” Preisen (Future-Preise) ab. Ist beispielsweise ein Gut gerade heute besonders knapp, kann der heutige Preis sehr hoch stehen, während der Preis des Gutes in einem Jahr (“Future-Preis”) relativ unverändert ist.

Bei Baumwolle stellf sich die Situation aktuell wie folgt dar:

Klar: Auf Grund historisch niedriger Lager, Unwetterkatastrophen und Ernteausfällen ist der kurzfristige Preis explodiert. Langfristig hingegen sieht die Angebots- bzw. Nachfrage-Lage etwas anders aus.

D.h. im Falle von Asian Bamboo ist es nicht möglich, dass das Unternehmen die zukünftige Produktion heute schon verkauft, um an den hohen Spotpreisen zu partizipieren. Wollte man bspw. einen Pfund Baumwolle im Dezember 2012 verkaufen (wenn die Produktion voll ausgeweitet ist), könnte man dies heute für gerade einmal 100 Cent tun. Zusätzlich müssen wir dabei ein Fragezeichen nach der Qualität der Bambus-Baumwolle stellen. – Ist der Preis von 100 Cent in 2012 wirklich zu erreichen – oder ist es nur die Hälfte des Future-Preises so wie in der Nachricht?

Angesichts der Ankündigung zu den Sperrholzplatten sind wir sehr gespannt, welche “Erfolge” (nicht nur Umsatz sondern Gewinn) die Bambus-Baumwollproduktion zukünftig erbringen wird. Insbesondere dann, wenn man davon ausgeht, dass der typische Commodity-Schweinezyklus irgendwann wieder zurückpendelt und die Bambuspreis nicht mehr (wie Bambus) ewig in den Himmel wachsen.

Transaktionen und Portfolio KW 16

Eigentlich wollten wir ja Total Produce ins Portfolio aufnehmen.

Leider wurden in der gesamten Woche nur 51.120 Stück zu 0.43 Cent gehandelt, so dass wir keine ordentliche Position zusammenbekommen hätten. Daher werden wir es nächste Woche probieren 😦

Das Portfolio hat sich während dieser doch für den Gesamtmarkt sehr starken Woche schlecht entwickelt.

MMI&M: +3,83 %
Benchmark: +4,84 %
DAX: +5,51%
MDAX: +4,09%

Sto hat heute wiedermal eine klassische Meldung herausgegeben. Klassisch heisst bei Sto, dass sie ein Rekordergebnis verkünden und die Zukunft in den dunkelsten Farben malen. Allerdings waren die Einbussen durch die Rohstoffpreise tatsächlich nicht von schlechten Eltern. Die Aktie ging heute im Tagesverlauf bis zu -14% in die Knie. Wir sehen jedoch kein Grund etwas an der Position zu ändern.

Im laufenden Jahr solle der Umsatz um rund 3 Prozent steigen und damit die Milliardenschwelle knapp überschreiten, so Sto. Der Gewinn aber soll unter Druck kommen. Eine konkrete Ergebnisprognose wird nicht genannt. „Vor allem weiter kräftig steigende Rohstoffpreise und eine nochmalige spürbare Erhöhung der Personalkosten werden die positiven Ertragsauswirkungen des leicht größeren Geschäftsvolumens mehr als kompensieren“, meldet das Unternehmen.

What we read: KW 15

Crossing Wallstreet zur Arbeitslosenquote und Wiederwahlchancen

Seeking Alpha: Zickenkrieg Daniel Loeb vs. Ken Griffin

KanAm US Grundinvest: Börse ARD zu offenen Immofonds

FAZ-Net zur Commerzbank Kapitalerhöhung

FT-Alphaville: Dreistheit ohne Worte

In the case of Waterfall TALF Opportunity, here’s what we know: The company was founded in June 2009 with $14.87 million of investment capital, money that likely came from Christy Mack and Susan Karches. The two Wall Street wives then used the $220 million they got from the Fed to buy up a bunch of securities, including a large pool of commercial mortgages managed by Credit Suisse, a company [Christy’s husband, former Morgan Stanley CEO] John Mack once headed. Those securities were valued at $253.6 million, though the Fed refuses to explain how it arrived at that estimate.

