wie versprochen zum 2ten Teil der Performanceanalyse mit ein paar allgemeinen, Teil gabs hier.
Ein paar (kritische) Gedanken zu den Shortpositionen:
– von den Shortpositionen haben wir eigentlich nur eine wirklich fuundamental analysiert, das war Asian Bamboo. Dort waren wir uns sicher, dass neben Accounting Problemen einfach der faire Wert unter dem Börsenkurs bei Eingehen des Shorts war. Durch freundliche Unterstützung der US China Betrugswelle hat dieser Short auch prima geklappt.
– die anderen “Outright” Shorts, also Kabel, Netflix und Green Mountain waren mehr so “Instinkt” Shorts nach dem Motto: irgendwie windig, zu teuer und stark gestiegen, dass muss doch fallen. Hier haben wir einfach das Momentum unterschätzt.
– alle 3 Werte (Kabel, Netflix,Green Mountain) können mehr oder weniger unter das sogenannte “Abonenten Geschäftsmodell” eingeordnet werden. Diese Geschäftsmodelle sind momentan sehr “en vogue”, nachdem jetzt auch der letzte Bankanalyst das Konzept des “Burggrabens” verinnerlicht hat und damit jede Bewertung rechtfertigen kann. Irgendwann wird auch diese Mode mal wieder vorbei sein, aber das kann noch dauern.
Lektion 1: Auch im Shortbereich ist eine ausführliche Fundamentalanalyse sinnvoll, zusätzlich sollte man Momentum und Timing vermutlich besser berücksichtigen. Werte mit starkem Momentum aus dem Bauch raus zu shorten, war keine besonders schlaue Strategie.
Zu den Longpositionen:
Persönlich fühle ich mich fast ein bischen unwohl mit der großen Anzahl der Positionen, momentan sind es immerhin 34 verschiedene Longpositionen. Hier wird es langsam schwierig, die alle wirklich vernünftig zu tracken, insbesondere wenn man auch im Privatportfolio noch weitere (illiquide) Werte hat. Im Laufe des 2ten Halbjahres werde ich mal versuchen, dass vielleicht auf 20-25 Longpositionen “einzudampfen”.
Illiquide Aktien:
Wir haben uns ja selber auf relativ liquide Werte beschränkt und angenommen, dass wir nur über den normalen Börsenhandel Aktien virtuell kaufen. Illiquide Werte wie z.B. kleinere Französische Werte die besonders interessant wären bekommt man so nur sehr schwer. In der realität sind aber auch bei solchen Werten ab und zu Pakete am Markt, die man als profesioneller Investor auch mal angeboten bekommt. Hier muss man mal für die Zukunft überlegen, ob man nicht stärker solche “Perlen” wahr nimmt und evtl. mit etwas höheren Limits vom Tagesumsatz arbeitet (siehe auch IVG Wandelanleihe etc.).
Defensive Aufstellung
Wir haben das Depot ja bewusst defensiv aufgestellt, was im ersten Halbjahr erwartungemäss nicht gut gelaufen ist. Schaut man sich mal die Performance per gestern, 11.12. an, sieht man, dass in den “risk off” Phasen das Depot plötzlich erfreulich outperformt. So hätte sich per gestern die Unterperformance YTD auf -2,35% von -4,89% reduziert, per heute wären wir wahrsch. fast auf Benchmark.
Zu den einzelnen Werten dann noch mehr im 3ten Teil.