D.h. also die FED gibt der Frau eines Bank CEOs gut 200 Mio USD damit die zu Schleuderpreisen Toxic Assets aus der Bank Ihres Mannes kaufen darf. Profits gehen zu Gunsten der Lady, Verluste zu Lasten der FED. Prima.

Amazon: Neues Buch von Greenblatt

Crossing-Wallstreet: Microsoft looks cheap

Crossing-Wallstreet: Gedanken zum Equity Risk Premium

Seth Klarman: Shareholder Reports 1994-2001 – Schon spannend zu lesen, wie Klarmann trotz Jahren von Unterperformance durchgehalten hat.

Marc Cuban zu Netflix und Youtube

MMI&M Portfolio KW15

Anbei der Stand des Portfolios zur KW15.

MMI&M: +4,64 %
Benchmark: +3,57 %
DAX: +2,57%
MDAX: +3,36%

Drägerwerk läuft und läuft und läuft. (Hätten wir mal besser nicht gegen die Vorzugsaktien abgesichert. Aber die Familie “hättenwirdoch” lebt ja an der Börse bekanntlich in einer riesigen Villa neben der Bruchbude der Familie “hättenwirdochnicht”…)

Von der AIRE würden wir noch mehr kaufen, wenn es die Möglichkeit gäbe. Hier zeigt sich aber der Sinn unser Portfolio auf dieser Größe festzulegen. Mit 55 Tagen haben wir für den Aufbau der aktuellen Position schon ewig gebraucht, so dass wir von einer weiteren Erhöhung (leider) absehen.

Investmentfonds: Publikumsfonds die 2te (europäische Investoren)

Als weiterführende Perspektive zu unserem ersten Artikel zu Investmentfonds wollen wir nach der Vorstellung von zwei US-Value-Fonds einen Blick auf drei europäische “Value-Investoren” werfen, die ebenfalls mit sehr interessanten Publikumsfonds am Markt sind.

Bestinver Internacional: Vom Namen her unbekannt glänzt die spanische Bestinver Asset Management jedoch mit absolut hervorragenden Ergebnissen und einem stark an Fundamentaldaten ausgerichteten Fondsmanagement. Bestinver veröffentlich seine Philosophie in unregelmäßig erscheinenden Shareholder Reports und hat in den beiden größten Fonds je über einer Millarde Euro Kapital. Bestinver ist eine der sehr wenigen Anlagegesellschaften die auch in einem qualitativen Morningstar-Rating die höchste Kategorie (“Elite”) erreicht hat. (Damit geht Morningstar wirklich knausrig um.) Die Ergebnisse die der Fonds seit Auflage erzielt hat sind wirklich außergewöhnlich. Mit einer jährlichen Performance von 17,49% p.a. seit 1993 hat der Fonds jegliche Indizes (Benchmark: 9,13% p.a.) weit hinter sich gelassen. Auch hier zeigt sich, welch massiven Effekt der Zinseszins über einen langen Zeitraum haben kann. 10.000 Euro in den breiten Aktienmarkt investiert haben sich seit 1993 zu etwa 38.000 Euro vermehrt. Mit einer Anlage in Bestinvers Flaggschiff wurden aus der gleichen Summe 177.000 Euro und damit ein 4,6x höheres Vermögen als bei Aktien im Allgemeinen. Darüber hinaus ist bewundernswert, mit welcher Konstanz Bestinver (bei so einem hohen Fondsvolumen) hervorragende Ergebnisse bringt.

Long Term Investment Fund: Die Schweizer Gesellschaft SIA (Strategic Investment Advisors) ist seit 2002 den Long Therm Investment Fund verantwortlich. Orientiert an den klassischen Graham&Dodd-Werten ist der Fonds jedoch stark Research-getrieben und erheblich “Ressourcen&EmergingMarkets-orientierter” als die meisten anderen “Value-Fonds”. Im Portfolio befinden sich zahlreiche Small- und Midcaps, die in Ihrer Ausrichtung sehr speziell sind. Viel weiter von den klassischen Benchmarks entfernt kann man wahrscheinlich nicht sein. SIA hat in zahlreichen Präsentationen und Newslettern dargelegt, warum Ölbohrer vor Thailand oder Kohleförderer in Nordkanada “saugünstig” sind und auch dementsprechend angelegt. Die Performance des Fonds ist zwiespältig: Zwar wurde seit 2002 ein hervorragendes Ergebnis erzielt (10,29% p.a. vs. 0,24%p.a. MSCI World EUR), jedoch war der Absturz während der Finanzkrise mit -70% auch extrem massiv. Der Hauptgrund warum wir die SIA als Anleger schätzen, jedoch von einem Investment abraten würden, ist der Umgang mit diesem Absturz. Da der Fonds eine Performance-Fee inkl. High Watermark erhebt (neue Fees erst bei neuen Höchstständen des Fonds) und in 2009 nach dem Absturz neue Hochs in weiter Ferne waren, wurde die alte Fondsklasse für Neuinvestments geschlossen und eine neue Fondsklasse etabliert um dort Performance-Fee kassieren zu können. Wir empfinden dieses Vorgehen aus Sicht der Firma verständlich – für die Investoren jedoch als völlig unakzeptabel.

Sparinvest Global SmallCap Value: Sparinvest ist eine dänische Investmentgesellschaft die aus der Sparkassengruppe hervorgegangen ist. In Ihren Fonds stellen sie sich im Marketing-blubb als klassische Value-Investoren dar. Die Fonds schlagen sich nicht schlecht (aber aus den zugänglichen Daten seit 2006 auch nicht besonders spektakulär). Interessant sind die Fonds vor allem auf Grund Ihrer Holdings. Diese zeigen was der Fonds kauft und verkauft. So ist der Sparinvest Global Small Cap Value weltweit einer der Fonds, der mit rund 3,20% Depotanteil den höchsten Anteil Apogee Enterprises hat, den Investmentfonds an Apogee halten. Für uns zumindest ein “Indikator”, dass andere etablierte ValueInvestoren die gleiche Story wir wir sehen und genauso anlegen.

Investmentfonds: Publikumfonds die 1.te (Allgemeines und US-Adressen)

Ähnlich gesinnte Investoren bieten oftmals eine unerschöpfliche Fundgrube für gute Ideen und interessante Unternehmen.
Insbesondere die Fund-Reports und die Quartalsberichte bieten hier sehr gute Einblicke!
Zwar gibt es weltweit mehrere Zehntausend Investmentfonds, von diesen sind aber nur ein Bruchteil wirklich ansatzweise interessant. Den wenigsten Fonds und Ihren Managern würden wir unser Geld anvertrauen. Dies liegt nicht nur in der Kostenproblematik begründet, sondern auch in den schwierigen Rahmenbedingungen denen Fondsmanagern im allgemeine unterworfen sind. Die drei wichtigsten Gründe warum der durchschnittliche Fondsmanager (trotz hervorragender Ausbildung, Promotion und jahrelanger Forschung und Erfahrung) unserer Meinung nach langfristig nur schlechte Ergebnisse abliefern sind:

1) Kosten von 1-2% p.a.
2) Der Druck kurzfristige Ergebnisse zu erzielen
3) Die Ausrichtung an einer Vergleichsbenchmark

Diese Gründe sind seit langem bekannt und gehören Sicherlich zu den Hauptgründen, warum die ETF-Industrie in den vergangenen 10 Jahren so extrem geboomt hat.

1) Von der durchschnittlichen Rendite von 5-8 % p.a., die wir langfristig für Aktien erwarten, werden jährlich Kosten für die Fondsführung abgezogen. Die durchschnittlichen Kosten eines klassischen Fonds liegen zzgl. Ausgabeaufschlag (auf die Laufzeit verteilt) bei im Schitt über 1,5% p.a. Oder anders gesprochen: Bei einer anzunehmenden Rendite von 8% für die Aktien insgesamt muss der Fondsmanager bei Kosten von 1,5% (6,5% erwartete Rendite bei Indexfonds abzgl. 1,5% Gebühr) pro Jahr fast 20% besser sein als der Durchschnittsmarkt – nur um seine Kosten wieder reinzuholen.

2) Der Druck kurzfristige Ergebnisse zu erzielen erhöht die Tendenz kurzfristige Strategien zu bevorzugen. Ein Fondsmanager hat “keine Zeit” dass sich eine Aktie über einen längeren Zeitraum schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt. Läuft eine Aktie schlecht, muss er das Festhalten an dem Titel in den wöchentlich, monatlich stattfindenden Meetings des Investmentausschusses/Portfoliomanagements jedesmal verteidigen. Bei Komiteeentscheidungen sind so Bauernopfer ala “Kürzen wir meine Aktie, dann kürzen wir auch deine Aktie” ziemlich sicher.

3) Die Ausrichtung an einer Vergleichsbenchmark zwingt den Fondsmanager zu mittelmäßigen Ergebnissen. Es handelt sich um ein klassisches Prinzipal-Agent Problem. Ein Fonds der sich mittelmäßig schlägt muss sich nicht rechtfertigen, kann aber trotzdem Provisionen kassieren. Ein Fonds der extrem von seiner Benchmark abweichende Wetten fährt, kann entweder gewinnen – oder verlieren. Verliert er, dann sinken in der Regel auch sehr schnell seine Einlagen. Damit gefährdet der Fondsmanager bei starker Abweichung seinen Job und sein Arbeitgeber verliert die mit dem Fonds verbundenen Provisionen. Ein Anreiz zu stark abzuweichen ist also gering.

Dennoch gibt es zahlreiche professionelle Investoren die hervorragende Publikumfonds anbieten. Was an diesen Fonds interessant ist und welche interessanten Ideen manche von Ihnen bereithalten wollen wir in einigen zukünftigen Beiträgen vorstellen.

Eine Übersicht über potentiell interessante Fonds wollen wir aber schonmal hier abliefern. Da wir zukünftig sicherlich das eine oder andere Mal auf diese Fonds verweisen kann man hier dann kurz nachlesen woher die Fonds stammen:

Sequoia Fund: Einer der Fonds mit dem besten Langzeitergebnis der Wallstreet. (LINK) Wie könnte es anders sein: Gründer des Fonds William Ruane lernte sein Handwerk in einem Investment-Kurs bei Ben Graham. Zu dieser Zeit lernte er auch Warren Buffett kennen, der seinen Anlegern nach der Schließung seiner Partnerschaft eine Einlage in den Sequioa Fund empfahl. Der Fonds war von 1982 bis 2008 für neue Anleger geschlossen. Da neue Gelder auch neue Provisionen bringen ist eine so lange Schließung außergewöhnlich, wenn nicht einmalig. Der Fonds erzielte bis heute ein Wachstum von 14,44% p.a. gegenüber dem S&P mit 10,78% p.a. Schon an dieser Zahl kann man sehen welche Macht hinter einem “nur” um 3,6% besseren Ergebnis steckt. (Und mit diesem Ergebnis ist der Fonds einer der besten langfristigen Track Rekords offener Publikumfonds die es gibt.) 10.000 USD angelegt im Sequioa wurden in dieser Zeit zu 2,44 Mio USD. Im S&P hingegen wurden aus den 10.000 USD “nur” 609 Tsd. USD. Erhebt ein durchschnittlicher Fonds also sogar noch Kosten wird der Durchschnittsanleger weit unter den rund 600 Tsd USD in dieser Zeit gelegen haben. Link zu den Shareholder-Reports

Tweedy Browne Global Value: Tweedy Browne ist einer der ältesten und prominentesten Namen der WallStreet. Ursprünglich eine Brokerfirma bei der auch Warren Buffett die Geschäfte seiner Partnerschaft abwickelte, legte Tweedy Browne in der Vergangenheit verschiedene Fonds auf. Der Track-Rekord kann sich durchaus sehen lassen. Christopher Browne hat das sehr lesenswerte Buch “The Little Book of Value-Investing” geschrieben. Die Shareholder Reports von Tweedy Browne werden auch um Researchberichte und Studien ergänzt.
Der Tweedy Browne Global Value erzielte (auf USD-Basis) mit jährlich 10,24% p.a. ein erheblich besseres Ergebnis als des MSCI EAFE mit 5,29% p.a. Das Ergebnis kann sich auch hier sehen lassen.

Asian Bamboo: Random Walk oder US-Amerikaner?

Eigentlich sind wir nicht am kurzfristigen Geschwanke von Mr. Market interessiert.
Aber seit 5 Tagen lässt sich bei Asian Bamboo eine interessante Beobachtung machen – die entweder auf Zufall (Random Walk) oder auf der zeitlichen Differenz zu den Amerikanern beruht.

Regelmäßig in den letzten Tagen startet AB5 mit +2-3% in Plus, um dann ab rund 15:00 Uhr und insbesondere gegen Schluss des Handels alle Kursgewinne wieder abzugeben.

Eine Schlussfolgerung oder Handlugsempfehlung aus diesem Verhalten: gibt es nicht…

Was wir lesen – Rückspiegel KW 14

Video: Seth Klarman

Glenview Capital: Annual Letter

Fairfax: Annual Letter

AxA Immoselect: Dubioses Umtauschangebot

China Frauds: Beitrag ValueView

Frostas Aprilscherz

Procter&Gamble verkaufen Pringles

Michael Burry: Vortragsnotizen

Charlie Munger und BYD

Qualitätsprobleme beim Buffett-Wert Johnson&Johnson

Damodaran zu Banken

Damodaran zu Katastrophen und Bewertungen

Die AIG Story

Ein potentiell interessantes Buch: “Predatory Trading and Crowded Exits: New Thinking on Market Volatility

St. Joe Company und der Leucadia Flugplatz.

Core Value: Sysco – langweilig und gut – aber leider zu teuer

Wiki: Sysco Corporation is the largest foodservice distributor in North America. It distributes frozen foods, various canned and dry foods, fresh and frozen meats, seafood and poultry, imported specialties, and fresh produce. The company also supplies various non-food items, including disposable napkins, plates, and cups; tableware, cookware, restaurant and kitchen equipment, and cleaning supplies.

Eigentlich eine absolut langweilige Geschichte: Sysco beliefert alle möglichen Restaurants, Krankenhäuser, Schulen, Mensen u.a. mit Lebensmitteln, Fertiggerichten und Zubehör. Mit einem Marktanteil von 17% ist Sysco absoluter Marktführer und beliefert rund 400.000 Kunden mit rund 400.000 verschiedenen Produkten.

Gewinn und Umsatz sind im Gegensatz zur Story alles andere als langweilig:
In der 2000er Auflage vom “Intelligent Investor” ist Sysco in den Kommentaren aufgeführt. (Internet Stock vs. langweiliger Food Support)

Auch der Aktienkurs hat sich in den letzten 20 Jahren gut verzehnfacht, in den letzten 30 Jahren gut verhundertfacht:

Sysco wurde im Buch von Pat Dorsey als eine der klassischen Firmen genannt, die bei wachsendem Kundenstamm Mehrwert erzielt (Moat durch Netzwerkeffekte) und wird von Morningstar als eine der Firmen gelistet die einen dauerhaften “Wide Economic Moat” haben. Der Mehrwert resultiert hauptsächlich daher, dass für das Unternehmen bei mehr Kunden die Routen billiger werden und die Kosten sinken. Die Produkte werden von zahlreichen Knotenpunkten aus ins ganze Land gekarrt. Je mehr Kunden pro Fahrt (Fahrtkosten als zentraler Kostenpunkt) bedient werden könne, desto günstiger kann Sysco seine Produkte anbieten. Daher kann Sysco durch jeden neuen Kunden die Preise niedriger gestalten und durch günstige Preise mehr Kunden gewinnen. Noch mehr Kunden – noch geringere Kosten – und damit in Verbindung mit der Preissetzungsmacht im Schnitt deutlich höhere Margen als andere Anbieter. Ein Anbieter der Sysco das Wasser reichen wollte müsste 1. die Knotenpunkte teuer aufbauen und 2. den Kundenstamm replizieren. Das ist zumindest ein nicht ganz unbeträchtlicher Wettbewerbsvorteil…

Das Ganze lässt sich natürlich auch an einem sehr konstanten Cashflow (operativ und Free pro Aktie) und einer stetig hohen Gesamtkapitalrentabilität (CF/Total Assets) ablesen.

Auch wenn wir Sysco daher als sehr wertvoll und daher passend für unser Portfolio empfinden, vergleichen wir immer die beiden Komponenten Wert&Preis. Der Preis ist bei einem Kurs von 28 USD in etwa wie folgt:

Market Cap: 16,3 Mrd. USD

KGV: 13,5 (ok)
KGV3: 14,5 (ok)
KGV10: 18,7 (schon recht hoch)

KCV: 10,20 (ok)
KFCF: 15,8 (schon recht hoch)

KUV: 0.40 (sogar recht angenehm)
KUV*mittlere Marge: 16 (schon recht hoch)

KBV: 4,25 (sportlich)
EV/Ebit: 8,5% (relativ niedrig)

Dividende+Aktienrückkäufe: ~5% p.a.
Das Unternehmen kauf massig Aktien zurück und schüttet gleichzeitig eine (für US-Verhältnisse) hohe Dividende aus. Dies ist auch ein hinweis darauf, dass die Zeiten “massiven” Wachstums zumindest absehbar vorbei sind. Bilanz ist trotz Goodwill und etwas Schulden halbwegs solide und da der Cashflow recht hoch und extrem stabil ist – ist die Verschuldung akzeptabel.

Mit diesen Werten ist Sysco in dem von uns genutzen Bewertungsmodellen relativ fair bewertet. KGV und KCV sind akzeptabel, KBV und der Gewinn mit Mittlerer Marge recht hoch. Wenn wir das Unternehmen als solches kaufen könnten und uns garantiert würde, dass wir zu den gleichen Kennzahlen wie oben in fünf oder zehn Jahren auch verkaufen könnten – würden wir das Unternehmen tendentiell kaufen. Da wir aber nicht wissen, ob der Markt in fünf oder zehn Jahren bereit ist, solch hohe Multiples für das Unternehmen zu bezahlen ist uns das Risiko zu groß. Das Unternehmen könnte (und die Chancen stehen sehr gut) Gewinn und Eigenkapital innerhalb der nächsten zehn Jahre verdoppeln. (Auch weil sie die Preise an die Inflation anpassen können). Wenn aber die Multiples auf ein normales oder sogar unterdurchschnittliches Maß zusammenschrumpfen – wird sich die Aktie in zehn Jahren nicht unbedingt auch verdoppelt haben.
Diesen Zusammenhang haben wir auch bei Medtronic schon einmal vorgestellt. Nur weil ein Unternehmen gute Zahlen bringt – heisst es nicht, dass der Aktienkurs partizipiert, wenn die Aktie vor zehn Jahren einfach viel zu teuer war.

Aus diesem Grund nehmen wir Sysco erstmal nur auf die “Core-Watchlist” und hoffen, dass Mr. Market und irgendwann einmal nochmal günstigere Kurse beschert, so dass wir dieses wunderbare Unternehmen auch zu einem akzeptablen Preis kaufen können.

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